Freitag, 4. Dezember 2009

Bücher 2009, Teil 11

98. Klaus Bednarz. "Ferne und Nähe. Aus meinem Journalistenleben"
Sammlung von Reportagen, Berichten, Glossen und Kommentaren zu den "Tagesthemen". Natürlich dreht sich der größte Teil um Polen und Rußland bzw. die Sowjetunion. Manches kannte ich schon, anderes war mir neu, einiges wiederholte sich auch. Beim Kapitel über die russische Literatur habe ich schon einige meiner Gedichtbände vermißt, die noch in Bad Oeynhausen stehen...

99. Amos Oz. "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis"
Autobiographisch. Oz erzählt die Geschichte seiner Kindheit und frühen Jugend in Jerusalem, die Prägung durch die Familie (sowohl Vater als auch Mutter sind als junge Erwachsene mit ihren Eltern aus Rußland eingewandert). Erzählt wird das Leben armer Einwanderer aus dem osteuropäischen Judentum, die Geschichte der Staatsgründung Israels, der Unabhängigkeitskrieg. Doch das eigentliche Thema, das wie ein ständiger Schatten über der Erzählung hängt, ist der Tod der Mutter über der Erzählung - sie beging Selbstmord, als Amos Oz zwölf Jahre alt war.

100. Maarten 't Hart. "Das Wüten der ganzen Welt"
Vor einigen Jahren habe ich diesen Roman schon einmal gelesen. Der Ich-Erzähler wächst in den späten 40er und frühen 50er Jahren in einer niederländischen Kleinstadt auf. Als er zwölf Jahre alt ist, wird neben ihm ein Mann erschossen. Der Junge glaubt, der Mörder habe es auch auf ihn abgesehen, und so verfolgt ihn die Geschichte sein ganzes weiteres Leben lang. Seine einzige Fluchtmöglichkeit ist die Musik. Eine spannende und wunderschön erzählte Geschichte über die Liebe zur Musik - und um Verrat.
101. Kathy Reichs. "Totgeglaubte leben länger"
Hier hat die Autorin versucht, auf der Welle von Dan Browns "Sakrileg" mitzureiten. Tempe Brennan will den Tod eines jüdischen Geschäftsmannes aufklären. Spuren führen nach Israel, wo sie mit einem Archäologen zusammenarbeitet, der glaubt, das Familiengrab Jesu gefunden zu haben. Pffffffft.

102. Erwin Strittmatter. "Der Laden." Erster Teil
Esau Matt (Strittmatters Alter ego) wächst in den 20er Jahren in einem kleinen Dorf in der Lausitzer Heide auf, wo seine Eltern einen kleinen Laden betreiben. Anschaulich und mit viel Humor entwickelt sich ein bunters Panorama der deutsch-sorbisch gemischten Dorfbevölkerung. Der Laden bestimmt das Leben von Esaus Familie, führt zu Streitigkeiten zwischen den Eltern und Großeltern. Am Ende wird Esau in die Stadt Grodk geschickt, wo er die "hoche Schule" besuchen soll.

103. Halldór Laxness. "Die Islandglocke"
Island im 16. Jahrhundert: die dänische Oberherrschaft beutet die Provinz im Nordatlantik aus, ohne der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen. Ein armer Pächter wird wegen Mordes am Henker zum Tode verurteilt, kann jedoch fliehen - 30 Jahre lang beschäftigt sein Fall die dänische Justiz. Der isländische Gelehrte Arnas Arnaeus will nur das Beste für sein Volk, sammelt unter Mühen alle Niederschriften der Sagas - und verrät dabei die Liebe zu der schönen und stolzen Snaefridur.

104. Uwe Johnson. "Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl" Teil 4
"Beim Gehen an der See gerieten wir ins Wasser. Rasselnde Kiesel um die Knöchel. Wir hielten einander an den Händen: ein Kind; ein Mann unterwegs an den Ort wo die Toten sind; und sie, das Kind das ich war."

