*LMAO*
Mittwoch, 16. April 2008
Titelbild
*LMAO*
Dienstag, 15. April 2008
Arbeitsagentur live
Gestern hatte ich den langangekündigten Termin bei „meiner“ Arbeitsvermittlerin. Montagmorgen um 8:30 – Arbeitslose haben ja sonst nichts zu tun, da kann man ihnen auch zu unchristlicher Zeit einen Termin aufs Auge drücken.
Um 8:15 betrat ich den Warteraum bei der Akademikerberatung und traute meinen Augen kaum: irgendwann zwischen Ende November und jetzt hat sich da mal jemand erbarmt und ein paar Blümchen auf die Fensterbank gestellt! Wahnsinn! (Ansonsten ist der Raum noch genau so häßlich wie damals.) Abgesehen von einem Plakat, das über eine Jobmesse für Absolventen der Ingenieurwissenschaften informiert, war Lesestoff Fehlanzeige, aber ich hatte vorgesorgt und ein Buch dabei.
Ich setzte mich also hin und las weiter. Und las. Zwischendrin durfte ich mir eine Unterhaltung zweier leidgeprüfter Arbeitsvermittler anhören („Ich habe heute NUR Erstgespräche!“) und wartete weiter darauf, aufgerufen zu werden.
Irgendwann steckte eine Frau mal ihren Kopf durch die Tür, stellte fest, daß da wer sitzt (ich) und fragte, bei wem ich meinen Termin hätte. „Bei Frau XY.“ Der Kopf verschwand wieder. Auf dem Flur waren Schritte zu hören, Gemurmel, und dann betrat „meine“ Arbeitsvermittlerin den Warteraum. Dieselbe wie damals. Derselbe verwuschelte Haarschopf. Sie entschuldigte sich für die Verspätung und fügte hinzu, gerade von den Kollegen erfahren zu haben, daß das System abgestürzt sei, und jetzt müsse sie erst einmal ihren Computer hochfahren und nachsehen, ob sie überhaupt irgendwelche Informationen aus dem System bekommen könne, aber dann werde sie mich sofort holen. Sie verschwand, und ich warf einen Blick auf die Uhr: 8:45. Super. Was die wohl gesagt hätte, wäre ich zu spät gekommen?..
Gut fünf Minuten später war der Computer hochgefahren, die Dame hatte sich aus ihrem Anorak befreit und ich durfte endlich rein. Ich hatte Ausdrucke aller Bewerbungsschreiben dabei, dazu den Antrag auf Bewerbungskostenerstattung und eine Auflistung aller bisherigen Bewerbungen mit Zwischenstand. Das habe ich abgegeben. Kurz darüber gesprochen, daß ich gerade erst ein Vorstellungsgespräch hinter mir gehabt hätte. Mit Erstaunen stellte die Frau fest, daß ich ja schon relativ viele Vorstellungsgespräche gehabt hätte, prozentual gesehen. Aha.
So, und warum wollte die mich nun so dringend sehen? Weil der letzte Termin schon mehr als drei Monate her ist und sie mir sagen wollte, daß wir solche Gespräche künftig auch telefonisch führen könnten. Ich brauchte also nicht extra nach Neukölln rauszufahren. Ja, spinnen die jetzt komplett?!
Manchmal wünschte ich, ich wäre etwas aggressiver oder würde mich zumindest öfter mal trauen, den Leuten direkt zu sagen, was ich denke ... *seufz*
Sonntag, 13. April 2008
Samstag, 12. April 2008
Logisch!
"Die passen nicht!"
"Warum nicht?"
"Weil die für Jungs sind!"
Donnerstag, 10. April 2008
Symbolkraft
Illustriert war der Artikel mit dem NOVA usagi, dem häßlichen Kaninchen, Hasen oder was auch immer, das als Maskottchen meines japanischen Arbeitgebers fungierte und quasi omnipräsent war.

Provinz
Mittwoch, 9. April 2008
Erfreulicher Anruf
Dienstag, 8. April 2008
Sonntag, 6. April 2008
Neue Musik
Na ja, noch ein bißchen durchhalten, dann ist es vorbei. Und dann kommt das Deutsche Requiem von Brahms. :-)
Samstag, 5. April 2008
Licht und Wasser
Donnerstag, 3. April 2008
Entwöhnt
Tja, ob es nun was damit zu tun hatte, daß sie nicht mehr so ganz kalt war, weiß ich nicht, aber eines steht fest: ich könnte jetzt nicht sagen, was mir an dem Gesöff früher so gefallen hat ...
Sonntag, 30. März 2008
Freitag, 28. März 2008
Rückstand
Wegen des Streiks der letzten Wochen bin ich in diesem Monat auch kaum im Call Center zum Telefonieren und Leutebelästigen gewesen. Hin wäre ich wohl gekommen, die S-Bahnen fuhren schließlich noch, nur ist es von mir bis zur nächsten S-Bahn-Station doch ein ganzes Stück zu laufen, und das wollte ich mir abends nach halb zehn einfach nicht antun. Das hier ist schließlich nicht Japan. Die zwangsweise Abstinenz habe ich sehr genossen, zumal die Motivation zu dieser Arbeit immer mehr abnahm. Die Arbeitsbedingungen (Räumlichkeiten, Arbeitsgerät, Seriosität des Instituts etc.) sind zwar wirklich okay, aber das Telefonieren ist doch extrem langweilig. Gestern wurde die Unlust dann so extrem, daß ich nach längerem Überlegen gekündigt habe. Es reicht. Wirklich. Und da das bei denen von einem auf den anderen Tag geht, wachte ich heute morgen auf, freute mich über das fantastische Frühlingswetter und darüber, diesen Abend nicht im Call Center verbringen zu müssen. Das Leben ist schön. :-)
Mittwoch, 26. März 2008
Sonntag, 23. März 2008
Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht ...
