Freitag, 1. Mai 2009

Bücher 2009, Teil 4

Im April ging es nahtlos mit diesen Büchern weiter:

29. Kenzaburō Ōe. "Der atemlose Stern"
Der letzte Teil der "Grüner Baum in Flammen"-Trilogie. Satchan hat die Kirche vom "Grünen Baum in Flammen" erst einmal verlassen und entdeckt, während sie eine Abhandlung über Augustinus liest, ihre Sexualität. Doch als sie von einem brutalen Überfall auf Bruder Gii erfährt, kehrt sie zurück in das Tal auf Shikoku. In der Kirche haben sich mittlerweile zwei Fraktionen gebildet: zum einen die alten "Mitglieder" der Waldjugend, zum anderen die neuen Mitglieder, die sich um die drei Inō-Brüder scharen. Beide Gruppen haben ihre Vorstellung vom "Erlöser" Bruder Gii, und es kommt zu Spannungen. Gleichzeitig nehmen die Angriffe von draußen aus der Presse zu, zumal die Inō-Brüder eine Art Wachtrupp aufstellen, der Fremden den Zutritt verwehrt. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen kommt es zur Spaltung, als die drei Brüder von Bruder Gii verlangen, sich definitiv als Erlöser zu erkennen zu geben. Doch Bruder Gii verweigert sich dieser Rolle. Natürlich ist auch dies ein sehr philosophischer Roman, in dem außer Augustinus auch viel über Dante, Simone Weil und Yeats nachgedacht wird.

30. Alexander Puschkin. "Die Hauptmannstochter"
Hatte ich schon mal auf Russisch gelesen. Eine spannende Powest über den Pugatschow-Aufstand unter Katharina der Großen. Der junge Pjotr Andrejewitsch Grinjow tritt seinen Militärdienst in der Festung Belogorodskaja im Orenburger Gebiet an. Viel Zerstreuung gibt es nicht, doch der junge Offizier wird ein gerngesehender Gast im Haus des Hauptmanns Mironow und seiner Familie. Bald verliebt er sich in die einzige Tochter des Hauptmanns, Maria Iwanowna, und macht ihr einen Heiratsantrag. Die Idylle wird gestört, als die Truppen Pugatschows die Stadt erobern. Pjotr Andrejewitsch entgeht im letzten Moment der Hinrichtung, wird von Pugatschow begnadigt und darf die Stadt unbehelligt entlassen. Auf Umwegen kann er schließlich auch seine Verlobte aus der Stadt befreien, doch aufgrund der Verleumdung eines von den Regierungstruppen gefangengenommenen Überläufers wird er eingekerkert. Maria Iwanowna fährt schließlich alleine nach St. Petersburg und bittet die Zarin um Gnade. Happy end.

31. Ian Rankin. "Wolfsmale"
Der 3. Fall von Inspektor Rebus. (Ich weiß, ich lese die Bücher ziemlich durcheinander, aber ich muß schließlich darauf Rücksicht nehmen, was gerade in der Stadtbücherei verfügbar ist.) Viel dazu sagen muß ich, denke ich, nicht mehr - einfach nur spannend. In London geht ein irrer Serienmörder um, und da Inspektor Rebus selbst einmal einen Serienmörder dingfest gemacht hat, hält man ihn in London für einen Experten und hat ihn zur Unterstützung angefordert. Natürlich schafft Rebus es wieder einmal, zielgenau in einige Fettnäpfchen zu treten, aber letztendlich hat er die entscheidenden Ideen (und Unterstützung durch eine junge Psychologin), die zur Auflösung der Morde führen - Verfolgungsjagd rund um Trafalgar Square inklusive.

32. Ian Rankin. "Ehrensache"
Rebus' 4. Fall. Was sollte ich machen? Zwei Romane in einem Band; natürlich lese ich sowas gleich hintereinander weg. Dieses Mal hat ein beliebter Abgeordneter gewaltige Probleme. Erst wird er bei einer Razzia in einem Edelbordell erwischt, dann wird kurz darauf seine Frau ermordet aufgefunden. Genauso packend und spannend wie die anderen Krimis aus der Feder von Rankin, die ich bis jetzt gelesen habe. Absolut empfehlenswert.

33. Minette Walters. "Der Schatten des Chamäleons"
Diese Frau schreibt einfach gute, spannende Krimis. Hier wurde ein junger Offizier der britischen Armee bei einem Anschlag im Irak schwer verwundet. Das Gesicht ist für immer entstellt, und seine Persönlichkeit scheint sich auch verändert zu haben. Aus dem offenen, beliebten, freundlichen Mann ist ein verschlossener Eigenbrötler geworden, der zunehmend aggressiv wird. Als er in einem Pub mit einem anderen Mann aneinandergerät, wird die Polizei auf ihn aufmerksam. Die sucht nämlich gerade einen Serienmörder, und der junge Mann war zufällig immer dann in London, wenn gerade ein Mord verübt wurde, und auch sonst deuten immer mehr Indizien auf ihn hin. Wie gesagt: spannend.

34. Theodor Fontane. "Fünf Schlösser"
Dieses Buch wird als fünfter Band zu den "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" gezählt, aber eigentlich hatte Fontane es gesondert angelegt. Seine Begründung: bei den "Wanderungen" wurde wirklich gewandert. Er beschreibt - wie anhand des Titels unschwer zu erraten - fünf Schlösser bzw. Herrenhäuser in der Mark Brandenburg: Geschichte des Hauses und seiner Bewohner. Weil die wiederum nicht völlig unabhängig von der Landesgeschichte betrachtet werden kann, gibt es auch immer wieder Wissenswertes über die Geschichte Brandenburgs und später Preußens insgesamt. Keine trockene Ansammlung von Daten und Fakten, sondern anschaulich beschriebene Geschichte. Macht Lust auf mehr, zumal es ja nie schlecht ist, etwas über die Geschichte der Gegend zu wissen, in der man lebt.

35. John Updike. "Landleben"
Nachdem Updike kürzlich gestorben ist und die FAZ voll mit Nachrufen war, mußte ich einfach mal was von diesem Autor lesen. Owen, 70 Jahre alt, lebt mit seiner zweiten Frau Julia in einer Kleinstadt in Massachusetts und blickt auf sein Leben zurück. Genauer: seine Frauen und seinen beruflichen Werdegang. Erste Freundin, dann das Studium der Elektrotechnik am MIT, wo er auch seine erste Frau (Phyllis) kennenlernt, eine kurze Phase des Lebens in Manhattan, während er bei IBM arbeitet und seine Frau die ersten beiden Kinder bekommt, der Umzug in eine Kleinstadt in Connecticut, wo er mit einem Kollegen eine Computerfirma gründet (bald erfolgreich), verschiedene Geliebte und schließlich das endgültige Scheitern der Ehe, nachdem er Julia kennenlernt. Unterhaltsam und interessant geschrieben. Ich fand es noch aus einem anderen Grund sehr faszinierend: letztes Jahr habe ich mal "Frauen" von Marilyn French gelesen, und während des sehr langen Teils über das Zusammenleben mit seiner ersten Frau hatte ich das Gefühl, die Geschichte aus "Frauen" mit anderen Protagonisten und aus männlicher Sicht zu lesen.