105. Manfred Quiring. "Pulverfass Kaukasus. Konflikte am Rande des russischen Imperiums"

Aktuelles Buch über die Region an der Grenze zwischen Europa und Asien, die mich seit einigen Jahren wirklich sehr interessiert.

106. Ian Rankin. "Blutschuld"

Hurra, noch eins gefunden! Ein junger Mann wurde gefoltert und ermordet. Das an sich ist schon schlimm genug, aber er ist zufällig der Sohn eines Edinburgher Gansterbosses. Muß ich zu Rankin noch eine Bewertung schreiben? Einfach klasse: sehr gut geschrieben und herrlich spannend.

107. Erich Kästner. "Fabian.Geschichte eines Moralisten"
Das Buch hat Kästner 1931 geschrieben. Satirisch überspitzt schildert es einige Tage im Leben des Herrn Fabian, Mitte 30, der in Berlin in Pension lebt, seine Arbeit als Propagandist (=Werbetexter) verliert und auf die "Anständigkeit" der Menschen wartet. Vergeblich, statt dessen erlebt er die Unmoral des Berliner Nachtlebens. Bedrückende Parallelen zur heutigen Situation.

Sonntag, 22. November 2009

Das Ende des Ärgers naht!

Am Freitag hatte ich ein Schreiben von der Verbraucherzentrale im Briefkasten: eine Kopie des Schreibens an meinen künftigen Ex-Internetanbieter. Die haben jetzt bis zum 4.12. Zeit, schriftlich zu bestätigen, daß mein Vertragsverhältnis zum 15.10.2009 beendet ist und mein Anschluß zur Nutzung durch einen anderen Anbieter frei gegeben wird.
Meine außerordentliche, fristlose Kündigung war berechtigt (für alle, die es interessiert: § 314 Abs. 1 BGB berechtigt zur fristlosen Kündigung eines Dauerschuldverhältnisses aus wichtigem Grund), da 1&1 trotz mehrfacher Aufforderung die Störung meines DSL-Anschlusses nicht beseitigt hat.
Für mich stellt sich jetzt im Grunde genommen nur noch eine Frage: soll ich gleich einen neuen Vertrag bei der Telekom machen oder noch die endgültige Entscheidung abwarten?

Samstag, 21. November 2009

Bücher 2009, Teil 10

Im Oktober habe ich fleißig weitergelesen.

89. Uwe Johnson. "Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl". Teil 3
- Die Toten haben leicht reden. Seid ihr aufrichtig gewesen zu mir?
- Mach es besser als wir.

90. Ian Rankin. "Verschlüsselte Wahrheit"
Hab tatsächlich noch einen mir bislang unbekannten Fall von John Rebus aufgetan: Vor fünf Jahren ist bei einem mysteriösen Hotelbrand ein Mensch ums Leben gekommen. In einem neuen Mordfall tauchen Hinweise auf das frühere Verbrechen auf. Genial spannend, wie alle Bücher der Rebus-Reihe.

91. Kathy Reichs. "Durch Mark und Bein"
Tempe Brennan hilft mit bei der Identifikation der Opfer eines Flugzeugabsturzes. Da stolpert sie buchstäblich über einen Fuß, der zu alt ist, um zu einem Absturzopfer zu gehören. Als sie der Sache nachgehen will, wird sie plötzlich von ihrer Arbeit abgezogen. Offenkundig haben einige einflußreiche Persönlichkeiten ein Interesse daran, die Sache zu vertuschen. Aber Tempe läßt natürlich nicht locker. Und es wird wieder gruselig.

92. Daniel Kehlmann. "Die Vermessung der Welt"
Endlich habe ich dieses Buch lesen können!! Beschrieben wird das Leben Alexander von Humboldts und Carl Dietrich Gauß' - beide sind genial-besessene Wissenschaftler und gleichzeitig skurrile Kauze, die ihren Mitmenschen oft viel zu viel abverlangen. Sooooo lustig geschrieben, zumal Unterhaltungen grundsätzlich in indirekter Rede wiedergegeben werden. Meine Lieblingsstelle: Alexander von Humboldt übersetzt seinem Mitarbeiter und den Bootsführern auf dem Amazonas Goethes "Über allen Gipfeln ist Ruh'".