Freitag, 21. März 2008
Der Rufer in der U-Bahn
Im Gang stehen ein Mann in den Vierzigern (mit Kinderwagen) und eine Frau in den Fünfzigern. Im Vorbeigehen höre ich zwangsläufig die Unterhaltung mit.
Mann (ruft): "Nein! An Pfingsten ist der Geist über die Jünger gekommen!!"
Frau: "Ach so."
Mann: "Ich komme mir hier ja schon fast wie ein U-Bahn-Prediger vor!"
Und er schiebt den Kinderwagen Richtung Ausgang, während die Frau verblüfft stehenbleibt.
Verpennt
Ich packe einen Sechserpack Eier in den Einkaufswagen und begebe mich auf die Suche nach Eierfarben. Nach erfolgloser Suche wende ich mich an einen Mitarbeiter.
"Entschuldigung, wo finde ich die Eierfarben?"
"Äh, tut mir leid, haben wir nicht. Haben wir dieses Jahr irgendwie total verpennt."
??!!
Dienstag, 18. März 2008
Fahrtkostenerstattung
Es begann damit, daß sämtliche angegebenen Telefonnummern auf sämtlichen Schreiben vom Amt nicht funktionierten. *PIIEEP* "Kein Anschluß unter dieser Nummer." Erst der Blick ins Telefonbuch half. Später erfuhr ich, daß alle anderen Nummern abgeschaltet wurden und das Amt seitdem nur noch unter 55 55 5 erreichbar sei. Das aber auch bundesweit. Aha. Grandiose Idee. *beißende Ironie*
Als ich endlich einen jungen Mann und nicht mehr die automatische Vertröstungsstimme an der Strippe hatte, teilte ich dem Amt mein Anliegen mit, welches auch sofort aufgenommen wurde. Im Prinzip funktioniert es noch genau so, wie vor einem Jahr in Bad Oeynhausen: ich kann die Fahrkarte direkt vom Amt bekommen, das Großkunde bei der Bahn ist und somit alles etwas günstiger bekommt.
"Dazu gehen Sie einfach zum Eingangsbereich und geben das Einladungsschreiben ab ..."
"Äh, ich habe keine schriftliche Einladung, das ging nur übers Telefon."
"Oh. Tja, dann wird das schwierig."
Warum habe ich eigentlich jedesmal, wenn ich mit dem Amt zu tun habe, das Gefühl, daß die da in einem Paralleluniversum existieren?! Die in Frankfurt wollten mir nämlich schon den Donnerstag vorschlagen, das wäre für eine schriftliche Einladung ein ganz kleines bißchen schwierig geworden. Und zu den anderen beiden Vorstellungsgesprächen wurde ich ebenfalls mündlich eingeladen. Da gab es nie was Schriftliches. (Außer den Absagen hinterher.)
"Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, daß ich ohne schriftliche Einladung da beim Empfang eine Fahrkarte bekomme?"
"Äh, eher gering."
"Welche Möglichkeit gibt es denn noch?"
"Sie können auch hinterher einen Antrag auf Fahrtkostenerstattung stellen."
"Gut, können Sie mir so was schicken?"
"Ja. Wie heißt denn der Arbeitgeber?"
Als das geklärt war:
"Haben Sie sich selbst um die Stelle bemüht?"
Fast hätte ich mit einem genervten "Natürlich!" geantwortet, aber wirklich nur fast.
Montag, 17. März 2008
Ausprobiert
Damit ging es mir wie seinerzeit mit dem Spargel: ich fand's eßbar, verstehe aber den Bohei nicht, der um das Zeugs gemacht wird. *schulterzuck*
Sonntag, 16. März 2008
Mitstreikende
Am Samstag hatte sich die Anzeigetafel dann endgültig dem BVG-Streik angeschlossen (war aber immer noch zweisprachig):
Ab morgen fahren Busse und U-Bahnen wieder. Gottseidank.
Mittwoch, 12. März 2008
Eine Welt im Wandel
Wir leben in einem Zeitalter des unerbittlichen Wandels, der sich schneller und radikaler vollzieht, als irgendeine frühere Generation sich dies hätte vorstellen können. Wir leben in einer erregenden Zeit der Verheißungen und frohen Hoffnungen auf die Zukunft. Die Geschichte schreitet jedoch mit einem Tempo fort, das uns zuweilen verblüfft und erschreckt. Was wir auch lernen, es ist veraltet, bevor wir es anwenden können. Jeder Tag bringt etwas Neues oder auch eine Krise.
Unsere Aufgabe ist es, diese sich wandelnde Welt zu verstehen und zu lernen, wie wir in ihr zusammenleben können, wobei wir unsere Kräfte nutzen müssen, um allgemeinen Wohlstand, nicht aber allseitige Zerstörung zu schaffen. Der britische Historiker Arnold Toynbee hat darauf hingewiesen, daß große historische Fortschritte stets das Ergebnis großer Herausforderungen sind, und daß nur solche Gesellschaften sich durchsetzen, die sich diesemDruck gewachsen zeigen. Der Wandel bildet sicherlich die große Herausforderung unseres Zeitalters, die Herausforderung, der wir gerecht werden müssen, wenn wir die Zukunft gewinnen wollen.
(Richard Burt, Deutschland und Amerika. Partner für eine Welt im Wandel. Herford: Busse Seewald, 1988, S. 19; Hervorhebung im Original)
Vor zwanzig Jahren wurde das geschrieben, und bis auf den Optimismus im zweiten Satz hat sich an der Bestandsaufnahme (soweit hier zitiert) nichts geändert. Hm...
