Donnerstag, 29. Mai 2008

Nummer 200

Zur Feier meines 200. Blogeintrags gibt es für alle was zu lachen:


Gesehen im Eingangsbereich zum balinesischen Garten von Marzahn, der sich, da es auf Bali ein etwas anderes Klima gibt als hier, in einem Tropenhaus befindet. Und sobald wir drin waren, sah zumindest ich Dauer-Brillenträgerin für ca. fünf Minuten erst mal gar nichts mehr, weil die Gläser beschlagen waren. Auch als ich mein Sehvermögen wiedererlangt hatte, fand ich diesen Garten jetzt nicht sooo spektakulär. Vor allem nicht im Vergleich zu den anderen Gärten der Welt, die wir schon gesehen hatten.

Mittwoch, 28. Mai 2008

Männer + Technik

Vorgestern im Waschsalon. Ich werfe vier Euro in den Kassenautomaten (3,50 für die Waschmaschine, 0,50 für das Waschpulver). Blick aufs Display: 4,50. Ups, da hat wohl jemand sein Restguthaben vergessen. Vielleicht der junge Mann, der hier vor einer halben Minute noch stand. Egal, erst einmal kümmere ich mich um meinen Kram, dann um die 50 Cent:
Ich: "Sind das Ihre 50 Cent hier drin?"
Typ (mit Leidensstimme): "Ja, aber die kommen da nicht mehr raus ..."
Ich werfe einen Blick auf den Automaten, sehe mir den jungen Mann noch mal genauer an (so doof wirkte der doch gar nicht), wende mich wieder dem Automaten zu und drücke einmal fest auf den dicken roten Knopf, wo "GELDRÜCKGABE" neben steht.
*klack*
"Oh, danke."
Also ehrlich ...

Teilung + Geschichte

Heute mittag im Radio: Nachrichten.

"An der Mauergedenkstätte Bernauer Straße sind neue Tafeln aufgestellt worden, die an die Teilung der Geschichte erinnern sollen."

:-o

Chinesischer Garten


Größer als der japanische (aber China ist ja auch größer als Japan ;-) ), und anders als im japanischen kann man sich selbst aussuchen, wie rum man durch den Garten geht. Beim japanischen Garten stand am Eingang ein Ein-Euro-Jobber und erklärte uns mit dem Charme eines Berliner Busfahrers, wir sollten ja rechts herum gehen. Und zwar nur so und nicht anders.
Wie das in Japan halt so ist: bloß keine Freiheiten lassen. ;-)

Köpfchen in das Wasser ...

Dienstag, 27. Mai 2008

Japanischer Garten


Daß es äußerst beruhigend ist, auf einen Trockengarten zu sehen, mußte auch die Ex-Kollegin zugeben. Wenn zwei Meter weiter eine ältere Dame jedoch den englischen Text auf der Infotafel lautstark auf Sächsisch vorliest, dann hilft auch der schönste Trockengarten nicht! *g*

Ansonsten: ein schöner Tag im Erholungspark Marzahn, auch wenn die Wettervorhersage für heute wohl eher auf Wunschdenken als auf Wissenschaft beruhte.

Montag, 26. Mai 2008

Geschafft!