93. Martin Rees. "Das Rätsel unseres Universums. Hatte Gott eine Wahl?"
Ob Gott eine Wahl hatte, weiß ich nach dem Buch immer noch nicht, aber das Thema bleibt faszinierend. Das Universum ist so unendlich und unvorstellbar riesig, aber die Kräfte der Gravitation, der Wechselwirkung und der elektromagnetischen Anziehung sind genau im richtigen Verhältnis, die Erde umkreist die Sonne im genau richtigen Abstand, der Mond balanciert die Erde aus, so daß wir gleichmäßige Jahreszeiten haben - und dann bringt die Evolution den Menschen hervor. Wahnsinn.

94. Theodor Fontane. "Effi Briest"
Das Buch, das alle Deutschkurse am Gymnasium lesen mußten (außer meinem) - und alle Mitschüler schienen den Roman gehaßt zu haben. Fand ich damals schon schwer nachvollziehbar. Da wird eine Ehe arrangiert zwischen zwei, die sich zwar schätzen, im jeweils anderen auch den "richtigen" Partner zur Befriedigung des jeweils eigenen Ehrgeizes sehen, aber eigentlich passen sie nicht zueinander. Und als Instetten nach Jahren zufällig Beweise für eine kurze und längst beendete Affäre seiner jungen Frau in die Hände fallen, tötet er ihren ehemaligen Liebhaber im Duell und verstößt Effi - nicht, weil er es will, sondern weil er den Normen der Zeit gehorchen muß.

95. Salman Rushdie. "Des Mauren letzter Seufzer"
Fantastischer Roman über eine portugiesisch-stämmige indische Familie, die im Gewürzhandel groß und mächtig wird. Vor dem Hintergrund der Unabhängigkeit Indiens und des zunehmenden hindu-nationalistischen Bewegung entwickeln sich die Affären und Streits innerhalb der Familie. Spannend und bunt erzählt und mit zahlreichen märchenhaften Elementen angereichert.

96. Wolfgang Büscher. "Drei Stunden Null"
Sammlung von Reportagen und Essays des Journalisten Wolfgang Büscher.

97. Kathy Reichs. "Knochenlese"
Tempe Brennan ist zur Aushilfe bei einer guatemaltekischen Menschenrechtsorganisation, die Bürgerkriegsopfer exhumiert und identifiziert. Da wird sie von der guatemaltekischen Polizei um Hilfe gebeten: in einem Faultank wurde eine Leiche gefunden - ist es eine von vier jungen Frauen der Oberschicht, die in den letzten Monaten verschwunden sind?