Donnerstag, 30. April 2009

Durchblick benötigt ...


... darum nutze ich den morgigen Feiertag und fahre morgen mal raus. Es gibt viel zum Nachdenken. Das Wetter soll ja auch super werden. :-)

Mittwoch, 29. April 2009

Buchhaltungstag

Nach zwei Tagen gefühlter Verunsicherung ging es heute um die Grundlagen der Buchhaltung. Also um was ganz Wichtiges und etwas, mit dem ich eigentlich auch nie (nie!) was zu tun haben wollte.
Meine Eltern werden sich sicher freuen, folgenden Satz zu lesen: Das war tatsächlich interessant.

Dienstag, 28. April 2009

Halbzeit

Zwei der vier Tage vom Existenzgründerseminar sind schon rum. Gestern ging's ums Gründen an sich, die Gründungsidee, die Gründerpersönlichkeit, Anmeldung und so was. Heute war Marketing an der Reihe. Wahnsinn, was man bei so was alles bedenken muß. Manche Ratschläge klingen allerdings besser als sie sind. Z.B. das mit der Vorsteuererstattung. Ist ja schön und gut, daß man gerade in der Anfangszeit durch Betriebsausgaben da monatlich Geld vom Finanzamt erstattet bekommt, als man selbst an Umsatzsteuer zahlen muß - aber man muß auch erst mal das Geld haben, um Betriebsausgaben zu tätigen.
Ich bin froh, daß ich mich endlich dazu aufgerafft habe, so ein Seminar zu besuchen, denn mit dem Gedanken an eine Selbständigkeit trage ich mich jetzt auch schon seit letztem Sommer. Nur habe ich immer mehr Zweifel. Ideal für mich wäre es wirklich, Teilzeit irgendwo angestellt zu sein und in der restlichen Zeit freiberuflich zu arbeiten. Daß man dann aber auch zweimal Krankenkasse zahlt, war mir neu. Und aus ALG II heraus zu gründen ist auch doof. Da darf man nur 100 Euro Gewinn machen, bis 800 Euro Gewinn darf man nur 20 % behalten, bis 1.200 Euro Gewinn darf man nur 10 % behalten. Gut, Gewinn ist nicht gleich Umsatz, sondern Umsatz minus Betriebsausgaben. Und klar, das ist aus Steuermitteln finanziert, und daß es da Grenzen beim Verdienst geben muß, sehe ich ja ein - aber bei Gründern? Die selbst versuchen, aus der staatlichen Abhängigkeit zu gelangen? Vom Gewinn muß ich ja irgendwann auch mal leben können, und Miete, Kleidung und Lebensmittel zählen nun mal nicht als Betriebsausgaben. Die muß ich irgendwann selbst erwirtschaften. Wenn ich aber nur 100 Euro Gewinn machen darf, und das auch Monat für Monat vom Amt abgerechnet wird und nicht, wie bei Selbständigen üblich, als Durchschnitt (im Januar hab' ich viel verdient, im Februar kaum was, aber mit dem Gewinn aus dem Januar paßt das schon) - welchen Anreiz habe ich da denn, mehr als unbedingt nötig zu erwirtschaften und erst mal beiseite zu legen, um ein kleines Polster zu haben, wenn das Gründungsgeld wegfällt?! Großer Mist ist das.
Wie gesagt, ich bin mir momentan gar nicht mehr so sicher ... :-(

Sonntag, 26. April 2009

Langer Weg

Heute ist also der große Tag des Volksentscheids. Nach dem Früstück habe ich mich daher auf den Weg zum Abstimmungslokal gemacht, welches sich in einer Grundschule befindet, die wiederum gut einen Kilometer Fußweg von meiner Wohnung entfernt ist. Ist ja an sich kein Problem, ich gehe ja gerne zu Fuß. Nur kam ich auf dem Weg dorthin an zwei anderen Abstimmungslokalen vorbei, das eine davon in der Schule, die direkt gegenüber von dem Haus steht, in dem ich wohne. :-o

Freitag, 24. April 2009

Gut geschätzt

In der heutigen Klassikbörse vom rbb Kulturradio gewann mit großem Abstand das Klavierkonzert "Tirol" von Philip Glass. Fand ich gut, denn der vor der Wahl angespielte Ausschnitt des Konzerts klang wirklich sehr schön, der Komponist sagte mir nicht viel, die ebenfalls zur Wahl stehenden Herrn Schubert und Saint-Saëns werden dagegen zur Genüge im normalen Programm gespielt, und überhaupt hat die neue Musik bei der Klassikbörse kaum je eine Chance.
Das dachten außer mir jede Menge anderer Hörer, und so wurde das besagte Klavierkonzert von Philip Glass in voller Länge gespielt. Sehr angenehme Musik, interessant, kein bißchen langweilig. (Und nicht so modern, daß es schwer gewöhnungsbedürftig wäre.) Doch gerade während des zweiten Teils fühlte ich mich immer mehr an die schöne Filmmusik aus The Hours erinnert. Also habe ich, nachdem das Konzert zu Ende war, die DVD rausgekramt und mal nachgesehen. Und wer hat die wunderbare Musik zu dem noch wunderbareren Film geschrieben? Philip Glass.