Gestern abend (bzw. ganz früh heute morgen) war es geschafft: ich habe Uwe Johnsons "Jahrestage" zum dritten Mal durchgelesen. 1.891 Seiten innerhalb von einem knappen Vierteljahr. Und ich habe es sicher nicht zum letzten Mal gelesen. So in ein, zwei Jahren fange ich garantiert noch einmal damit an.
Wie bin ich auf das Buch gekommen? Durch die geniale Verfilmung durch Margarethe von Trotta, die Ende 2000 (?) als Vierteiler im Fernsehen lief. (Bei der Wiederholung habe ich alles auf Video aufgenommen.) Gesine Cresspahl wird für mich auf ewig wie Suzanne von Borsody aussehen. Jedenfalls bestellte meine Mutter sich daraufhin das Buch, gelesen habe ich es dann während meines Heimaturlaubs in den Semesterferien. Zwei Wochen habe ich dafür gebraucht, in der Zeit aber auch nichts anderes mehr geschafft. Die Seminararbeit zum Beispiel, die ich erst mit enormer Verspätung fertiggestellt und abgegeben habe. Machte aber nix, an der Rostocker Slawistik waren die Dozenten froh über jede Hausarbeit, die sie bekommen haben.
Für den zweiten Durchgang 2004/5 habe ich mir mehr Zeit genommen. Jeden Abend ein paar Seiten vor dem Schlafengehen. Nach einem Vierteljahr war ich durch. So wie dieses Mal. Nur daß ich jetzt immer mit Pausen lesen mußte. Ich habe mir die "Jahrestage" nämlich aus der hiesigen Stadtbibliothek ausgeliehen, und dort hat man noch die ursprüngliche Ausgabe in vier Bänden. Die ich, nebenbei gesagt, auch besser finde. Aus rein praktischen Erwägungen. Erstens liest sich ein 500-Seiten-Taschenbuch doch schneller durch als ein 2000-Seiten-Wälzer, der trotz Drucks auf bibeldünnem Fisselpapier immer noch Gewicht und Ausmaße eines Ziegelsteins hat. Das ist psychologisch viel geschickter, wenn man anhand des Lesezeichens die quantitativen Fortschritte in der Lektüre beobachten kann. Außerdem läßt sich ein normalformatiges Taschenbuch auch viel besser in der Hand halten. Und es paßt in die Handtasche. ;-)
Was mag ich an dem Buch? Die Sprache. Die ist anfänglich zwar etwas umständlich, aber sobald man sich daran gewöhnt hat, mag man gar nichts anderes mehr lesen. An anderer Stelle habe ich mal gelesen, Uwe Johnsons Texte seien eigentlich viel besser fürs Vorlesen geeignet. (Weswegen ich - das gebe ich gerne zu - mir ab und zu selbst vorgelesen habe, um diese Sprache auch wirklich einmal zu HÖREN.)
Dann mag ich die Geschichte, die Verknüpfung der Gegenwart (= des Lebens in New York 1967/68) mit der Erzählung von Kindheit und Jugend in Mecklenburg, erst im Dritten Reich, dann unter sowjetischer Besatzung und schließlich in der neugegründeten DDR. Da steckt sooo viel Zeitgeschichte drin, manchmal dargestellt durch Wiedergabe der Artikel in der New York Times, mal durch Schilderung einer einzelnen Person, sei es Erwin Knoop in Mecklenburg oder Ginny Carpenter in New York. Das Buch ist so wahnsinnig vielschichtig, daß es nie langweilig wird. Wie gesagt, ich habe es nicht zum letzten Mal gelesen.

Samstag, 24. Mai 2008

Donnerstag, 22. Mai 2008

Stilsicher

Neulich im Schuhgeschäft.
Kundin zur Verkäuferin: "Ich wollte mal was Elegantes."
Sprach's und griff nach einem pinkfarbenen Paar dieser gartenschuhartigen klobigen Gummilatschen, die scheinbar immer noch nicht aus der Mode gekommen sind.

Mittwoch, 21. Mai 2008

Dienstag, 20. Mai 2008

Freitag, 16. Mai 2008

Bunte Mischung


Bierregal im Supermarkt in Almaty. So eine Auswahl gibt es hier aber nicht!

Mittwoch, 14. Mai 2008

Müde

Der Zug ging schon zwei Stunden, vorne stockte es, eine ganze Weile ging es nicht weiter - also wurde erst einmal Pause gemacht.

Sonntag, 11. Mai 2008

Karneval der Kulturen

Im Gegensatz zum sogenannten Karnevalsumzug herrschte diesmal richtig Stimmung auf den Straßen. Leider hatten die sommerlichen Temperaturen viel zu viele Menschen dazu animiert, sich mehr zu entblößen, als es der Ästhetik zuträglich war. Überhaupt waren wahnsinnig viele Menschen da. Eigentlich schon zu viele für meinen Geschmack. Angesichts der vielen Babys und Kleinkinder, die von ihren Eltern zu diesem Event mitgeschleppt worden waren, mochte man gar nicht glauben, daß wir hier in Deutschland ein demographisches Problem haben. Ob den Kleinen der Karneval nun so gut gefallen hat, wage ich allerdings zu bezweifeln. Viele Babys wirkten ob der starken Sonneneinstrahlung und des gewaltigen Lärms, den tausende Trommeln veranstalteten, schon viel zu geschockt, um ihrem Mißvergnügen noch durch lautes Gebrüll Ausdruck zu verleihen. Allerdings wäre das Kindergeschrei eh nicht gegen den Lärm angekommen.
So, nun aber genug gemeckert. ;-)


Schön war's nämlich doch.