Samstag, 14. November 2009

Bei der Verbraucherzentrale

Am Dienstagvormittag hatte ich mir freigenommen und bin zur Verbraucherzentrale gegangen. Weil mir gesagt worden war, ich solle Zeit mitbringen, stand ich schon um kurz nach neun mit allen Unterlagen und einem guten Buch vor dem Gebäude, brauchte zehn Minuten, um den Eingang zu finden, ging zur Anmeldung, zahlte die 15 € für die Rechtsbelehrung und war die Nummer fünf im Wartesaal. Um zehn (gut: kurz nach zehn) wurde der erste Wartende aufgerufen, ein paar Minuten später durfte Nummer zwei in einem anderen Zimmer verschwinden, und ich war dann so gegen Viertel vor elf dran.
"So, wie kann ich Ihnen helfen?" "Ich habe Probleme mit meinem Internetanbieter, mit 1&1." "Ach, zur Abwechslung mal." Mehr Ironie geht nicht.
Ich habe der Anwältin dann meinen Fall geschildert (inklusive der Vorgeschichte von Juli/August). Sie meinte, die anfangs von mir gesetzte Frist von einer Woche bereite ihr etwas Bauchschmerzen, weil es schon zwei Wochen sein sollten, aber da ich die Frist ja stillschweigend verlängert hätte, würde es wohl letztlich doch okay sein. Die Rechnung sollte ich aber erst einmal bezahlen - aber unter Vorbehalt und das so auch beim Verwendungszweck eintragen. (Das habe ich am nächsten Tag getan.) Weitere Rechnungen sollte ich aber auf keinen Fall bezahlen.
Die Anwältin versprach, noch einmal an 1&1 zu schreiben, auch nachzuhaken. Und auch ein zweites Mal nachzuhaken. Letztlich, so meinte sie, würden die Telefonanbieter in solchen Fällen natürlich nie zugeben, daß sie Mist gebaut haben, aber anbieten, gegen Zahlung einer Vertragsaufhebungsgebühr von 59 € den Port freizugeben und den Kunden aus dem Vertrag zu entlassen. Nun ja, dem Saftladen noch knapp 60 Euro hinterherzuwerfen, geht mir zwar gegen den Strich, aber wenn ich mich damit freikaufen kann...
Ich mußte dann eine Vollmacht unterschreiben, Kopien der Korrespondenz da lassen und noch einmal 15 € für die Rechtsbesorgung (ein schönes Wort, daß sich auch nur ein Jurist ausdenken konnte) zahlen - und dann war es viertel nach elf. Eine Stunde später war ich gut gelaunt im Büro.
Das Schreiben an 1&1 wird Anfang nächster Woche rausgeschickt (weil die Geschäftsleitung erst noch alles absegnen muß, so wurde mir erklärt), und danach würde es noch so ein bis zwei Wochen dauern, bis die Sache abgeschlossen ist. Dann kann ich endlich einen neuen Vertrag machen. Mit der Telekom.
Wenn 1&1 sich noch mal bei mir meldet und was wichtiges passiert, soll ich der Anwältin Bescheid geben. Nun hatte ich heute wieder einen Brief von 1&1 im Briefkasten. Aber das war nichts wichtiges. Nur die Information, daß ich bei der Aktion "Kunde wirbt Kunde" bis zu 50 € Prämie kassieren kann...