Sonntag, 9. März 2008
Die Untertreibung der Woche
Der Nachrichtensprecher verließt die Meldung vom voraussichtlichen bzw. möglichen bzw. geplanten Streik der GDL ab Montag, der in Berlin auch die S-Bahnen betreffen würde. Und dann:
Wegen des gleichzeitigen Streiks der BVG müßten sich alle Verkehrsbeteiligten auf Behinderungen einstellen.(Nur zur Erinnerung: seit Mittwoch fahren überhaupt keine U-Bahnen und Straßenbahnen mehr, von den Bussen nur ein paar auf den wichtigsten Strecken. Das einzige öffentliche Verkehrsmittel, das bislang noch wie gewohnt gefahren ist, war die S-Bahn. Und ein paar Fähren.)
Schöne Fassade
Freitag, 7. März 2008
ITB 2008
Aufgrund meiner Erfahrungen mit der Grünen Woche hatte ich mir geschworen, dieses Mal nicht an jedem Stand Infomaterial mitgehen zu lassen, aber wie das mit guten Vorsätzen so ist ... Vor allem habe ich von dem Magazin, für das ich etwas schreiben durfte, ein paar Belegexemplare in die Hand bekommen, das gab schon mal ordentlich Gewicht, und dann lachte mich schließlich doch noch der eine oder auch andere Prospekt so freundlich an - und das Ende vom Lied war, daß ich mich wie schon auf der Grünen Woche in das große Heer der mit Infomaterial und neudeutsch sogenannten "Give-aways" Beladenen einreihte.
Weitere Eindrücke:
- Erstaunlich viele Menschen zogen kleine Köfferchen auf Rollern hinter sich her. Erinnerten mich irgendwie an Leute, die mit ihren Hunden Gassi gehen.
- Wenn eine eindeutig rein europäische Truppe am Stand von Qatar Airways südostasiatische Drachentänze aufführt - das ist wahres Multikulti.
- Strategisch aufgestellte Kioske oder Stände boten frisch gepreßten Orangensaft, Kaffee in Pappbechern oder Hotdogs in weichen Brötchen zu Messepreisen. Reichlich unverschämte Preise, aber was bleibt dem verhungernden und verdurstenden Besucher schon anderes übrig? (Im Medienzentrum konnte man zum selben Preis eine Bockwurst mit Brötchen und einen Milchkaffee bekommen. *g*)
- Mitarbeiterin eines Stands für Tierhotels: "Wir nehmen Hunde, Katzen, Vögel, Meerschweinchen, aber keine Pferde. Alles, was Sie in der Wohnung haben." Ich: "Stubenfliegen?.." Kurze Pause. "Wenn Sie die eingefangen kriegen ..." *lol*
Mittwoch, 5. März 2008
Freitag, 29. Februar 2008
Stöckchen
1. Nimm das nächste Buch in Deiner Nähe mit mindestens 123 Seiten.
2. Schlage Seite 123 auf.
3. Suche den fünften Satz auf der Seite.
4. Poste die nächsten drei Sätze.
5. Wirf das Stöckchen an fünf Blogger weiter.
Nein, ich habe jetzt nicht den Begriff "Nähe" etwas großzügiger definiert, um mal wieder mit meinen Fremdsprachenkenntnissen angeben zu können. Dieses Buch liegt tatsächlich auf dem kleinen Tischchen direkt neben meinem Computer. Es heißt "Свидание с Бонапартoм" (in der deutschen Übersetzung "Begegnung mit Bonaparte") und wurde von meinem Lieblingsdichter geschrieben.
Вообразите, мы жили бы с Вами, наверное, не хуже многих, и Вы, может быть, так никогда и не узнали бы, что я кого-то там люблю, кто даже и не догадывается об том – подумать только, какой вздор! – и кто неоднократно выражал мне свое презрение... Но, мой генерал, не в моих правилах держать камень за пазухой, а особенно если это касается Вас. Вот я рассказала Вам все, надеясь, что это нам помешать не должно, что мы просто забудем об нем, тем более что никаких реальных сигналов «оттуда» последовать и не может.
Aufheben darf das Stöckchen, wer mag. (Und vielleicht schafft der Patrick ja mit seiner Hilfe noch einen zweiten Eintrag für Februar 2008?.. ;-) )
Donnerstag, 28. Februar 2008
Kontaktwunsch
Ich möchte mit Ihnen über Ihr Bewerberangebot bzw. Ihre berufliche Situation sprechen.(Hat sich der Zwiebelfisch eigentlich schon mal mit dieser unsäglichen sprachlichen Konstruktion - ein Amt kann gar nicht in der ersten Person von sich reden - beschäftigt? Und wie steht es überhaupt mit der Kompetenz einer Behörde, die nicht einmal ordentliche Serienbriefe zu verfassen in der Lage ist? Na ja, zumindest die letzte Frage kann ich persönlich leicht beantworten ...)
Bitte bringen Sie Ihre bisherigen Bewerbungsschreiben mit.
(...)
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Agentur für Arbeit
Und wann will das Amt mich sehen? Am 14.04.2008.
*Ironiemodus an*
Das muß ja waaaaaahnsinnig wichtig sein.
*Ironiemodus aus*
Dienstag, 26. Februar 2008
Montag, 25. Februar 2008
Arm, aber sexy ...
Für das Finanzamt Schöneberg, dem ich heute einen Besuch abgestattet habe, sind beide Sätze nur teilweise zutreffend. Arm ja, sexy nein. Schlampe ja, lieben nein. Ein charmanter (*hüstel*) Bau aus den sechziger Jahren, der seit seiner Errichtung anscheinend auch nie wieder renoviert worden ist. Himmel, sieht das auf den Fluren gammelig aus! Nach einem Blick auf die vertrauenserweckenden Aufzüge habe ich mich daher auch spontan fürs Treppensteigen entschieden.