Es gab mehr oder weniger phantasievolle Kostüme, ...


... Tänzerinnen aus Afrika (und Berlin) ...


... und Thailand (und Berlin), ...


... lustig angezogene Trommler beiderlei Geschlechts (für welchen Verein die jetzt konkret auf die Straße gegangen sind, weiß ich nicht mehr), ...


... noch mehr Tänzer, ...


... mehrere Sambatruppen, ...


... und vieles mehr. Doch, war sehr schön. Aber eben auch sehr voll und sehr, sehr laut.

Samstag, 10. Mai 2008

Mein wunderbarer Waschsalon


Mangels Waschmaschine (Anschluß für ein solches Wundergerät ist in meiner Wohnung Fehlanzeige - ich wüßte auch gar nicht, wo ich sie hinstellen sollte) darf ich regelmäßig mit einem großen Wäschesack zum Waschsalon pilgern. Mit 3,50 fürs Waschen (plus 0,50 fürs Waschpulver und weitere 0,50 für einmal ordentlich schleudern) komme ich dabei angeblich günstiger weg als mit einer eigenen Waschmaschine - aber ich hätte trotzdem lieber eine in der Wohnung. Der Weg ist nämlich doch etwas weit, vor allem auf dem Rückweg, wenn die in der Wäsche enthaltene Feuchtigkeit dem ganzen noch zusätzliches Gewicht verleiht, und dann muß ich ja noch die ganze Zeit danebensitzen. Gut, ich nehme dann immer ein gutes Buch mit, aber ich könnte die Zeit ja auch anders nutzen.

Andererseits gibt es da auch öfter was zu erleben. Immer wieder stehen Menschen ratlos vor dem Automaten und wissen nicht, wie und was sie bezahlen sollen. Ich bin da mittlerweile geübt drin. Nachdem ich feststellen mußte, daß der Automat zwar 1- und 2-Euro-Münzen gerne annimmt, Wechselgeld jedoch allerhöchstens in 50-Cent-Münzen ausspuckt, gebe ich selbst stets allerhöchstens einen 5-Euro-Schein ein, wenn ich schon kein passendes Kleingeld zur Hand habe.

Neulich saß ich friedlich lesend neben der Waschmaschine auf der Bank, als ich plötzlich ein Geräusch vernahm, das mir bis dahin nur aus Kinofilmen bekannt war. Und zwar aus den Szenen, wenn jemand einen dieser dämlichen Geldautomaten in Las Vegas geknackt hat und sich ein wahrer Münzregen aus dem Gerät ergießt. Und jetzt in der Realität, in meinem Waschsalon. Was war passiert? Ahungslose hatten mit einem 20-Euro-Schein bezahlt, auf Geldrückgabe gedrückt - und der Automat gab Rückgeld. Allerdings ausschließlich in 10- und 20-Cent-Münzen. *g*

Freitag, 9. Mai 2008

Jahrestag

Nachdem erstmals nach langer Zeit wieder Panzer zum Tag des Sieges Moskaus Straßen ruinieren, möchte ich dem immer lauteren Säbelrasseln aus dem Kreml ein Gedicht meines Lieblingsdichters Bulat Okudshawa entgegenhalten - zumal er heute seinen 84. Geburtstag gefeiert hätte.

Примета

Если ворон в вышине,
Дело, стало быть, к войне.
Если дать ему кружить,

Значит, всем на фронт иттить.

Чтобы не было войны,
Надо ворона убить.
Чтобы ворона убить,
Надо ружья зарядить.

А как станем заряжать,
Всем захочется стрелять.
Ну а как стрельба пойдет,
Пуля дырочку найдет.

Ей не жалко никого,
Ей попасть бы хоть в кого,
Хоть в чужого, хоть в свово ...

Во и боле ничего.