Sonntag, 8. November 2009

Bücher 2009, Teil 9

Allmählich wird es Zeit, diese Reihe hier fortzusetzen - vor allem, nachdem ich endlich den Zettel wiedergefunden habe, auf dem ich die Bücher des September aufgeschrieben hatte. ;-)
80. Uwe Johnson. "Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl." Teil 1
- Wer erzählt hier eigentlich, Gesine.
- Wir beide. Das hörst du doch, Johnson.
81. Kathy Reichs. "Mit Haut und Haar"
Tempe Brennan will eigentlich Urlaub machen, muß sich dann aber um eine auf einem verlassenen Grundstück gefundene Leiche ohne Kopf und Hände sowie um den rätselhaften Absturz einer Cessna kümmern. Thriller um Schmuggler, die vor nichts zurückschrecken.
82. Kathy Reichs. "Totenmontag"
Es ist wieder mal kalt in Montreal, als in einem Keller einer schmierigen Pizzeria die Skelette von drei jungen Frauen gefunden werden. Der ermittelnde Beamte der Montrealer Mordkommission hält die Sache für einen Fall für die Archäologen, doch Tempe Brennans Instinkt sagt ihr etwas anderes. Leider behält sie recht und es wird richtig gruselig.
83. Isabel Allende. "Portrait in Sepia"
Ein Familienepos aus dem Chile des späten 19. Jahrhunderts. Erzählt wird die Lebensgeschichte von Aurora del Valle, die bei ihrer Großmutter aufwächst und früh ihre Leidenschaft für die Fotografie entdeckt. (Ihre Tante Nivea ist die Mutter von Blanca und Clara aus dem "Geisterhaus".) Meisterhaft erzählt.
84. Ian Rankin (als Jack Harvey). "Die Kassandra-Verschwörung"
Kurz vor einem G8-Treffen in London verdichten sich Hinweise darauf, daß eine gefährliche Killerein, genannt "Die Hexe" nach Jahren wieder nach England zurückgekehrt ist. Ein ehemaliger und ein junger Mitarbeiter des Geheimdienstes sind ihr auf der Spur. Ian Rankin schreibt einfach wahnsinnig spannende Krimis und Thriller. Kein Vergleich zu Kathy Reichs, die zwar auch spannende Geschichten erfindet, in ihrer literarischen Qualität jedoch nicht an Rankin heranreicht.
85. Assia Djebar. "Frau ohne Begräbnis"
Die Ich-Erzählerin dreht einen Film über eine Widerstandskämpferin im Algerienkrieg, die als Frau zu den Partisanen ging, von den Franzosen gefangengenommen, hingerichtet und an unbekanntem Ort verscharrt wurde. Nachbarinnen, Verwandte und vor allem ihre beiden Töchter trauern auch Jahre nach ihrem Verschwinden um sie und erinnern sich an eine leidenschaftliche, gebildete, unabhängige und mutige Frau.
86. Stefan Grechik. "Das Chaos und seine Ordnung"
Meine erste Bekanntschaft mit der Chaostheorie. Nicht uninteressant, aber viel verstanden habe ich nicht. Muß bei Gelegenheit wohl noch mehr darüber lesen.
87. Theodor Fontane. "Stine"
Fontane erzählt die kurze Liebesgeschichte zwischen dem jungen, etwas kränklichen Grafen Waldemar von Haldern und der in kleinbürgerlichen Verhältnissen lebenden Ernestine "Stine" Rehbein. Waldemar will - der Ablehnung seiner Familie zum Trotz - Stine heiraten, doch diese erkennt, daß die Standesunterschiede einfach zu groß sind und lehnt ab. Waldemar verübt Selbstmord. Realistische Schilderung mit romantischen Anklängen. Fontane ist einfach klasse.
88. Uwe Johnson. "Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl." Teil 2
- Es ist vergangen, Mrs. Cresspahl.
- Nein.
- Sie hören, wie ich es erzähle. Als etwas, das war.
- Ja, etwas das war.
- Lassen Sie mich von etwas anderem anfangen, Kind.

