
Das ging schnell.

Wir leben in einem Zeitalter des unerbittlichen Wandels, der sich schneller und radikaler vollzieht, als irgendeine frühere Generation sich dies hätte vorstellen können. Wir leben in einer erregenden Zeit der Verheißungen und frohen Hoffnungen auf die Zukunft. Die Geschichte schreitet jedoch mit einem Tempo fort, das uns zuweilen verblüfft und erschreckt. Was wir auch lernen, es ist veraltet, bevor wir es anwenden können. Jeder Tag bringt etwas Neues oder auch eine Krise.
Unsere Aufgabe ist es, diese sich wandelnde Welt zu verstehen und zu lernen, wie wir in ihr zusammenleben können, wobei wir unsere Kräfte nutzen müssen, um allgemeinen Wohlstand, nicht aber allseitige Zerstörung zu schaffen. Der britische Historiker Arnold Toynbee hat darauf hingewiesen, daß große historische Fortschritte stets das Ergebnis großer Herausforderungen sind, und daß nur solche Gesellschaften sich durchsetzen, die sich diesemDruck gewachsen zeigen. Der Wandel bildet sicherlich die große Herausforderung unseres Zeitalters, die Herausforderung, der wir gerecht werden müssen, wenn wir die Zukunft gewinnen wollen.
(Richard Burt, Deutschland und Amerika. Partner für eine Welt im Wandel. Herford: Busse Seewald, 1988, S. 19; Hervorhebung im Original)
Wegen des gleichzeitigen Streiks der BVG müßten sich alle Verkehrsbeteiligten auf Behinderungen einstellen.(Nur zur Erinnerung: seit Mittwoch fahren überhaupt keine U-Bahnen und Straßenbahnen mehr, von den Bussen nur ein paar auf den wichtigsten Strecken. Das einzige öffentliche Verkehrsmittel, das bislang noch wie gewohnt gefahren ist, war die S-Bahn. Und ein paar Fähren.)
Вообразите, мы жили бы с Вами, наверное, не хуже многих, и Вы, может быть, так никогда и не узнали бы, что я кого-то там люблю, кто даже и не догадывается об том – подумать только, какой вздор! – и кто неоднократно выражал мне свое презрение... Но, мой генерал, не в моих правилах держать камень за пазухой, а особенно если это касается Вас. Вот я рассказала Вам все, надеясь, что это нам помешать не должно, что мы просто забудем об нем, тем более что никаких реальных сигналов «оттуда» последовать и не может.
Ich möchte mit Ihnen über Ihr Bewerberangebot bzw. Ihre berufliche Situation sprechen.(Hat sich der Zwiebelfisch eigentlich schon mal mit dieser unsäglichen sprachlichen Konstruktion - ein Amt kann gar nicht in der ersten Person von sich reden - beschäftigt? Und wie steht es überhaupt mit der Kompetenz einer Behörde, die nicht einmal ordentliche Serienbriefe zu verfassen in der Lage ist? Na ja, zumindest die letzte Frage kann ich persönlich leicht beantworten ...)
Bitte bringen Sie Ihre bisherigen Bewerbungsschreiben mit.
(...)
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Agentur für Arbeit
Obwohl Quarks viel zu klein sind, als dass sie eine Farbe, einen Geschmack oder irgendeine andere erkennbare physikalische Eigenschaft haben könnten, gruppierte man sie in sechs Kategorien: up, down, strange, charm, top und bottom. Die Physiker bezeichnen diese Gruppen seltsamerweise als "Geschmäcker" (flavors) und unterteilen sie nochmals in drei "Farben": rot, grün und blau. (Die Begriffe wurden in Kalifornien zur Zeit der psychedelischen Drogen geprägt - man hat den Verdacht, dass dies kein Zufall war.)In letzter Zeit habe ich mich interessehalber durch ein Astronomie- und Astrophysiklehrbuch gequält (man hat ja sonst nix zu tun), und bin auf den letzten Seiten, wo ebenfalls die Quarks (sehr kurz) abgehandelt werden, auf folgenden Satz gestoßen:
Mesonen bestehen aus 2 Quarks mit Farbe und Antifarbe.