Donnerstag, 23. April 2009

Bitter

Heute mittag habe ich vom Auftraggeber ein einmaliges, fantastisches Angebot bekommen: eine Einladung zur Pressevorführung des neuen "Star Trek"-Films in einer Woche. Nur: ich habe gar keine Zeit!! Wenn der Film losgeht, endet gerade das Existenzgründerseminar, zu dem ich mich am Montag (nachdem ich am Freitag schon zum Schnupperkurs da war und am Wochenende noch mal drüber nachgedacht habe) angemeldet habe. Das ist soooo bitter!!! :-(

Montag, 20. April 2009

Sonntag, 19. April 2009

Donnerstag, 16. April 2009

Mittwoch, 15. April 2009

Frühlingswald


Wahnsinn, wie in diesen Tagen alles immer grüner wird. Nur die Bäume in meiner Straße sind noch nicht grün. Die leuchten jetzt erst mal sattrosa. :-)

Letzter Arbeitstag

Eine ganze Weile hatte es sich schon abgezeichnet, mit der endgültigen Ansage ließ man sich Zeit: mein Arbeitsvertrag wird nicht noch mal verlängert - das betrifft nicht nur mich allein, sondern praktisch alle, die zusammen mit mir angefangen haben. Wir haben unsere Arbeit so super gemacht, daß es nichts mehr zu tun gibt. ;-)
Schade natürlich, denn die Arbeit in einem tollen Team mit lauter netten Kollegen hat wirklich Spaß gemacht. Die werde ich wirklich vermissen.
Wie geht es jetzt weiter? Um weiteren Ärger mit dem JobCenter werde ich wohl nicht herumkommen, aber ab 1.5. schaffe ich mir meine Stelle selbst. Ich werde Marketing-Assistentin und darf fleißig Werbung für fantastische Schokolade machen. Von Marketing habe ich zwar keine Ahnung, aber das trifft auch auf einen Großteil der Leute zu, die weltweit in den entsprechenden Abteilungen sitzen und wichtig sind. In den letzten Monaten hatte ich mehrmals wöchentlich immer wieder mit diesen Leuten zu tun - ich weiß also, wovon ich rede. Jedenfalls habe ich schon einen neuen Schreibtisch aufgestellt bekommen. Und Büroschlüssel. Also: packen wir's an. :-)

Montag, 13. April 2009

Osterspaziergang

Vom Eise befreit sind die Gewässer rund um Berlin ja schon länger, und weil das fantastische Wetter der vergangenen Tage uns auch an den Osterfeiertagen nicht im Stich gelassen hat, wurde die Gelegenheit zu einem Osterspaziergang genutzt.

Wo fährt der Berliner hin, wenn die Sonne scheint? Richtig: zum Wannsee. Wir also auch. Die S-Bahn war entsprechend gut gefüllt. Als wir ankamen, haben wir gerade noch so die Fähre rüber auf die andere Seite nach Kladow erwischt. Das ist eine BVG-Fähre, auf der unsere Monatskarte auch gilt. Die hatten wir letztes Jahr schon mal ausprobiert, konnten Kladow aber aus Zeitmangel nicht mehr erkunden (die Fähre fuhr noch einmal nach Wannsee zurück und das war's dann).

Diesmal waren wir allerdings schon Mittags nach Kladow gefahren und hatten Zeit für eine Wanderung. Die führte uns erst durch ein idyllisches Wäldchen und dann auf eine große Wiese am Ufer der Havel. Zur Landseite hin erhob sich auf einem Hügel ein alter Gutshof ...


... während auf der Havel gerade ein Segelwettkampf stattfand.


Da haben wir natürlich ganz lange zugesehen. Erst fuhren alle wild durcheinander in alle möglichen und unmöglichen Richtungen, aber als dann nacheinander zwei Schüsse ertönten, hatten sich schließlich alle auf eine Richtung geeinigt.

Ein paar Schritte weiter fanden wir eine unbesetzte Bank - das mußte natürlich ausgenutzt werden! Also wurde erst mal ein Päuschen gemacht, Saft getrunken und die Landschaft bewundert.


Weiter führte der Wanderweg an einer Segelschule und mehreren Kleingartenkolonien vorbei - und immer dicht am Havelufer entlang. Den nächsten Segelwettbewerb (diesmal mit z.T. bunteren Segeln) konnten wir im Vorbeigehen ebenfalls bewundern.


Irgendwann wandten wir uns dann nach links und gingen mitten durch ein Stück Frühlingswald zum Kladower Damm zur Bushaltestelle (der wir entnahmen, es schon bis in den Stadtteil Gatow hineingeschafft zu haben) - aber erst setzten wir uns noch in ein kleines, preiswertes Ausflugslokal. Das war dringend nötig, denn auf aktive Waldbrandverhütung hatten wir beide keine Lust. ;-)

Mit dem Bus ging es dann zurück nach Kladow, wo wir erst durch das verschlafene Dörfchen schlenderten, ehe wir wieder den Weg zurück an die Havel fanden. Ja, ich geb's ja zu, wir mußten erst fragen.

Jedenfalls gab es dann ein kleines Picknick auf einer Parkbank in der Sonne - das früher als gedacht beendet wurde, als wir bemerkten, wie lang die Schlange am Fähranleger schon geworden war. Wir stellten uns also mit an und fanden noch glücklich einen Stehplatz auf Deck (schön im Windschatten, sehr angenehm).

Im Fährhafen am Großen Wannsee hatten wir wieder Glück und fanden eine Bank in der Sonne. Ich persönlich hätte auch nichts gegen ein Picknick unter blühenden Bäumen gehabt, aber dazu hätten wir eine Decke mitschleppen müssen.


Schließlich traten wir den Heimweg an - dieses Mal nicht mit der S-Bahn, sondern mit dem Bus 218, der durch den Grunewald bis zum Theodor-Heuss-Platz fährt. So weit wollten wir allerdings gar nicht, sondern sind an der Heerstraße wieder in die S-Bahn gestiegen.

Sonntag, 12. April 2009

Frohe Ostern!


Nein, die Eier habe ich nicht selbst bemalt. Das sind Banderolen, die ich letztes Jahr für 50 (oder so) Tenge (was ein paar Cent entspricht) in einem Supermarkt in Almaty gekauft habe. Genial einfach: Eier kochen, mit kaltem Wasser abschrecken, Banderolen drüber streifen und dann noch mal 3 bis 5 Sekunden in kochendes Wasser tauchen. Das ergibt ein lustiges Geräusch (*schmatz*), wenn das Plastik im kochenden Wasser vor Schreck einläuft und sich an den Eiern festsaugt. Und diese russischen Ikonen- und Märchenmotive finde ich einfach nur schön. (Nächstes Jahr gibt es dann Eier mit Bildern bedeutender russischer Sakralbauten drauf.)

Völlig selbstgemacht ist dagegen der Osterzopf, der gleich bei einem zünftigen Osterfrühstück vernichtet wird.


In diesem Sinne: frohe Ostern!

Samstag, 11. April 2009

Vorösterliche Ruhe


So, das wäre das. Der Osterzopf ist gebacken, die Eier sind gekocht und schick verziert (bin ganz begeistert), und die Wäsche trocknet fröhlich vor sich hin. Zur Belohnung gibt es jetzt leckeren Tee vor der umwerfenden Kulisse des blühenden Forsythienstrauchs vor meinem Fenster. Musikalisch untermalt mit den lateinamerikanischen Rhythmen von Golijovs "La Pasión según San Marcos".