Was mache ich überhaupt auf dem Finanzamt? Zum einen wollte ich mir endlich mal die Vordrucke für die Steuererklärung 2007 abholen, zum anderen brauche ich eine Steuernummer, damit ich meine Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit auch ordnungsgemäß abrechnen kann (und damit die Herausgeber der Zeitschriften, für die ich was geschrieben habe, meine Honorare auch ordnungsgemäß buchen können).
Eins muß ich dem Amt aber lassen: sowohl die Pförtnerin als auch meine Sachbearbeiterin (mit der ich eine halbe Stunde vorher schon telefoniert hatte) waren beide sehr freundlich, hilfsbereit und machten einen kompetenten Eindruck. Weshalb ich diesen Besuch wesentlich angenehmer empfand als den bei der Arbeitsagentur. Da komme ich auch gerne mal wieder. ;-)
... und dann nichts wie raus nach Wannsee!
Ziemlich schnell hatten wir uns auf einen Besuch der Pfaueninsel verständigt. Nur hätten wir, als wir in Wannsee aus der S-Bahn stiegen, noch eine halbe Stunde auf den Bus warten müssen, der fast bis zum Fähranleger führt. Na ja, haben wir halt einen anderen genommen und sind an der "Pfaueninselchausee" ausgestiegen, denn, so sagten wir uns, würde die Straße bestimmt nicht ohne Grund so heißen. Die Annahme war richtig, nur sahen wir gleich das schöne Schild mit der Aufschrift "Pfaueninsel 2900 Meter". Hm. Egal, das Wetter war schön, Frühling lag in der Luft, und der Weg führte mitten durch den Wald. Und knapp drei Kilometer sind auch zu Fuß sehr gut zu bewältigen.
War auch wirklich ein schöner Spaziergang, nur auf die Pfaueninsel haben wir es dann doch nicht mehr geschafft. Die ist nämlich in den Wintermonaten nur bis 16:00 geöffnet, und wir waren kurz vor halb vier am Anleger. Das lohnte sich ja gar nicht! Also haben wir es für dieses Mal bei einem Blick auf die Insel belassen.
Kurzes Überlegen: was machen wir jetzt? Dann hatte Brigitte die Idee, wieder nach Wannsee zurück zu gehen bzw. dieses Mal den Bus zu nehmen, und dann mit der BVG-Fähre (die in unseren Monatskarten inbegriffen ist) zu fahren. Gute Idee.
Ich hatte dann auch noch eine: nämlich nicht am Anleger auf den Bus zu warten, sondern ein Stück zurückzugehen, und an der Bushaltestelle im Wald (mit dem schönen Namen "Rübezahlweg") zu warten. Mit dem würden wir dann erst zur Pfaueninsel (Endstation) zurückfahren, einfach sitzenbleiben und am S-Bahnhof Wannsee aussteigen. Soviel Zeit hatten wir noch, denn der Bus fährt nur einmal stündlich. Und meine Idee war wirklich gut: an der Pfaueninsel wollten so viele Leute zusteigen, daß der Bus beinahe wegen Überfüllung hätte geschlossen werden müssen. Aber wir saßen schon! *g*
Mit der Fähre sind wir von Wannsee kurz nach Kladow rübergefahren. Auf dem Oberdeck war es dann aber doch etwas frisch, und so wollten wir für die Rückfahrt (es war die letzte Fahrt des Tages) ins geheizte Unterdeck gehen. Nix da, der Fährmann warf uns einfach raus! Wir mußten uns für die Rückfahrt wieder anstellen (und froren daher wieder auf dem Oberdeck). So ein Quatsch! Und unfreundlich war der Kerl! (Typisch Berliner - hätte auch Busfahrer werden können.)
Die schöne Aussicht auf den Sonnenuntergang entschädigte aber ein bißchen.
Und weil's so schön ist, gleich noch ein Bild:
Samstag, 23. Februar 2008
Museumsabend, der zweite
Weil Brigitte sich letzte Woche gewünscht hatte, die Nofretete zu besuchen, war ich dieses Mal mit dem Wünschen dran. Also gingen wir ins Pergamonmuseum, so benannt nach dem großen Pergamonaltar.
Der nicht nur groß, sondern riesig ist. (Rauf kommt man übrigens leichter als wieder runter, weil die Stufen doch eine Idee zu groß für bequemes Treppensteigen sind, aber sobald ich meinen Rhythmus gefunden hatte, ging es doch. Und ansonsten hätte ich mich ja auch einfach am Geländer festhalten können.)
Das gewaltige Markttor von Milet wird gerade restauriert und ist nahezu vollständig eingerüstet. Da gab es leider kaum was zu sehen. :-(
Aber das babylonische Ischtar-Tor auf der anderen Seite strahlt in voller Pracht. Ein neues Wort habe ich auch gelernt: muschhuschschu (oder war es doch huschmuschschu?) ist das babylonische Wort für "Drache". Klingt eigentlich viel zu niedlich für so ein Ungetüm. ;-)
Die Sammlung des Museums für Islamische Kunst haben wir uns auch noch angesehen, aber danach war es erst einmal genug. Die zweite Hälfte des Museums ist ein anderes Mal an der Reihe. Aber nicht nächste Woche. Da habe ich am Montagabend schon was vor, deshalb lassen wir den Museumsbesuch ausfallen. Statt dessen wird telefoniert. Außerdem ist das Pergamonmuseum an dem Tag wegen einer internen Veranstaltung geschlossen.