Во и боле ничего,
Во и боле никого,
Кроме ворона того:
Стрельнуть некому в него.


Und auf Deutsch (in meiner Übersetzung - ich bitte um Nachsicht, ich bin dichterisch völlig unbegabt und versuche daher erst gar nicht, Reime zu finden):

Das Omen

Wenn der Rabe in der Höhe ist,
Bedeutet das, es gibt Krieg.
Wenn wir ihm das Kreisen erlauben,
Heißt das, alle müssen an die Front.

Damit es keinen Krieg gibt,
Muß man den Raben töten.
Um den Raben zu töten,
Muß man die Gewehre laden.

Aber wie wir anfagen, zu laden,
Bekommen alle Lust, zu schießen.
Und wie die Schießerei beginnt
Findet die Kugel ein Löchlein.

Ihr tut niemand leid,
Ihr ist es egal, solange sie jemanden trifft,
Einen fremden oder einen eigenen ...
Und dann ist da nichts mehr.

Und dann ist da nichts mehr,
Und dann ist da niemand mehr,
Außer jenes Rabens:
Keiner da, ihn zu erschießen.

Montag, 5. Mai 2008

Zentralasiatischer Schäferhund


Sieht ja eher wie ein riesiger knuddeliger Teddybär aus ... :-)

Samstag, 3. Mai 2008

Hauptstadt vom Reißbrett: Astana

Den letzten Tag unserer Pressereise verbrachten wir in Astana, der neuen Hauptstadt von Kasachstan. Ursprünglich war Almaty die Hauptstadt, aber dann beschloß Präsident Nasarbajew die Verlegung nach Akmola, was dann in Astana umbenannt wurde. Astana heißt schlicht: Hauptstadt. Offizielle Begründung: Almaty ist wegen der großen Erdbebengefahr zu unsicher (sagt das mal den Tokiotern!). Astana dagegen liegt mitten in der Steppe. Da ist es einfach nur flach. Meine Vermutung ist allerdings: in Akmola/Astana gab es nicht viel, da kann sich der erste Präsident leichter architektonisch ein Denkmal setzen. Oder auch zwei. Oder drei. Oder einfach ganz, ganz viele. In den vergangenen zehn Jahren seit der Hauptstadtverlegung hat man da eine komplett neue Stadt aus der Steppe gestampft. Und noch immer sind überall Baukräne.

Damals, an der Uni, im Seminar über die Theorien der Postmoderne, habe ich folgendes gelernt: Postmoderne bedeutet im Grunde genommen nichts anderes, als das alles erlaubt ist, und das auch gut so ist. Um das mal ganz platt darzustellen. Allerdings schließt das immer auch das Risiko ein, daß statt der gewünschten "Mehrsprachigkeit" einfach nur Beliebigkeit herauskommt, die dann leicht in Kitsch umschlägt. Und genau das ist meines Erachtens in Astana passiert. Oder wie sagte einer der Leute, die wir da getroffen habe, und den ich jetzt nicht namentlich nennen will: "Astana mag als Stadt ja ganz lustig sein, aber ich möchte in der Stadt nicht tot über den Zaun gehängt werden."

Das hier ist das Wahrzeichen der Stadt, ein monströser Turm mit Namen "Astana-Baiterek".


Mit dem Fahrstuhl ist man ruck-zuck in der goldenen Kugel angelangt, durch die man einen guten Überblick über die Kunststadt hat. Leider durch geschliffenes, goldgetöntes Plexiglas (?) hindurch, weshalb sämtlichen Fotografen unserer Truppe die Mundwinkel nach unten rutschten, sobald wir den Lift verlassen hatte. Oben gibt es dann noch einen Handabdruck von Nasarbajew. Wer da seine Hand reinlegt, kann sich was wünschen, was dann angeblich auch in Erfüllung geht. Ich habe es nicht so weit nach oben geschafft, denn erst habe ich für den FAZ-Mitarbeiter gedolmetscht (ja, ich mache richtig Karriere *zwinker*), und als ich dann hin wollte, wurde der Bereich gerade für eine UN-Delegation gesperrt. Na ja, von Nasarbajew will ich auch nichts geschenkt haben.