Das Leben ist schön. :-)

Freitag, 10. April 2009

Bitte nicht stören

In 20 Minuten bringt das rbb Kulturradio eine Aufnahme von Bachs Matthäuspassion. Was kann man am Karfreitag auch sonst spielen?* Als Bachfan kann ich mir das natürlich nicht entgehen lassen. Also: bitte nicht stören.

--
* Gut, es gibt noch viele andere Passionsmusiken, größere und kleinere, aber die Matthäuspassion überragt sie halt alle.

Dienstag, 7. April 2009

Montag, 6. April 2009

Rindviecher

Eigentlich wollte ich die Zeitungsseite benutzen, um Gemüsereste darin einzuwickeln, aber dann fiel mein Blick auf die Rezension eines Sachbuchs, die ich heute morgen überblättert hatte. Der Titel des Artikels "Vorsicht bei Viertürern!" klang so verlockend, daß ich doch noch zu lesen begann - und dann nicht mehr aufhören konnte. Ein New Yorker namens Tom Vanderbilt hat ein Buch über das Autofahren* geschrieben, das auch für Leute interessant ist, die sich für Autos nun nicht so sehr begeistern können. Leute wie mich, bei denen Autos weit unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen. Die Rezension jedenfalls machte Lust auf mehr. Am besten hat mir natürlich diese Stelle gefallen:
In Delhi laufen gelegentlich Kühe auf der Straße herum. Erhöht das die Unfallgefahr? Ein erfahrener indischer Polizist sagt, nein. Die Rindviecher auf der Straße bringen die Rindviecher am Steuer dazu, vorsichtig zu sein und nicht zu rasen.
*ROFL*

--
*Titel des Buchs: "Auto - Warum wir fahren, wie wir fahren und was das über uns sagt"

Farbenblind

Blaublümlein


Das fantastische Wetter der vergangenen Woche hatte eine Menge Vorteile:
- ich konnte den Wintermantel endgültig in den Schrank hängen
- in den Mittagspausen habe ich schnell gegessen und mich dann auf den Pausenbalkon verzogen (Südlage - sehr schön!)
- wenn ich morgens die Rolläden hochziehe, strahlt mir gleich eine ganz besondere Sonne ins Zimmer: die Forsythie direkt vor meinem Fenster steht in prallgelber Blüte :-)
- das Eis schmeckt noch besser
- strahlend blauer Himmel wirkt sich (fast) immer positiv auf meine Laune aus

Donnerstag, 2. April 2009

Verfall


Mitten in Mitte steht dieses Haus und wartet dringend auf seine Renovierung. Der "Balkon" da oben hat eine fantastische Aussicht - das würde sich echt lohnen.

Mittwoch, 1. April 2009

Bücher 2009, Teil 3

Meine Bücher im März:

22. Karen Joy Fowler. "The Jane Austen Book Club"
In der Bücherei gibt's das Buch nur auf Englisch, macht aber nix. Ich habe mir vor einiger Zeit den Film auf DVD gekauft und finde ihn richtig schön, da mußte ich das Buch natürlich auch lesen. Fünf Frauen und ein Mann treffen sich jeden Monat, um gemeinsam über ein Buch von Jane Austen zu lesen. Aber natürlich geht es da auch um Zwischenmenschliches innerhalb der Gruppe. Sabine war von dem Buch eher mäßig begeistert, ich finde es ok. Der Film gefällt mir wesentlich besser - erstaunlich, wie frei Regisseur und Drehbuchautor mit dem Stoff umgegangen sind; die Grundkonstellation stimmt, aber viele Motive sind wesentlich deutlicher herausgearbeitet als im Buch. Außerdem mag ich Amy Brenneman (im Film die Sylvia), seit ich sie vor Jahren mal in "Für alle Fälle Amy" gesehen habe. Zusammen mit Kathy Baker (Bernadette) spielt sie überdies in einem anderen Film mit, den ich sehr gerne mag.

23. Ian Rankin. "Im Namen der Toten"
Der 16. Band mit Inspektor Rebus (irgendwie blöd, wenn man sich in der Reihenfolge der Lektüre danach richten muß, was in der Bücherei gerade da ist). Dieser hier jedenfalls spielt in der Woche des G8-Gipfels im schottischen Gleneagles, was nun nicht so weit von Edinburgh entfernt ist. Alle schottischen Polizisten sind mit den Vorbereitungen des Gipfels beschäftigt, nur John Rebus soll davon ferngehalten werden - was natürlich nicht klappt, denn Mörder lassen sich auch von der Ankunft hochrangiger Politiker nicht abhalten. Und Rebus erst recht nicht. Wieder ein sehr spannender Krimi.

24. Marina Lewycka. "Caravan"
Ihren ersten Roman, "Eine kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" habe ich schon letztes Jahr begeistert gelesen. Das hier ist ihr zweiter. Eine eigentlich sehr traurige Geschichte von illegalen (mehrheitlich osteuropäischen) Arbeitskräften in England, die von ihren diversen Arbeitgebern ausgebeutet und nach Strich und Faden betrogen werden. Doch die Abenteuer, die sie erleben, werden mit so viel Witz und Verve erzählt, daß es ein reines Vergnügen ist, diese Groteske zu lesen. Hoffentlich erscheint bald ihr dritter Roman.

25. Naomi Klein. "Die Schockstrategie"
Das letzte noch ungelesene Weihnachtsgeschenk. Ein harter Brocken. Die Autorin beschreibt den Siegeszug des Neoliberalismus à la Friedman. Ihre These: die Verfechter der ungezügelten Marktwirtschaft machen sich Schocks und Krisen zunutze, um ihr Wirtschaftsmodell durchzusetzen. Während die Bevölkerung noch wie gelähmt ist, wird in Hinterzimmern handstreichartig das Wirtschaftssystem umgekrempelt: Staatsbetriebe werden privatisiert, massenhaft Menschen entlassen, gleichzeitig fallen alle Handelsbeschränkungen, so daß billige Importwaren die einheimischen Produkte verdrängen. Erstmals angewendet wurde die Schock-Strategie in Chile unter Pinochet und den anderen lateinamerikanischen Militärdiktaturen. Die Folterungen waren demnach auch deshalb "notwendig", um die wichtigsten Kritiker der Wirtschaftspolitik der Juntas auszuschalten und den Rest der Bevölkerung so einzuschüchtern, daß diese es nicht wagte, dagegen zu protestieren. Die nächsten Stationen waren Osteuropa nach dem Fall des Kommunismus, New Orleans nach Katrina, Südostasien nach dem Tsunami und der Irakkrieg. Beängstigend. Gut geschrieben und solide recherchiert. Da kommt man mehr als nur ins Grübeln. Das andauernde Gejammer über die schlechte Lage in Deutschland sollte ja auch der Bevölkerung vor allem die Notwendigkeit sozialer Einschnitte deutlich machen. Vielleicht sollte man mal Friedmans Privatisierungsbibel lesen ...