Freitag, 22. Februar 2008
Worst case
:-o
Eingerahmt
Bitte freimachen
Dienstag, 19. Februar 2008
Ich kapier' das nicht!
Nun hatte ich den Rest der Woche einiges zu tun und auch nicht immer Lust, den Umweg zum Ku'damm zu machen (auch wenn es nur zwei U-Bahn-Stationen sind, aber es ist trotzdem die falsche Richtung). Heute habe ich mich endlich wieder aufgerafft. Reklamationen sollte man bekanntlich nicht ewig aufschieben.
Heute hat da ein anderer Mann gearbeitet. Er hörte sich meine Geschichte an, warf einen Blick auf den Kassenbon (den ich glücklicherweise noch nicht weggeschmissen hatte), und nahm ein kleines Gerät sowie den Originalschlüssel zur Hand. Mit dem Gerät baute er sozusagen das zum Schlüssel passende Schloß zusammen, probierte dann erfolglos, die Kopie hineinzustecken und warf diese dann in den Mülleimer. Daraufhin suchte er sorgfältig einen neuen Rohschlüssel aus, machte eine neue Kopie, probierte sie an dem provisorischen Schlüsselloch aus, und als der neue Schlüssel paßte, überreichte er mir beide Schlüssel und den Kassenbon. Danach fuhr ich erst einmal zur Arbeit.
Als ich dann vor gut einer Stunde nach Hause kam, habe ich sofort den neuen Schlüssel ausprobiert. Er paßt nicht! Er geht nicht ins Schloß rein!
Ich kapier' das einfach nicht!!!!
Freitag, 15. Februar 2008
Warnung vor dem Hund
Besuch bei einer alten Dame
Die Nofretete. Uralt und gut erhalten.
(Und nachdem ich sie jetzt gesehen habe, kann die Büste Ägypten wieder zurückgegeben werden, da gehört sie schließlich hin. Und in Berlin sollen sie dann halt eine Kopie aufstellen. Dem durchschnittlichen Museumsbesucher würde der Unterschied eh nicht auffallen.)
Nächste Woche steht das nächste Museum auf dem Programm. Welches, haben wir noch nicht entschieden.
Donnerstag, 14. Februar 2008
Späte Erkenntnis
Hat der Mann wirklich nicht gewußt, mit wem er sich da einläßt? Kritische Stimmen ("Leni Riefenstahl von Peking") hatte es ja schon vorher gegeben.
Abgehört
An einem Tisch saßen zwei junge Frauen. Im Vorbeigehen konnte ich einen Teil ihres Gesprächs auffangen:
"Wußtest du, daß Abtreibungen Geld kosten?"
Das versprach interessant zu werden, aber ich konnte ja jetzt schlecht direkt neben dem Tisch stehenbleiben. Zu auffällig. ;-)
Außerdem mußte ich wieder zur Arbeit.
Dienstag, 12. Februar 2008
U-Bahn-Musikanten
Aber dem Typen, der sich heute abend in "meinen" U-Bahn-Waggon stellte und erfolglos zu Gitarrengeschrammel (wie ich es wirklich besser hinkriegen würde) einen Beatles-Song zu singen versuchte, hätte ich am liebsten einen Euro dafür hingeschmissen, daß er mit dem Gejaule wieder aufhört. *ohrenzuhalt*
Samstag, 9. Februar 2008
Ausgesperrt
Vor einigen Monaten hatte ein Zettel an der Eingangstür geklebt: einer der Hausbewohner, ein freundlicher Rentner, teilte mit, das Schloß habe repariert werden müssen, weswegen einige Schlüssel, v.a. solche, die selbst Kopien waren, möglicherweise nicht mehr passen würden. Man solle sich in dem Fall bitte an ihn wenden. Was ich dann gestern, mit einigen Monaten Verspätung, auch getan habe. Nicht, ohne den Schlüssel vorher noch einmal am Schloß auszuprobieren. Wieder mit demselben Ergebnis, allerdings der zusätzlichen Erkenntnis, daß ich mit dem Schlüssel das Schloß von innen sehr wohl noch auf- und zuschließen kann. Sehr merkwürdig, das Ganze. Fand der Nachbar auch, aber glücklicherweise hatte er noch einen Schlüssel, den er mir überlassen konnte. Jetzt komme ich wieder rein.
Freitag, 8. Februar 2008
Gaga
Obwohl Quarks viel zu klein sind, als dass sie eine Farbe, einen Geschmack oder irgendeine andere erkennbare physikalische Eigenschaft haben könnten, gruppierte man sie in sechs Kategorien: up, down, strange, charm, top und bottom. Die Physiker bezeichnen diese Gruppen seltsamerweise als "Geschmäcker" (flavors) und unterteilen sie nochmals in drei "Farben": rot, grün und blau. (Die Begriffe wurden in Kalifornien zur Zeit der psychedelischen Drogen geprägt - man hat den Verdacht, dass dies kein Zufall war.)In letzter Zeit habe ich mich interessehalber durch ein Astronomie- und Astrophysiklehrbuch gequält (man hat ja sonst nix zu tun), und bin auf den letzten Seiten, wo ebenfalls die Quarks (sehr kurz) abgehandelt werden, auf folgenden Satz gestoßen:
Mesonen bestehen aus 2 Quarks mit Farbe und Antifarbe.
Was muß man schlucken, um solche Theorien zu entwerfen?!
Dienstag, 5. Februar 2008
Guter Start
- Am Vormittag habe ich fleißig geschrieben und zwei kurze Artikel fast druckreif zustande gebracht. (Heute habe ich nochmal drüber geschaut und sie dann abgeschickt.)
