Samstag, 6. Dezember 2008

Piratenjagd

Ich finde die Sache mit den Piratenüberfällen vor Somalia ja schon spannend. Also nicht die Piraten an sich, sondern das Rumeiern, das unsere Regierung deswegen veranstaltet. Immerhin darf die deutsche Marine, die in den Gewässern eh schon Terroristen jagt, jetzt auch bedrohten Handels- und Kreuzfahrtschiffen zu Hilfe eilen. Und schon wird es wieder interessant. Unsere Jungs sollen nämlich "primär Piraterie verhüten" und nicht in erster Linie aktiv gegen Piratenschiffe vorgehen. Wie sinnvoll. Das ist genauso bescheuert, als wenn in Deutschland Bankräuber nur vertrieben, nicht aber festgenommen werden. Oder, eine noch schönere Vorstellung: die Polizei erfährt von einem Banküberfall (oder einem geplanten Terrorangriff - das ist ja das andere große Thema dieser Zeit), läßt die Bösewichte aber in Ruhe, solange sie nicht wirklich zuschlagen. Und hinterher werden sie dann wieder laufengelassen. Nee, nee, ich glaube, wir machen uns international gerade nach Kräften lächerlich.
Und dann ist da noch der Sprecher des Verteidigungsministeriums, der auf kritisches Anfragen der Opposition (es gibt tatsächlich intelligentes Leben in der FDP - der Abgeordnete Stinner hat sehr richtig festgestellt, man müsse die Piraten aber auch festnehmen und vor allem ihre Schiffe zerstören, denn: "Ein Pirat ohne Schiff sieht ziemlich dämlich aus.") beteuert: "Natürlich, wir treten mit einem robusten Mandat an, das geht bis zum aktiven Schuß".
So, und könnte mir jetzt bitte jemand erklären, was ein "passiver Schuß" ist?!

Kommentare:

mirco hat gesagt…

Nicht ärgern, nur wundern.

Ute hat gesagt…

Das sagst Du so leicht ...