26. Uwe Johnson. "Mutmassungen über Jakob"
Nein, das ist kein Rechtschreibfehler meinerseits, das hat der Autor so gewollt. Und einem Lieblingsschriftsteller verzeiht man so was. Das hier ist das erste Buch, das von Johnson veröffentlicht wurde (das eigentliche Erstlingswerk, "Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953", erschien erst posthum). Jakob Abs ist Dispatcher bei der ostdeutschen Reichsbahn. Am Tag seiner Rückkehr von einem Besuch in Westdeutschland verunglückt er tödlich beim Überqueren der Gleise. "Aber Jakob ist immer über die Gleise gegangen." War der Tod Unfall? Selbstmord? Oder Mord? Darüber denken die Menschen nach, denen Jakob in den letzten Monaten und Wochen vor seinem Tod begegnet ist: Gesine Cresspahl (jawohl, die Heldin aus den "Jahrestagen"), seine Quasi-Schwester, die ihn liebt und die seit einigen Jahren im Westen lebt. Dr. Jonas Blach, der Gesine liebt und Jakob bei einem Besuch in Jerichow bei Gesines Vater kennen- und schätzen gelernt hat. Herr Rohlfs, der nicht so heißt und bei der Stasi arbeitet. Er ist an Jakob interessiert, weil er über ihn an Gesine heranzukommen hofft, die einen Dolmetscherposten bei der Nato hat. Das ist sehr komplex erzählt, aber in der für Johnson typischen behäbigen Sprache, die ich so sehr mag. Irgendwie beginnt man die Zusammenhänge erst zu begreifen, wenn man das Buch einmal durchgelesen hat. Eigentlich müßte ich gleich noch mal anfangen. Statt dessen habe ich mich an Buch Nummer 27 gemacht:

27. "Die Katze Erinnerung. Uwe Johnson - Eine Chronik in Briefen und Bildern", zusammengestellt von Eberhard Fahlke
Das Buch lag so verführerisch auf dem "Angebotstisch" in der Bücherei, als ich das letzte Mal da war. Es ist einfach faszinierend. Anhand von Briefen Johnsons an Freunde und Bekannte, darunter sein Verleger Siegfried Unseld, Hannah Arendt, Max Frisch und andere, erhält man einen guten Überblick über das Leben von Uwe Johnson. Dabei geht es weniger um private Dinge (gut, man erfährt, daß er irgendwann mal geheiratet hat und eine Tochter geboren wurde), sondern über die Entstehungsprozesse seiner Romane, Erzählungen und die Lektoratsarbeiten, die er für den Suhrkamp-Verlag übernommen hat. Wie sorgfältig er recherchiert hat, um allein die "Jahrestage" schreiben zu können! Und dann die vielen Bilder: Johnson in verschiedenen Altersstufen, mal alleine, mal zusammen mit anderen Literaten, Landschaften und Straßen in Mecklenburg, Berlin und New York (das Haus am Riverside Drive, in dem er gewohnt hat und in dem er auch Gesine wohnen läßt!!!!!). Beim Lesen bekam ich direkt Lust darauf, mir die Jahrestage noch einmal vorzunehmen. Besonders aufgefallen ist mir auch, daß er in den Briefen praktisch genau so schreibt wie in den Romanen: mit viel Liebe zum Detail, etwas behäbig-umständlich formuliert und dennoch punktgenau und so oft mit tiefgründigem Humor. Wie schade, daß ich dieses Buch an die Bücherei zurückgeben muß ...

28. Kenzaburō Ōe. "Der schwarze Ast"
Die Fortsetzung von "Grüner Baum in Flammen", das ich im Februar gelesen habe. Die Gemeinschaft um Bruder Gii hat sich allmählich in eine Art "Kirche" verwandelt und findet mehr und mehr Anhänger, darunter auch solche, die sich anfangs gegen Bruder Gii gestellt hatten. Doch es ist immer noch eine Gemeinschaft im Aufbau, die um ihr spirituelles Programm, ihr "Evangelium" ringt. Die Mitglieder sammeln Texte oder Textstellen, die ihnen auf ihrer Suche nach den "Belangen der Seele" wichtig erscheinen: Auszüge aus dem Evangelium sind ebenso darunter wie buddhistische und philosophische Schriften, Gedichte von Yeats, Dantes "Göttliche Komödie" und Wagner-Arien. Bruder Gii ist selbst ein Suchender, vielleicht sogar der, der am stärksten sucht, aber die anderen sehen in ihm eine Art "Erlöser". Es geht noch philosophischer zu als im ersten Band. Was ist ein Erlöser? Bruder Gii ist deshalb ein Erlöser, weil die anderen ihn so sehen oder so sehen wollen, weil sie Antworten auf dieselben Fragen suchen, die auch Bruder Gii bewegen. Bruder Gii wiederum reagiert auf seine "Jünger" - er versucht, Antworten auf ihre Fragen zu finden, und antwortet, indem er laut darüber nachdenkt. Diese Antworten erhalten etwas Predigthaftes, wodurch die anderen wieder in ihrer Überzeugung bestärkt werden, Bruder Gii sei ein "Erlöser". Doch am Ende scheinen die Erwartungen zu hoch gewesen sein, denn als allgemein erwartet wird, Bruder Gii werde die "Kirche" auf eine neue Ebene stellen, vermag er es nicht und zieht sich zurück. Die Ich-Erzählerin der Romane, Satchan (eine sehr interessante Figur, denn sie ist ein Hermaphrodit und hat sich erst als Student/in dazu entschlossen, ihr Leben fortan als Frau zu verbringen), die Bruder Gii bisher immer unterstützt hat, verläßt das Tal und die Kirche.