- Im Call Center warf ich meinen Mantel schwungvoll über die Stuhllehne - da rollte mir plötzlich eine Kamelle über den Sitz. Upps! Die werde ich wohl vorgestern beim "Karnevalsumzug" "aufgefangen" haben ... :-)
- Gleich der zweite Anruf wurde zum Interview. Das ging schnell! Aber auch nur, weil ich der Dame am Telefon gesagt hatte, es sei auch in zehn statt fünfzehn Minuten zu schaffen, wenn man es zügig angehen läßt - was allerdings nur bei entsprechender Mitarbeit des oder der Befragten geht. Wenn die ewig überlegen und mir zwischendurch noch ihren Lebenslauf erzählen müssen, klappt das natürlich nicht. Nun, in dem Fall ging es tatsächlich flott, und als ich dann am Ende munter sagte "Sehen Sie, jetzt haben wir es doch in nur zehn Minuten geschafft", bekam ich ein "Na, Sie waren aber auch spitze!" zur Antwort. :-))
- Eine Stunde vor Schichtende wurde ich von der "Feldleitung" zum Feedbackgespräch gebeten. Da wurde mir mitgeteilt, daß ich nur knapp an der Bestnote vorbeigeschrammt sei (*strahl*), was für Anfänger eigentlich ungewöhnlich sei (den letzten Teil der Aussage werde ich aber wohl noch mal in vorsichtigen Gesprächen mit den Kollegen verifizieren ;-) ). Jedenfalls sei meine Motivation sehr gut (ja, Motivation kann ich mittlerweile sehr gut und glaubhaft vortäuschen ;-) ), nur sollte ich wirklich die Fragen vollständig vorlesen und nichts weglassen wie bisher. Aha. Und was habe ich sträflicherweise weggelassen? Die genaue Erklärung der Bewertungsskala, wie sie in der Frage steht. Aha. Na, da kann ich auf die Bestnote verzichten. Wenn die Skala von 0 bis 10 eh immer gleich ist und ich merke, daß die Befragten sie schon bei der zweiten Frage endgültig begriffen haben, dann erkläre ich die Skala eben nicht zum zehnten Mal. § 9 Rheinisches Grundgesetz: Wat sull dä Quatsch?
Montag, 4. Februar 2008
Karneval in Berlin
Viele Kamellen wurden geworfen, sehr zur Freude der zahlreich anwesenden Kinder. Die Jecken auf den Wagen allerdings sahen nicht unbedingt fröhlich aus. Na ja.
Ich komme aus Ostwestfalen und bin evangelisch, somit habe ich schon fast naturgemäß mit Karneval nix am Hut und war von dem Spektakel insgesamt unbeeindruckt.
Die Ex-Kollegin allerdings kommt aus der Eifel, hat mit Karneval sehr viel am Hut und war schwer enttäuscht: keine richtigen Karnvevalslieder, kaum Fußtruppen, und überhaupt.
Aber immerhin war richtig schönes Wetter.
Samstag, 2. Februar 2008
Arbeitsmoral
"Ja, könn'se machen."
"Wann paßt es Ihnen denn am besten?"
"Vormittags, so um 10."
"Hm, das ist für uns nicht so günstig, weil wir erst ab 17 Uhr anrufen."
"Nö, das ist mir zu spät! Da hab' ich Feierabend, da will ich meine Ruhe haben!"
Mittwoch, 30. Januar 2008
In der Marktforschung
Erwähnt hatte ich es schon: ich habe mich bei einem unabhängigen Marktforschungsinstitut als Telefoninterviewerin beworben. Vor zwei Wochen war ich zur Vorstellungsrunde dabei. Die findet immer Mittwochs statt. Ein paar Interessierte waren da zusammengekommen und bekamen etwas über das Unternehmen erzählt. Hat mich stark an das Vorstellungsgespräch für Nova erinnert. Da gab es auch erst einmal einen zweistündigen Vortrag über die Firma. Uns selbst mußten wir nicht vorstellen, lediglich einen Lebenslauf mit Foto hatten wir mitbringen sollen. (Gut, das war bei Nova dann schon anders.) Wer wollte, durfte dann gleich am Freitagnachmittag zur Schulung kommen. Da hatte ich allerdings schon eine Verabredung und habe mich für die Schulung in der Woche darauf angemeldet. Also letzten Freitag. Insgesamt machte alles einen seriösen Eindruck (da wird am Telefon nichts verkauft, sondern es geht wirklich nur um Marktforschung), und da ich das Geld gut gebrauchen kann ...
Am Freitag waren wir dann eine nette Gruppe von neun Leuten, die erst einmal eine theoretische Einführung in die Arbeit erhielt. Wer sind die Kunden, was sind das für Befragungen, wie ist die Arbeitsweise, wie spricht man mit den Leuten am Telefon, was für Argumente gibt es für die Teilnahme an so einer Kundenbefragung.
Anschließend ging es zur praktischen Schulung an die Computer. Wie loggt man sich ein? Wie funktioniert das Programm? Eigentlich ganz einfach. Die Fragebögen sind alle online, ein Dialer wählt Telefonnummern, die z.B. von den Unternehmen für die Kundenbefragung zur Verfügung gestellt worden sind, und dann klickt man sich als Interviewer so langsam durch den Fragebogen. Bzw. man gibt ein, daß der Angerufene am Interview nicht teilnehmen will (warum?) oder, wenn es gerade zeitlich nicht paßt, wann die betreffende Person Zeit hat, so daß der Computer die Nummer dann noch einmal wählt. Die verschiedenen Varianten haben wir dann in einer Trockenübung durchgespielt. Jeder Fragebogen hat eine Testvariante, mit der auch wir Interviewer die Fragen und Antwortmöglichkeiten einmal durchgehen können, bevor der Fragebogen am lebenden Objekt durchgespielt wird. Das ist schon ganz sinnvoll, denn mich haben schon ein paar Leute gefragt, was für Fragen wir denn da überhaupt stellen würden, und dann sollte man besser eine Antwort parat haben. Das alles schien sehr einfach zu sein (dieser Eindruck hat sich inzwischen auch bestätigt).