Erwähnt hatte ich es schon: ich habe mich bei einem unabhängigen Marktforschungsinstitut als Telefoninterviewerin beworben. Vor zwei Wochen war ich zur Vorstellungsrunde dabei. Die findet immer Mittwochs statt. Ein paar Interessierte waren da zusammengekommen und bekamen etwas über das Unternehmen erzählt. Hat mich stark an das Vorstellungsgespräch für Nova erinnert. Da gab es auch erst einmal einen zweistündigen Vortrag über die Firma. Uns selbst mußten wir nicht vorstellen, lediglich einen Lebenslauf mit Foto hatten wir mitbringen sollen. (Gut, das war bei Nova dann schon anders.) Wer wollte, durfte dann gleich am Freitagnachmittag zur Schulung kommen. Da hatte ich allerdings schon eine Verabredung und habe mich für die Schulung in der Woche darauf angemeldet. Also letzten Freitag. Insgesamt machte alles einen seriösen Eindruck (da wird am Telefon nichts verkauft, sondern es geht wirklich nur um Marktforschung), und da ich das Geld gut gebrauchen kann ...
Am Freitag waren wir dann eine nette Gruppe von neun Leuten, die erst einmal eine theoretische Einführung in die Arbeit erhielt. Wer sind die Kunden, was sind das für Befragungen, wie ist die Arbeitsweise, wie spricht man mit den Leuten am Telefon, was für Argumente gibt es für die Teilnahme an so einer Kundenbefragung.
Anschließend ging es zur praktischen Schulung an die Computer. Wie loggt man sich ein? Wie funktioniert das Programm? Eigentlich ganz einfach. Die Fragebögen sind alle online, ein Dialer wählt Telefonnummern, die z.B. von den Unternehmen für die Kundenbefragung zur Verfügung gestellt worden sind, und dann klickt man sich als Interviewer so langsam durch den Fragebogen. Bzw. man gibt ein, daß der Angerufene am Interview nicht teilnehmen will (warum?) oder, wenn es gerade zeitlich nicht paßt, wann die betreffende Person Zeit hat, so daß der Computer die Nummer dann noch einmal wählt. Die verschiedenen Varianten haben wir dann in einer Trockenübung durchgespielt. Jeder Fragebogen hat eine Testvariante, mit der auch wir Interviewer die Fragen und Antwortmöglichkeiten einmal durchgehen können, bevor der Fragebogen am lebenden Objekt durchgespielt wird. Das ist schon ganz sinnvoll, denn mich haben schon ein paar Leute gefragt, was für Fragen wir denn da überhaupt stellen würden, und dann sollte man besser eine Antwort parat haben. Das alles schien sehr einfach zu sein (dieser Eindruck hat sich inzwischen auch bestätigt).
Ich hatte keinen Augenblick lang das Gefühl, bei einer dubiosen Firma gelandet zu sein. Den anderen ging es ebenso. Ein kleines Handicap gab es allerdings: gerade an dem Tag funktionierte die Internetleitung nicht so, wie sie eigentlich sollte. Irgendwann stürzten die Computer der Reihe nach ab, und dann war es das mit dem praktischen Training. War aber nicht so schlimm, denn das wichtigste hatten wir schon durchgenommen. An unserem jeweils ersten Einsatztag sollten wir einfach eine Viertelstunde eher kommen, um den Rest (wie breche ich ein Interview ab) kurz durchzugehen.
Gestern war dann mein großer Tag (haha). Drei Neulinge saßen ganz in der Nähe der Aufsicht, falls es Probleme geben sollte, was aber zumindest bei mir nicht der Fall war. Und am nächsten Tag sowieso nicht.
Es ist wirklich einfach. Es erinnert mich teilweise sehr an die Arbeitsweise bei Nova in Japan, nur daß dieses Interviewen dann doch noch um einiges geistloser ist. Dafür sprechen der Computer und ich dieselbe Sprache (Deutsch). Und die vier Stunden gehen wirklich schnell vorbei.
Eigentlich sollte der Dialer im Programm Anrufbeantworter und ähnliches erkennen und gar nicht zu uns durchstellen, aber irgendwie hatte ich doch ziemlich viele elektronische Anrufhilfen am Apparat. Macht nichts, dann klickt man auf „Anrufbeantworter“, lehnt sich gemütlich auf dem Stuhl zurück und wartet, bis der Dialer eine neue Nummer gewählt hat. Ehrlich gesagt, sind mir die Anrufbeantworter am liebsten – dann muß ich nämlich nichts sagen. ;-)
Dann gibt es natürlich noch die Leute, die sofort entnervt auflegen, noch bevor ich mein Begrüßungssprüchlein beendet habe:
"Guten Abend, mein Name ist Ute von XY Marktfor-"
*Klick*
Neuer Versuch.