Die großen Brücken sind allesamt mit verkitschten Darstellungen einheimischer Tiere verunstaltet. Hier ein Hammel, bei einer anderen waren es Saiga-Antilopen, bei der dritten Pferde. Und das Gebäude mit der blauen Kuppel ist der neue Präsidentenpalast. Der alte, an dem wir auch vorbeigefahren sind, ist inzwischen das "Museum des ersten Präsidenten". Wir Journalisten sahen uns verblüfft an: der lebt doch nocht! Und vor allem: der ist auch noch im Amt! Den Spitzenplatz im zentralasiatischen Personenkult hält allerdings der verstorbene turkmenische Präsident Nijasow, der sich "Turkmenbaschi", Führer aller Turkmenen, nennen ließ.


Und das hier ist das neue "architektonische Wunder" (der Titel "Wahrzeichen" war ja schon vergeben), der Palast des Friedens und der Eintracht. Gebaut hat das Teil Lord Norman Foster, der offenkundig auch endlich mal eine Pyramide bauen wollte. Da kann man mal sehen, was passiert, wenn man einem Architekten völlig freie Hand läßt. In die blauen Fenster in der Spitze hat irgendein anderer Künstler lauter Tauben gemalt, wie sie jede drittklassige Fluggesellschaft als Symbol verwendet. Kitsch hoch drei. Und die Pyramide erst recht. Und vor allem auch völlig steril. Das Reichstagsgebäude hat Sir Norman besser hinbekommen.

Jedenfalls befinden sich in der Pyramide ein Opernhaus, eine Bibliothek, ein staatliches Museum mit einer Kopie des goldenen Mannes (die wir aber trotzdem nicht fotografieren durften, warum auch immer), Veranstaltungsräume und Räumlichkeiten für den "interreligiösen Dialog".

Und ein Modell der Stadt Astana, wie sie aussehen soll, wenn sie einmal fertig ist.


Lord Foster baut übrigens schon das nächste Großprojekt: einen riesigen Sport- und Vergnügungskomplex namens Khan Shatyry in Form eines riesigen Zelts. *schauder*

Freitag, 2. Mai 2008

Autofahren in Almaty

Almaty ist eine schöne Stadt. Zwar architektonisch eindeutig sowjetisch (wenn auch mit relativ vielen postkommunistischen Neubauten dazwischen), aber auch grün. Sehr grün. Grüner als Berlin. Wohin man auch sieht: fast überall, an jeder Straßenseite stehen Bäume. Das hat mir sehr gut gefallen. Nicht zu vergessen das Tienshan im Hintergrund.


Der Verkehr allerdings ist eine reine Katastrophe. Fast immer gibt es irgendwo Stau, und die Autos und fahren einfach, wie sie wollen. Was auf Almatys Straßen abgeht, ist schlimmer als Moskau, was wiederum schlimmer als Paris ist. (Die letzte Aussage kann Sabine bestätigen, den Rest müßt Ihr mir einfach glauben.)


Am schlimmsten war allerdings die Hochzeitsgesellschaft, die am Freitagabend die Straße nach Almaty hinein blockierte, indem zwei oder auch drei Autos dicht beisammen fuhren (wenn das dritte Auto mit im Bunde war, fuhr eben einer auf dem Seitenstreifen), so daß keiner vorbeikam. Wer dennoch die Frechheit besaß, überholen zu wollen, wurde gnadenlos abgedrängt oder zu riskantem Ausweichen über die ebenfalls stark befahrene Gegenfahrbahn genötigt. Der Höhepunkt war die Verfolgungs- und Abdrängfahrt mit einem Lexus, dem irgendwann das Überholen gelang. Ob das der Wagen war, den wir kurz darauf mit extrem qualmendem Motor am Straßenrand stehen sahen, während der Fahrer panisch den Ersatzkanister aus dem Kofferraum zog, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß die Kollegen den anderen Wagen als Lexus bezeichneten. Was auch immer das ist. Ein Auto vermutlich. ;-)
Natürlich war die ganze Aktion auch ziemlich gefährlich. Dennoch: für uns ausländische Journalisten, die wir von unserem Reisebus österreichischer Provenienz einen guten Überblick über das Geschehen vor uns hatten, war das Schauspiel besser als Kino!