Ich hatte keinen Augenblick lang das Gefühl, bei einer dubiosen Firma gelandet zu sein. Den anderen ging es ebenso. Ein kleines Handicap gab es allerdings: gerade an dem Tag funktionierte die Internetleitung nicht so, wie sie eigentlich sollte. Irgendwann stürzten die Computer der Reihe nach ab, und dann war es das mit dem praktischen Training. War aber nicht so schlimm, denn das wichtigste hatten wir schon durchgenommen. An unserem jeweils ersten Einsatztag sollten wir einfach eine Viertelstunde eher kommen, um den Rest (wie breche ich ein Interview ab) kurz durchzugehen.
Gestern war dann mein großer Tag (haha). Drei Neulinge saßen ganz in der Nähe der Aufsicht, falls es Probleme geben sollte, was aber zumindest bei mir nicht der Fall war. Und am nächsten Tag sowieso nicht.
Es ist wirklich einfach. Es erinnert mich teilweise sehr an die Arbeitsweise bei Nova in Japan, nur daß dieses Interviewen dann doch noch um einiges geistloser ist. Dafür sprechen der Computer und ich dieselbe Sprache (Deutsch). Und die vier Stunden gehen wirklich schnell vorbei.
Eigentlich sollte der Dialer im Programm Anrufbeantworter und ähnliches erkennen und gar nicht zu uns durchstellen, aber irgendwie hatte ich doch ziemlich viele elektronische Anrufhilfen am Apparat. Macht nichts, dann klickt man auf „Anrufbeantworter“, lehnt sich gemütlich auf dem Stuhl zurück und wartet, bis der Dialer eine neue Nummer gewählt hat. Ehrlich gesagt, sind mir die Anrufbeantworter am liebsten – dann muß ich nämlich nichts sagen. ;-)
Dann gibt es natürlich noch die Leute, die sofort entnervt auflegen, noch bevor ich mein Begrüßungssprüchlein beendet habe:
"Guten Abend, mein Name ist Ute von XY Marktfor-"
*Klick*
Neuer Versuch.
Am besten gefallen hat mir ein Herr gestern abend: „Na, dann legen Sie einfach mal los, damit Sie auch ein Erfolgserlebnis haben, wenn Sie schon so spät noch arbeiten müssen.“
That’s the spirit!
Und dann war da noch die ältere Dame, die sich heute bitterlich bei mir darüber beklagte, daß sie mindestens zweimal täglich solche Anrufe bekomme, sie das gar nicht wolle und dann meistens doch gesagt bekomme, daß sie als Rentnerin leider schon zu alt für die Teilnahme an der Umfrage wäre. Da habe ich einmal unauffällig nach links und rechts gekuckt und ihr empfohlen, sich auf die Robinson-Liste eintragen zu lassen. Da war die Gute total baff, denn davon hatte sie noch nie was gehört. Fand das aber natürlich toll. „Und wo kann ich das machen lassen?“ „Das kann ich Ihnen leider auch nicht sagen, ich weiß nur, daß es diese Möglichkeit gibt. Am besten, Sie erkundigen sich mal bei einer Verbraucherschutzorganisation, die können Ihnen da bestimmt weiterhelfen.“ Hey, mich nerven diese Anrufe ja auch!
Samstag, 26. Januar 2008
Bittere Erkenntnis
Das Kulturkaufhaus ist klasse. So eine riesige Auswahl an Büchern (und CDs. Und DVDs) habe ich bislang noch nicht gesehen. Und schon gar nicht so eine gute Auswahl an guten Büchern. Der Laden ist ein Traum.
Nun hatte ich gar nicht vor, irgendetwas zu erwerben (gut, habe ich vorher meist auch immer gehabt ...), da ich momentan etwas aufs Geld achten muß. Aber ab und an muß ich einfach in einen Buchladen gehen und das Angebot inspizieren.
Und während ich so durch die Etagen schlenderte, das eine oder andere Buch in die Hand nahm und neugierig/interessiert/sehnsüchtig darin blätterte, überkam mich plötzlich die bittere Erkenntnis:
Zur Zeit hätte ich jede Menge Zeit, die ganzen Bücher zu lesen, habe aber keine Arbeit und folglich kein Geld, sie mir zu kaufen. Hätte ich jedoch Arbeit und damit das Geld, mir die ganzen Bücher zu kaufen, hätte ich gar keine Zeit mehr, sie zu lesen!
Das Leben ist sooooo ungerecht!!
Montag, 21. Januar 2008
Impressionen von der Grünen Woche
Am besten haben mir natürlich die Ausstellungen fremder Länder gefallen. Diese Miniversion eines tunesischen Basars zum Beispiel (hier ohne Fressalien im Blickfeld).
Hochinteressant war das. Aber auch: heiß, laut und voll. Die anwesenden Vertreter alter Nutztierrassen lagen nur noch völlig apathisch in ihren kleinen Verschlägen und ließen die zahllosen Zweibeiner an sich vorbeiziehen.
Donnerstag, 17. Januar 2008
Beckstein live
Ein Bekannter hatte keine Zeit, und so kamen die Ex-Kollegin und ich an zwei Eintrittskarten zum gestrigen Neujahrskonzert der Bayerischen Landesvertretung in Berlin. Im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt sangen die Regensburger Domspatzen geistliche und weltliche Musik. Schön war’s.