Am besten gefallen hat mir ein Herr gestern abend: „Na, dann legen Sie einfach mal los, damit Sie auch ein Erfolgserlebnis haben, wenn Sie schon so spät noch arbeiten müssen.“
That’s the spirit!
Und dann war da noch die ältere Dame, die sich heute bitterlich bei mir darüber beklagte, daß sie mindestens zweimal täglich solche Anrufe bekomme, sie das gar nicht wolle und dann meistens doch gesagt bekomme, daß sie als Rentnerin leider schon zu alt für die Teilnahme an der Umfrage wäre. Da habe ich einmal unauffällig nach links und rechts gekuckt und ihr empfohlen, sich auf die Robinson-Liste eintragen zu lassen. Da war die Gute total baff, denn davon hatte sie noch nie was gehört. Fand das aber natürlich toll. „Und wo kann ich das machen lassen?“ „Das kann ich Ihnen leider auch nicht sagen, ich weiß nur, daß es diese Möglichkeit gibt. Am besten, Sie erkundigen sich mal bei einer Verbraucherschutzorganisation, die können Ihnen da bestimmt weiterhelfen.“ Hey, mich nerven diese Anrufe ja auch!
Ein Bekannter hatte keine Zeit, und so kamen die Ex-Kollegin und ich an zwei Eintrittskarten zum gestrigen Neujahrskonzert der Bayerischen Landesvertretung in Berlin. Im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt sangen die Regensburger Domspatzen geistliche und weltliche Musik. Schön war’s.
Aber bevor die „Buben“ singen durften, mußte das Publikum erst noch einige Politikeransprachen über sich ergehen lassen. Zuerst war der Gastgeber des Abends an der Reihe, der Bayerische Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten Dr. Markus Söder. Besonders bemerkenswert fand ich seine Rede nicht. Ein paar nette Worte zur Begrüßung, ein paar Zitate aus Lobeshymnen über die Domspatzen. Das aus meiner Sicht einzig Erwähnenswerte war die Äußerung, Frau Marga Beckstein befinde sich wegen einer Verspätung der Lufthansa noch in der Luft, und da sollte Bayern vielleicht über die Gründung einer eigenen Airline nachdenken, die dann eine „Air Force One“ für den Ministerpräsidenten stellen könnte.
Danach war Beckstein höchstpersönlich an der Reihe. Den üblichen Begrüßungsfloskeln folgte eine weitere Laudatio auf die traditionsreichen Regensburger Domspatzen, die 54 „Buben“, die nicht nur wie die Engel sängen, sondern auch insgesamt wahre Engel seien. Was ein ausgezeichneter Beweis für die Qualität des Bayerischen Schul- und Bildungssystems sei. Was vom Publikum wiederum mit lautem Gelächter quittiert wurde. Fast hatte man den Eindruck, die anwesenden (Ur- und Neu-)Berliner lachten den obersten Repräsentanten des innerdeutschen Auslands aus ...
Der jedoch machte tapfer weiter und lobte die Tradition des Knabenchores, den es schon seit über tausend Jahren gibt (wußte ich auch noch nicht). Seinen Weltruhm verdanke er „nur“ den letzten drei Domkapellmeistern: Theobald Schrems (1924-1963), Georg Ratzinger (1963-1994) – „Georg Ratzinger, der Bruder Ratzinger, der Bruder des Papstes“ (bei diesen Worten mußte er so stark grinsen, daß ich fast schon ein „Wir sind Papst“ oder einen Kniefall des vor Ehrfurcht und Stolz erzitternden Ministerpräsidenten erwartete, aber man kann ja nicht alles haben) – und schließlich dem aktuellen Amtsinhaber, Roland Büchner, der seit 1994 den Chor leitet. An ihn richtete Beckstein die Aufforderung, bitte noch weitere sechzehn Jahre im Amt zu bleiben, weil die Epoche dieser drei hervorragenden Domkapellmeister dann genau hundert Jahre gedauert haben werde. 2024 sei Büchner 70 Jahre alt, das könne man schaffen. Natürlich sei diese Bitte nicht uneigennützig.
Klar. Ich tippe auf geheime Pläne, das Rentenalter auf 70 Jahre anzuheben. ;-)