Sonntag, 29. März 2009

Frühlingsspaziergang

Das Wetter heute war richtig schön (wenn auch etwas frisch), das mußte ausgenutzt werden. Angedacht war ein Spaziergang durch den Tiergarten (nach dem Motto: mal gucken, was der Frühling macht), aber weil die Begleitung erst noch eine Örtlichkeit ausfindig machen wollte, sind wir erst vom Potsdamer Platz aus Richtung Osten marschiert und haben das Grenzgebiet von Mitte und Kreuzberg erkundet. Viel Beton und wenig Grün. Aber die Sonne schien.
Am Ende war der Tiergarten weit weg und der Kaffeedurst groß. Entgegenkommende Passanten mit prallgefüllten Einkaufstüten ließen uns vermuten, der große Kaufhof am Alex habe geöffnet. Da man dort auch einigermaßen günstig war und wir uns schon auf halber Strecke zwischen Potsdamer Platz und Alexanderplatz befanden, haben wir halt kurzfristig umdisponiert.
Der direkte Weg wäre nun viel zu langweilig gewesen, so marschierten wir also an den neugebauten "Townhouses" (sehen schick aus, sind aber bestimmt unbezahlbar) gegenüber vom Auswärtigen Amt vorbei Richtung Nikolaiviertel. Bei dem schönen Sonnenschein mußten wir einfach noch ein Stück an der Spree vorbei, was uns folglich einen weiteren kleinen Umweg durch das Nikolaiviertel einbrachte.
Soviel Frischluft macht hungrig, also haben wir uns an der Pommesbude gegenüber vom Kaufhof erst mal je eine Currywurst gegönnt. Die Pommes wurden schwesterlich geteilt. Kleiner Tip für Berlinbesucher: die Currywurst da ist absolut in Ordnung und die Pommes echt lecker! Danach begaben wir uns in den Konsumtempel und besorgten uns einen Kaffee im Restaurantbereich im 5. Stock. Den Rückweg haben wir dann mit S-Bahn und Bus zurückgelegt. Den Tiergarten besuchen wir dann ein anderes Mal.

Donnerstag, 26. März 2009

Heute in der Post

Vor einiger Zeit hatte ich meine Unterschrift für das Volksbegehren "Pro Reli" abgegeben. Außer mir waren noch jede Menge andere Leute dafür, daß Schüler in Berlin die Wahlfreiheit zwischen "neutralem" Ethikunterricht und konfessionsgebundenem Religionsunterricht in der Schule haben sollen. Das Volksbegehren war erfolgreich, und so wird am 26. April in einem Volksentscheid über diese Frage abgestimmt. Heute lag die Abstimmungsbenachrichtigung in meinem Briefkasten. Die muß ich jetzt gut (aber nicht zu gut) beiseite legen, damit ich diesen wichtigen Termin nicht versäume.

Der "Wahlkampf" hat übrigens auch schon längst begonnen. Auf dem Heimweg fiel mir ein Plakat der Linkspartei auf, die mit dem Spruch "Religion ist freiwillig" gegen die Wahlfreiheit wirbt. Deppen ...

Nachtrag 27.3.2009:
Meine Antwort auf die beiden Kommentare ist so lang ausgefallen, daß ich sie lieber direkt hier in den Eintrag setze:

@ BigBadJohn:
Da ist nichts dran falsch. Das Problem in Berlin ist nur, daß der Ethikunterricht für alle Schüler verpflichtend ist und der konfessionsgebundene Religionsunterricht nur zusätzlich belegt werden kann. Die Schüler, die etwas über den Hintergrund ihrer Konfession lernen wollen, werden mit einer höheren Stundenzahl "bestraft". Ethik ist ein reguläres Schulfach, in dem Zeugnisnoten verteilt werden, die versetzungsrelevant sind. Die Teilnahme am Religionsunterricht ist für die Versetzung irrelevant. Ich bin für Wahlfreiheit. Das Problem, was ich mit dem Plakat der Linken habe, ist folgendes: Religion ist freiwillig, da haben die sogar recht, nur: auch Ethik ist freiwillig. Daß die Linkspartei mit ausgerechnet diesem Spruch gegen Wahlfreiheit argumentieren will, ist schlicht lächerlich.

@ Nic:
Pro Reli will die Möglichkeit des interkulturellen und interreligiösen Austauschs eben nicht abschaffen. Lies Dir mal die Argumente in der Amtlichen Information zum Volksentscheid" durch: "Zwischen Ethik und Religionsunterricht kann unabhängig von einer Religionszugehörigkeit frei gewählt werden. Die Wahl gilt für ein Schuljahr. (...) Die Unterrichtsgruppen von Ethik, Religions- und Weltanschauungsunterricht sollen zusammenarbeiten: in gemeinsam gestalteten Unterrichtsabschnitten, bei gemeinsamen Projekten oder indem sie einander darstellen oder befragen und gemeinsam diskutieren, was sie in ihrem Fach gelernt haben." (Hervorhebungen im Original)
Ich möchte auch noch mal auf die Ergebnisse einer Studie der HU Berlin verweisen: eine interdisziplinäre Forschergruppe hat die interreligiösen Kompetenzen von Berliner und Brandenburger Schülern untersucht und festgestellt: der (evangelische) Religionsunterricht fördert interreligiöse Kompetenzen.

Und was Dein letztes Argument betrifft: Wenn Religionsunterricht ein ordentliches Unterrichtsfach ist, kann der Staat die Unterrichtsinhalte viel besser kontrollieren, als es jetzt der Fall ist. Religion als ordentliches Unterrichtsfach steht unter staatlicher Aufsicht. Die Religionsgemeinschaften bestimmen zwar den Inhalt, sind dabei aber dem Grundgesetz verpflichtet. Meine Religionslehrer in NRW hatten - mit einer Ausnahme - ihr Fach auf Lehramt studiert und mit dem Staatsexamen abgeschlossen. Die Ausnahme war ein von der Evangelischen Kirche abgestellter Pfarrer, der - im staatlichen Auftrag - ebenfalls Schulklassen übernommen hat. Lehrermangel halt. Wir haben im Religionsunterricht der Sekundarstufe I natürlich schwerpunktmäßig die evangelisch-lutherische Konfession kennengelernt, es gab aber auch Unterrichtseinheiten zum Katholizismus, Judentum und Islam. Gemeinsamkeiten und Unterschiede wurden herausgestellt und diskutiert. Ressentiments wurden nicht geschürt. Daneben gab es auch Einheiten zum "Sinn des Lebens". Das wird im katholischen und jüdischen Religionsunterricht nicht anders sein. Und es wird höchste Zeit, daß es einen staatlich kontrollierten islamischen Religionsunterricht gibt, mit Universitätsstudium und Staatsexamen Ich zitiere noch einmal aus den Argumenten von Pro Reli:
"Berlin darf vor dem, was Multikulturalität auch an sozialen Konflikten birgt, die Augen nicht verschließen. Der Abbau von Spannungen setzt jedoch voraus, dass jeder zumindest die Wurzeln und Quellen dessen kennt, worauf die eigene Kultur und seine persönliche Überzeugung beruhen.
Dabei gilt hier wie an anderer Stelle: Es ist wichtig zu wissen, was man tut oder denkt. Wo wenig Wissen über die eigenen Wurzeln und Vorstellungen besteht, kann Religion radikalisiert werden. Wissen über religiöse Inhalte beugt jeder Form von Radikalisierung vor. Diese Aufgabe kann ein aufgeklärter Religionsunterricht in staatlicher Verantwortung leisten. Dies gilt gleichermaßen für christlichen, jüdischen oder islamischen Religionsunterricht."