Aber bevor die „Buben“ singen durften, mußte das Publikum erst noch einige Politikeransprachen über sich ergehen lassen. Zuerst war der Gastgeber des Abends an der Reihe, der Bayerische Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten Dr. Markus Söder. Besonders bemerkenswert fand ich seine Rede nicht. Ein paar nette Worte zur Begrüßung, ein paar Zitate aus Lobeshymnen über die Domspatzen. Das aus meiner Sicht einzig Erwähnenswerte war die Äußerung, Frau Marga Beckstein befinde sich wegen einer Verspätung der Lufthansa noch in der Luft, und da sollte Bayern vielleicht über die Gründung einer eigenen Airline nachdenken, die dann eine „Air Force One“ für den Ministerpräsidenten stellen könnte.
Danach war Beckstein höchstpersönlich an der Reihe. Den üblichen Begrüßungsfloskeln folgte eine weitere Laudatio auf die traditionsreichen Regensburger Domspatzen, die 54 „Buben“, die nicht nur wie die Engel sängen, sondern auch insgesamt wahre Engel seien. Was ein ausgezeichneter Beweis für die Qualität des Bayerischen Schul- und Bildungssystems sei. Was vom Publikum wiederum mit lautem Gelächter quittiert wurde. Fast hatte man den Eindruck, die anwesenden (Ur- und Neu-)Berliner lachten den obersten Repräsentanten des innerdeutschen Auslands aus ...
Der jedoch machte tapfer weiter und lobte die Tradition des Knabenchores, den es schon seit über tausend Jahren gibt (wußte ich auch noch nicht). Seinen Weltruhm verdanke er „nur“ den letzten drei Domkapellmeistern: Theobald Schrems (1924-1963), Georg Ratzinger (1963-1994) – „Georg Ratzinger, der Bruder Ratzinger, der Bruder des Papstes“ (bei diesen Worten mußte er so stark grinsen, daß ich fast schon ein „Wir sind Papst“ oder einen Kniefall des vor Ehrfurcht und Stolz erzitternden Ministerpräsidenten erwartete, aber man kann ja nicht alles haben) – und schließlich dem aktuellen Amtsinhaber, Roland Büchner, der seit 1994 den Chor leitet. An ihn richtete Beckstein die Aufforderung, bitte noch weitere sechzehn Jahre im Amt zu bleiben, weil die Epoche dieser drei hervorragenden Domkapellmeister dann genau hundert Jahre gedauert haben werde. 2024 sei Büchner 70 Jahre alt, das könne man schaffen. Natürlich sei diese Bitte nicht uneigennützig.
Klar. Ich tippe auf geheime Pläne, das Rentenalter auf 70 Jahre anzuheben. ;-)
Montag, 14. Januar 2008
Statusbericht
Die Bewerbungen auf reguläre Stellen laufen natürlich weiter, auch wenn es da insgesamt wenig Angebote gibt. Aber wie sagte schon die Personaltrainerin beim Bewerbungsseminar im vergangenen April: lieber Klasse als Masse.
Am vergangenen Wochenende wurde prompt wieder eine Stelle ausgeschrieben, die derjenigen ähnelt, für die ich im Dezember vorgesprochen hatte. Vor knapp drei Stunden kam der Anruf: morgen um 14:00 bin ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Bitte wieder alle kräftig Daumen drücken!
Sonntag, 13. Januar 2008
Nachricht aus Absurdistan
Das erneute Schreiben des Amts bestand aus einem dieser charmanten Multiple-Choice-Vordrucke, bei denen das Betreffende nur noch angekreuzt werden muß:
Hörerstreit
Vor ein paar Tagen ging es aber um ein sehr interessantes Thema, nämlich die seit 1. Januar geltende Vorratsdatenspeicherung. Die Frage an die mitteilungsbedürftigen Zuhörer lautete: „Fühlen Sie sich in Ihrer Privatsphäre bedroht?“
Die Meinungen waren durchaus gemischt, aber überwiegend meldeten sich Leute zu Wort, die das alles gar nicht so schlimm wenn nicht sogar in Ordnung finden. Da gab es das Argument, mit dem sich schon ein gewisser Herr Schäuble vor einigen Monaten im Zusammenhang mit dem sogenannten Bundestrojaner in der Blogosphäre lächerlich gemacht hat („Ich fühle mich nicht bedroht, denn ich habe ja nichts verbrochen.“).
Wirklich erschreckend fand ich die beiden Anrufer, die beide erklärten, man fühle sich davon überhaupt nicht bedroht, schließlich habe man schon die DDR überlebt, und da sei alles viel schlimmer gewesen. Hallo?!
Da war der nächste Anrufer direkt erfrischend, ein älterer Herr, der sich hörbar darüber aufregte, daß das Jahr schon eine Woche alt ist und es am Vormittag auf dem Finanzamt immer noch keine Vordrucke für die Steuererklärung gegeben, und das sei einfach ein Skandal, diese ewige Unfähigkeit der Behörden usw. usf. :-)
Montag, 7. Januar 2008
Vogelflug
Und so standen gegen vier Uhr nachmittags drei erwachsene Menschen (von mir errechnetes Durchschnittsalter: 47,3333333 Jahre) auf dem Balkon und versuchten, zwei Origamivögel fliegen zu lassen ...
Merke: man ist nur so alt, wie man sich fühlt!
Donnerstag, 3. Januar 2008
Déjà-vu
2008

Die Idee dahinter ist folgende: jeden Tag faltet man eine neue Figur. Die Anleitung steht auf dem aktuellen Kalenderblatt, und zum Falten benutzt man das Blatt des Vortages. Bis jetzt sind auf meinem Tisch versammelt: ein Pinguin, ...

... eine Nachtigall ...

... und ein Schlitten.