Wie es bisher weiterging

Wozu die Verbraucherzentrale bemühen, wenn man einen Juristen kennt, der sowieso schon mal seine Hilfe angeboten hat? Dummerweise ist der Mann, Beruf: Journalist, immer schwer beschäftigt und voll im Streß. Aber am vergangenen Wochenende, so hatte er mir versprochen, wollte er ein paragraphengesättigtes Antwortschreiben an 1&1 aufsetzen.
In der Zwischenzeit hatte sich auch die Rechnungsstelle gemeldet. Zu meinem Widerspruch fiel denen nur ein, ich hätte die Sofortstartoption gewählt und daher sei immer Vorkasse. (Nur: wenn Vorkasse, warum steht auf der Rechnung vom 15.10. ein Abrechnungszeitraum vom 15.9. bis 15.10.? Weisen die etwa ihre Rechnungen falsch aus?) Für den Zeitraum der "Nichtnutzung" würde ich selbstverständlich im Nachinein eine entsprechende Gutschrift erhalten, ich soll da einfach die Rückmeldung der Störungsstelle abwarten und mich dann wieder bei ihnen melden.
Pfff.
Dummerweise mußte mein Bekannter letzte Woche Samstag ganz plötzlich verdienstreisen. Heute ist er wieder da. So lange wollte ich nun aber nicht warten, also habe ich letzte Woche mal bei der Verbraucherzentrale angefragt. Da ich letzte Woche beruflich stark eingespannt war, habe ich es mit der E-Mail-Beratung probiert. Das geht wunderbar über die Webseite der Verbraucherzentrale - man nennt seine Postleitzahl, Kontaktdaten, beschreibt kurz sein Anliegen und kann bis zu vier PDF-Dokumente dazu hochladen. Dann gibt man noch ein Paßwort ein, mit dem man hinterher seine Antwort erfragen kann. Die bekam ich am Freitag: weil mein Problem doch etwas umfangreicher sei, solle ich mich besser an die persönliche Rechtsberatung wenden. Die Gebühr von 15 Euro für die E-Mail-Beratung müsse ich natürlich nicht zahlen (die wird dann für die Rechtsberatung fällig).
Also: bei der Verbraucherzentrale angerufen. Es gibt nämlich zwei Rechtsberatungen: eine allgemeine (ohne Anmeldung) und eine Sonderberatung (mit Anmeldung). Mir wurde gesagt, ich solle am Dienstag zur allgemeinen Beratung kommen und Zeit mitbringen.
Inzwischen hat mir 1&1 auch eine Mahnung geschickt - per E-Mail, natürlich. Das ist ja auch so wahnsinnig intelligent, jemandem, der nachweislich Probleme mit seinem Internetzugang hat, wichtige Informationen per Mail zukommen zu lassen.
Gestern erhielt ich dann einen Telefonanruf meines Vaters. "Wir haben so lange nichts mehr von Dir gehört [Anmerkung: meine Eltern hätten ja auch anrufen können...], und im Internet steht auch nichts mehr! Gestern abend warst Du auch nicht erreichbar ... " - stimmt, am Freitag habe ich sehr kurzfristig eine Freikarte für den Kammermusiksaal der Philharmonie erhalten, wo das Tango-Ensemble "Yira Yira" zusammen mit der sizilianischen Sängerin Etta Scollo ein ganz fantastisches Konzert gegeben hat. Da hatte ich das Handy selbstverständlich abgestellt.
Was macht mein Vater? Ruft bei 1&1 an, um sich zu beschweren, daß seine Tochter kein Internet und kein Telefon mehr hat. (*kopf>tischplatte*)
Was er von 1&1 erfahren hat, war folgendes: am 7.10. hatte ich einen Anruf zwecks Leitungsmessung erhalten und da gesagt, daß ich erst die Reaktion der Kündigungsstelle abwarten wolle. Stimmt, das war der Tag, nachdem ich die Kündigung per Einschreiben abgeschickt hatte. Das war sechs Tage, nachdem ich die Meldung gemacht hatte, mit der neuen Fritz!Box funktioniere die DSL-Synchronisation nicht. Ich hatte auch gesagt, daß ich berufstätig bin, einen langen Arbeitsweg habe und abends ab 19:30 zuhause für irgendwelche Messungen zu erreichen sei. Der Rückruf kam sechs (!!) Tage später, vormittags (!!) um Viertel nach Neun (!!!).
Jedenfalls, so 1&1, habe man mein Problem "auf die Seite gelegt" und warte eigentlich nur auf meine Rückmeldung. Wozu ich im übrigen vertraglich verpflichtet sei. Schön, daß ich das auch mal erfahre. Und wann und wie soll ich das nach Meinung von 1&1 machen? E-Mails kann ich (zumindest offiziell) nur im Büro abrufen - ich kann mir lebhaft vorstellen, was 1&1 von privater Internetnutzung seiner eigenen Callcenter-Angestellten hält. Natürlich habe ich ein Handy - das aber von meinem Arbeitgeber finanziert wird, und - das schrieb ich bereits - nachdem ich schon mal insgesamt eine Stunde auf seine Kosten mit der kostenpflichtigen Hotline von 1&1 telefonieren "durfte", möchte ich das nicht wieder tun.
Mal abgesehen davon, daß ich wirklich "begeistert" von dieser grandiosen Idee meines Vaters war (ich weiß, ich weiß, er hat's gut gemeint - trotzdem: nein, danke!!!), ist mir später, nachdem die Wut über diesen Anruf etwas verraucht war, ein ganz anderer Gedanke gekommen: da ruft jemand bei 1&1 an, behauptet, er sei der Vater der Kundin XY mit der und der Adresse und der und der Telefonnummer - und die geben dem Auskunft über meine Daten????????