Ampelstörung

Heute morgen gab es für mich direkt was zu sehen, während ich auf meinen Bus wartete:


Die Ampelanlage an der Kreuzung war ausgefallen, und zwei Polizisten in lustigen neongelben Jäckchen waren eifrig dabei, den Verkehr zu regeln.


Das klappte richtig gut. Nur ein Kleinwagen, der aus der Seitenstraße kam, meinte, einfach so abbiegen zu können, zumal der Polizist gerade mit dem Rücken zu ihm stand. Aber irgendwie hatte unser Freund und Helfer das doch mitbekommen, denn er drehte sich nur kurz um und brüllte kurz "HEH!" - und der Fahrer trat in die Bremsen.
Die beiden ca. siebenjährigen Zwillingsmädchen, die an Mutters Hand ebenfalls auf den Bus warteten, fanden das ganze mindestens ebenso spannend wie ich. :-)
Kurz bevor der Bus kam, ertönte ein lauter Pfiff aus der Trillerpfeife. Der Entstörungstechniker hatte die Ampelanlage wieder angeworfen, und die beiden Polizisten konnten von ihren Podesten steigen und diese dann von der Kreuzung rollen.

Mittwoch, 25. März 2009

Vom Potsdamer Platz zum Ku'damm

Nach Feierabend waren der Kollege und ich auf dem Weg zur U-Bahn (der Kollege) bzw. Bushaltestelle (ich). Da wurden wir von zwei uns entgegenkommenden ortsfremden Jünglingen angesprochen:
"Entschuldigung, wie geht's denn von hier zum Ku'damm? Oder ist das weit von hier?"
Wohlgemerkt, wir befanden uns in unmittelbarer Nähe vom Potsdamer Platz. Die Antwort übernahm ich:
"Also, erstens ist das sehr weit weg von hier, und zweitens geht ihr eh in die falsche Richtung!"
Wir haben ihnen die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel empfohlen.

Aufgeweckt

"Brrr, ist das kalt draußen!" meinte die Kollegin, kaum daß sie von der Raucherpause auf dem heute recht zugigen Pausenbalkon wieder in die warme Küche zurückgekehrt war. "Immerhin bin ich jetzt wieder wach."
Sprach's, und mußte herzhaft gähnen.

Montag, 23. März 2009

Frühling?


Da hat der Frühling offiziell begonnen, aber irgendwie war das Wetter in diesem Jahr auch schon mal besser. Letzte Woche zum Beispiel, als wir in der Mittagspause ohne Jacke auf dem Pausenbalkon saßen und uns von der Sonne bescheinen ließen. Nun ja.
Dennoch habe ich mir gestern zur Saisoneröffnung ein großes Eis in der besten Eisdiele Berlins gegönnt. Wenn ich Eis essen will, kann ich auf die klimatischen Bedingungen keine Rücksicht nehmen.
Was das Wochenende sonst so brachte: die Löhner Kantorei, deren Mitglied ich auch einmal war, kam für zwei Tage nach Berlin. Meine Mutter als treues Chormitglied war auch dabei, und mein Vater hat seine Frau begleitet. Am Samstag sang der Chor zur Abendandacht in der kleinen Kapelle von Mariendorf-Ost (klein, aber überraschend gute Akustik) das Requiem von Dvorak. Sehr, sehr schönes Konzert (nur einmal unterbrochen von einem leise, aber vernehmlich "Jesu bleibet meine Freude" quäkenden Telefon. Interessant, wie groß das Angebot an Handy-Klingeltönen mittlerweile geworden ist).
Anschließend ließ ich mich von meinen Eltern in meine Lieblingspizzeria einladen, und am Sonntag besichtigten wir gemeinsam die Hitchcock-Ausstellung im Filmmuseum. Kurz nach drei mußten alle Löhner (und zwei Bad Oeynhausener) wieder in den Bus steigen, und ich begab mich dann zur Eisdiele.

Mittwoch, 18. März 2009

Charmeoffensive

Berlin soll freundlicher werden. Dagegen ist ja an sich nichts einzuwenden (obwohl: so schlimm find' ich das hier gar nicht). Was mir dagegen gar nicht gefällt, ist diese Werbekampagne - zum einen ist das albern, den Leuten per Kampagne ein neues Verhalten eintrichtern zu wollen. Das hat schon in der Sowjetunion nicht so richtig geklappt. Zum anderen, weil ich bei dem Unternehmen, das die Berlin-Werbung organisiert, letztes Jahr ein echt unterirdisches Vorstellungsgespräch hatte. Der Marketingmensch hatte sich da mehr für sein Blackberry interessiert als für die ihm gegenübersitzende Bewerberin. Und jetzt ziehen die eine Freundlichkeitskampagne auf - pffff.

Wirklich peinlich finde ich aber das, was ich am Sonntag im Hauptbahnhof sehen mußte:


Hauptbahnhof > Bahn > Mehdorn > Freundlichkeit ????

Dienstag, 17. März 2009

Duftstoffe

Lektion des Tages:
Eine Pralinenverkostung, bei der zuerst der Geruch der edlen Süßigkeit getestet wird, funktioniert besser, wenn man sich die Hände nicht vorher mit einer stark duftenden Seife gewaschen hat.

Sonntag, 15. März 2009

Konsumterror

Es wird immer schlimmer: nur noch 9 Monate bis Weihnachten!


Ehrlich, mich hat ja fast der Schlag getroffen, als ich heute (!) das Plakat an der Bushaltestelle gesehen habe.

Samstag, 14. März 2009

Notausgang?


Hmmm ...

ITB 2009

Wie schon im vergangenen Jahr habe ich mich einen Tag lang auf der ITB umgeschaut. Wenn man schon für ein Reisemagazin schreibt, ist das praktisch Pflicht. Gestern habe ich also schon um kurz nach zehn die Messehallen betreten und sie erst nach achtzehn Uhr wieder verlassen. War ganz schön anstrengend, hat sich aber auch gelohnt.


