Sonntag, 3. Januar 2010

Bücher 2009, Teil 12

108. Frank McCourt. "Die Asche meiner Mutter"
Autobiographisch. Frank McCourt beschreibt seine Kindheit in Irland vor und während des Zweiten Weltkriegs. Der Vater ist meistens arbeitslos, und wenn er doch mal Arbeit findet, versäuft er spätestens den dritten Wochenlohn gleich am Zahltag, so daß die Familie wieder mal kein Geld hat und er wieder rausgeschmissen wird. Ergreifende Schilderung einer Kindheit in Armut und Hunger.
109. Kazuo Ishiguro. "Was vom Tage übrig blieb"
Ein alternder Butler macht sich während seines ersten Urlaubs auf den Weg, um die ehemalige Haushälterin, deren Ehe gescheitert zu sein scheint, zur Rückkehr zu bewegen. Währenddessen läßt er sein Berufsleben Revue passieren, sinniert über Pflichten und Würde eines Butlers - und merkt gar nicht, daß er einer Lebenslüge hinterherläuft.
110. Erwin Strittmatter. "Der Laden" Zweiter Teil
Esau Matt besucht die "hoche Schule" in Grodk (Spremberg), doch er erzählt weniger vom Unterricht und den Lehrern, sondern vom Leben außerhalb der Schule: wie er jedes Wochenende zu Besuch zu seiner Familie nach Bossdom fährt, das Leben in der Familie seiner Gasteltern, Ausflüge, Freundschaften, und überhaupt die skurrilen Geschichten, die so wohl nur auf Dörfern und in Kleinstädten passieren können.
111. Henri-Pierre Roché. "Die beiden Engländerinnen und der Kontinent"
Die englischen Schwestern Anne und Muriel freunden sich mit dem jungen Franzosen Claude an. Aus der Anfangs geschwisterlichen Zuneigung wird allmählich Liebe: Claude verliebt sich in Muriel, die Mütter werden nervös, überreden das Paar zu einer Trennung. Muriel, die erst gar nicht in Claude verliebt war, ist es dann plötzlich doch, während Claude sich mit Anne zusammentut, die als Bildhauerin gleich mehrere Liebhaber hat. Im Grunde genommen geht es die ganze Zeit darum, daß Claude und Muriel sich einfach nicht entscheiden können. Langweilig.
112. Jonathan Franzen. "Die Unruhezone. Eine Geschichte von mir"
Wieder was Autobiographisches. Franzen schreibt über die Angst des Schülers vor dem "sozialen Tod", seine Schwierigkeiten, nach dem Tod der Mutter ihr Haus verkaufen zu müssen, seine Erfahrungen mit der Sprache Deutsch - und warum er so gerne Vögel beobachtet. Nett. Kann man so lesen.
113. A.N.Afanasjew. "Russische Volksmärchen"
Ein Buch, daß ich über Monate hinweg immer weiter gelesen habe. Mit den russischen Märchen ist es wie mit denen der Gebrüder Grimm: manche sind schön, manche weniger.
114. Thomas Quasthoff. "Die Stimme"
Unbedingt lesenswerte Autobiographie des von mir sehr geschätzten Sängers. Nicht nur die Geschichte, wie er es trotz seiner Behinderung als Contergan-Kind gegen alle Widerstände (und immer mit der absoluten Unterstützung seiner Familie) zur Weltkarriere und mehreren Grammys gebracht hat, ist toll, auch die Art, wie er sie erzählt: mit sehr viel Humor.

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