Samstag, 24. Oktober 2009

Post aus Montabaur

Am Donnerstag hatte ich endlich die Antwort von 1&1 im Briefkasten.

Gemäß unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist eine vorzeitige Kündigung, Ihres Vertrages nicht möglich, da er einer vertraglich festgesetzten Mindestlaufzeit von 24 Monaten und einer immer wiederkehrende Laufzeit von 12 Monaten unterliegt.

Wir haben Ihnen die Kündigung fristgerecht 14.12.2010 hinterlegt.

Grrrrrr. (Vom Inhalt mal abgesehen - in zwei Sätzen drei Fehler - Rechtschreibung/Grammatik und Zeichensetzung - unterzubringen, ist schon eine beachtliche Leistung.)

Am Freitag hatte ich wieder Post von dem Saftladen.

Wir bedauern die Kündigung Ihres 1&1 DSL-Vertrages zum 14.12.2010 erhalten zu haben. Da wir Sie gerne weiterhin zu unseren Kunden zählen möchten [ha! das habe ich gemerkt!!] haben wir für Sie ein exklusives Treue-Paket geschnürt. Wechseln Sie jetzt zum 1&1 DSL-HomeNet 16.000.

Den Teufel werd ich tun. Aber es ist ja schon interessant, was die mir da anbieten. Zum Beispiel Internet-FLAT mit bis zu 16.000 kBit/s (und da sie das eh nicht einhalten können, heißt es da "bis zu"), eine kostenlose 24-Stunden-Hotline und, tadaaa: die 1&1 Entsörungsgarantie:

Sollte Ihre Leitung wider Erwarten wirklich einmal vorübergehend gestört sein, kümmern wir uns schnellstmöglich darum. So beheben wir zum Beispiel Störungen, die bis 12 Uhr mittags gemeldet werden, oft noch am gleichen Tag, spätestens jedoch am nächsten Werktag. Anderfalls erlassen wir Ihnen eine monatliche Grundgebühr.

Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die ich bei meinem aktuellen Vertrag eigentlich auch erwartet hatte. Ich glaube ja nicht, daß die wirklich halten können, was sie da so vollmundig versprechen. Ich will raus aus meinem Vertrag. ASAP.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Zwischenstand

Die erzwungene DSL-Abstinenz ist immer noch nicht vorbei. Zum Glück überläßt mir der Chef auch weiterhin das Firmennetbook, so daß ich abends und am Wochenende meine privaten E-Mails überprüfen und ein bißchen im Internet surfen kann. Und den Twitter-Account sowie den Firmenblog überwachen.
Anderthalb Wochen nach dem DSL-Ausfall war dann die neue FritzBox da. Es war Mittwoch, der 7. Oktober. Natürlich habe ich abends sofort das alte Gerät beseite geräumt, eine neue Mehrfachsteckerleiste an die Steckdose angeschlossen und die neue Box ordnungsgemäß aufgestellt und eingestöpselt. Und dann... tat sich nichts. Völlig entnervt habe ich doch zum Handy gegriffen und die Hotline angerufen. Die junge Frau vom Serviceteam versuchte es - erfolglos - mit einem Reset des Ports und kam dann auf die grandiose Idee, mich doch mal im Menü der Box nach den DSL-Werten zu sehen. Da sah es sehr nach DSL-Störung aus. Also von wegen "es liegt ganz bestimmt an der Stromversorgung". Da müßten die Kollegen von der Technikabteilung sich drum kümmern. Ich habe der Frau noch gesagt, daß ich abends immer erst gegen halb acht zuhause bin und es tagsüber sinnlos ist, mich anzurufen. Und daß man sich bitte beeilen möge.
Wer in den darauffolgenden Tagen dann nicht anrief, war die Technikabteilung von 1&1. In den letzten Wochen hatten mir Kollegen schon mehrfach Bewunderung für meine Geduld ausgesprochen (allerdings in Bezug auf mein Verhalten gegenüber der Schülerpraktikantin); mein aktueller Internetanbieter hat sie inzwischen eindeutig überstrapaziert. Also habe ich 1&1 am 12. Oktober (Montag) per Einschreiben gekündigt. Abends fand ich eine E-Mail von 1&1 in meinem Postfach. Nur noch zwei Tage lang könnte ich, wenn ich einen neuen Kunden werbe, die doppelte Prämie erhalten!!! (Habe kurz mit dem Gedanken gespielt, folgende Antwort zu schicken: "Bitte nehmen Sie mich aus Ihrem Verteiler. Ihren "Service" wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht.")
Am 13. Oktober (Dienstag) klingelte um 9:16 mein Handy. Ein junger Mann aus der Technikabteilung meines künftigen Ex-Internetanbieters wollte mit mir über die Störung sprechen und eine Gegenmessung (oder wie auch immer er das nannte) durchführen. Tja, der hatte jetzt Pech. Ich gebe gerne zu, mich etwas unhöflich verhalten zu haben und ihn gar nicht erst ausreden zu lassen, sondern ihm mit einem "Sie sind zu spät!!!!" das Wort abzuschneiden. "Aber Sie können gar nicht kündigen! Ihr Vertrag läuft noch bis Ende 2010!" Habe ihn darüber informiert, daß es ein außerordentliches Kündigungsrecht gibt, wenn der Anbieter seine Vertragsleistung nicht erfüllt. Das Gespräch zog sich noch eine Weile hin, und schließlich erklärte ich, keinen Rückruftermin mit der Technikabteilung zu vereinbaren, ehe ich nicht von der Kündigungsabteilung gehört hätte.
Am 15. Oktober (Donnerstag) kam - per E-Mail - die Monatsrechnung. Man erinnert sich: bei der letzten Störung hatte ich dem Saftladen die Einzugsermächtigung entzogen. Am Wochenende nahm ich mir die Zeit, mir diese Rechnung ganz genau anzusehen. Der Einzelverbindungsnachweis bezieht sich auf den Zeitraum vom 14.8. bis zum 13.9., da sind 40 Cent für zwei Telefongespräche ins Mobilfunknetz fällig. Okay. Die Grundgebühr von 24,99 Euro bezieht sich allerdings auf den Zeitraum vom 15.9. bis 15.10.
Vorgestern, am 19. Oktober, habe ich - wieder per Einschreiben - der Rechnung, genauer gesagt: der Berechnung der Grundgebühr mit 24,99 Euro widersprochen. Begründung: ich habe die vertraglich vereinbarte Leistung aus dem genannten Abrechnungszeitraum nur bis zum 24.09. erhalten. (Streng genommen nur bis zum 23.9.; aber die Störung habe ich erst am Morgen des 25.9. gemeldet, und ab da tickte die Uhr - da will ich schon fair sein.) Also habe ich den Verein aufgefordert, die Rechnung zu stornieren und die Grundgebühr anteilig für den Zeitraum, in dem ich die Leistungen auch tatsächlich erhalten habe, neu zu berechnen. Die neue Rechnung möge man mir bitte auf dem Postweg zukommen lassen.
Ach ja, und ich kann die Rechnung gerade eh nicht zahlen. Ich habe mein Konto noch bei der Sparkasse in B.O., und das heißt (kleine Belehrung über das System der Stadtsparkassen in Deutschland), daß ich hier in Berlin, wo ich nun mal lebe, zwar kostenlos Geld abheben kann, mir die Überweisungsautomaten aber nicht mal einen Kontoauszug ausdrucken; daß ich Überweisungen ausschließlich online tätigen kann. *fieses grinsen*
Auf die Kündigung habe ich bislang keine Reaktion erhalten. Aber da die in nächster Zeit kein Geld von mir sehen werden, bin ich mir sicher, bald von denen zu hören. Ich bin mir auch verdammt sicher, daß ich mir da gerade Ärger einhandele. Aber ich bin gerade etwas auf Krawall gebürstet und habe mir schon mal die Telefonnummer und Gebührenliste der Verbraucherzentrale besorgt.