Die Omanis haben wieder einen sehr schönen Stand gehabt (kein Wunder: er sah letztes Jahr genauso aus *zwinker*). Für mich (und den Herausgeber des Reisemagazins, für das ich schreibe) diente der Stand auch gleichzeitig als Basis, denn die sind die wohl besten Kunden des Magazins und so durften wir unsere Mäntel dort in der Garderobe abgeben. Außerdem lag auch die neueste Ausgabe der Zeitschrift mit am Stand aus. :-) Zwischenzeitlich ließen die Omanis auch einen ferngesteuerten Zeppelin um den Stand herumfliegen - gekonnt gesteuert von einem Mann mittleren Alters, der seinen sichtlichen Spaß daran hatte.


Und sonst? Am Stand von Namibia gab es ein kleines Frühstück und ein hochinteressantes Gespräch mit einer Vertreterin der Namibia Wildlife Resorts. Am Kasachstanstand konnte ich eine Bekannte treffen, die ich auf der Pressereise im vergangenen Jahr kennengelernt habe. War sehr schön, sie wieder zu sehen. Ein anderer Bekannten von dieser Pressereise hat inzwischen mit Kasachstan nichts mehr zu tun, war aber auch auf der ITB. Mal sehen, ob und was sich aus diesen Begegnungen entwickelt.
Der Italien-Stand in Halle 1 überraschte durch seine riesigen Ausmaße und seine beeindruckende Häßlichkeit. Sah aus, als hätten sie die Möbel irgendwo von der CeBIT oder einem großen Apple-Geschäft geklaut. Alles in strahlendem Plastikweiß, grelles Licht - kalt, abweisend und ungemütlich. Definitiv nicht der Stand, mit dem man auf einer Touristikmesse punktet. Es sei denn, man bietet Reisen in die Antarktis an. Entsprechend übersichtlich sah dort alles aus, und das Standpersonal hatte Mühe, seine Langeweile zu verbergen.
Abends war ich fix und alle. Das viele Rumlaufen und -stehen war doch recht anstrengend. Immerhin hatte ich vom letzten Jahr gelernt und nicht an jedem zweiten Stand Prospekte eingesammelt, sondern bin gezielter auf Informationssuche gegangen. Hatte folglich auch weniger zu schleppen. Dennoch ist die "Ausbeute" nicht schlecht. Auf dem USB-Stick ist neben den Pressematerialien bestimmt noch Speicherplatz übrig. Das Flugzeugmodell (wenn man schon Beziehungen zum Standpersonal hat) kann ich bestimmt mal weiterverschenken. Nur mit dieser Porzellanschale, die am Stand einer PR-Agentur verteilt wurde, kann ich derzeit wenig anfangen. Mein erster Gedanke war: oh, eine Seifenschale! Wie praktisch! Laut Beipackzettel ist es aber ein Midi-Dipschälchen. (Hätte gerne die Mini-Variante gesehen - in Midi paßt schon nix rein.). Na ja, wie heißt es doch so schön? Einem geschenkten Gaul ...

Donnerstag, 12. März 2009

Tips und Tricks im Umgang mit dem Kaffeeautomaten

Kollegin 1: "Ich kann diesen Kaffee einfach nicht trinken, der schmeckt irgendwie ... merkwürdig. Ich trinke immer nur Tee."
Kollege: "Du mußt den linken Kaffeeautomaten nehmen, auf "stark" und auf eine kleinere Menge stellen und dann mit heißem Wasser auffüllen. Dann schmeckt er."
Ich: "Und wie lange hast Du rumprobiert, bis du das raushattest?"
Kollege: "Ein Jahr."
Kollegin 2: "Hast ja auch schon beim Vorstellungsgespräch deine Versuchsreihe gestartet."

Es ist vollbracht

Mein erster selbstgestrickter Schal:


Am Montababend wurde das gute Stück fertiggestellt, und die letzten drei Tage habe ich es mit stolzgeschwellter Brust durch Berlin getragen. Ist schön leicht und weich, auch wenn mich der Anblick immer wieder an Uschis (Biolehrerin) Fusselzelte (Sabines Ausdruck - sehr passend) denken muß.
Das Übungsstück habe ich wohlweißlich nicht zum Vergleich daneben gelegt. Damit Ihr trotzdem eine Vorstellung davon habt, zitiere ich meine Lehrerin, die das Teil einer abwesenden Person mit folgenden Worten beschrieb: "Wenn es so hätte aussehen sollen, wäre es unmöglich gewesen, es hinzukriegen." *g*

Dienstag, 10. März 2009

Anrufer

Die eine Messe ist glücklich überstanden, bis zur anderen ist noch Luft: es geht derzeit wesentlich entspannter bei uns zu. Es gab auch weniger Anrufe als z.B. noch letzte Woche, aber ein paar markante Persönlichkeiten waren doch wieder dabei:
- eine Spanierin, die versucht hat, Englisch zu sprechen - total lieb und nett, aber anstrengend
- eine Italienerin, deren Versuch etwas erfolgreicher verlief
- der Stammkunde - mittlerweile im ganzen Team berüchtigt, und alle fragen sich: hat der auf Arbeit sonst nix zu tun?!
- Darth Vader

Sonntag, 8. März 2009

Staubwedelbalkon


Immerhin eines läßt sich zugunsten der Zurschaustellung des Putzgeräts auf diesem Balkon sagen: durch die fröhliche Farbe wirkt es einigermaßen dekorativ.

Samstag, 7. März 2009

Experimentelle Küche, Teil 3

Vor einiger Zeit hieß das große Thema in meiner Küche mal wieder: Reste verwerten. Ganz dringend weg mußte der Rest der Gnocchi, und weil auf der Packung stand, man könne sie auch mit Olivenöl und etwas Salbei in der Pfanne braten, habe ich das mal probiert. Nun gab es aber noch andere Dinge, die dringend wegmußten: Speckwürfel und vor allem der Rest Pizzakäse. Also erst die Gnocchi angebraten, dann den Speck dazu, mit Salbei und etwas Pfeffer gewürzt, und am Ende den Käse drüber gestreut und den Deckel auf die Pfanne getan. War nicht schlecht, aber etwas salzig (wegen des Specks) und trocken. Was hatte ich einen Durst hinterher!
Heute habe ich das mal etwas abgewandelt. Wieder war Pizzakäse übrig geblieben, ebenso eine Packung Speckwürfel. Im Supermarkt habe ich wieder Gnocchi gekauft und außerdem geschälte Tomaten in der Dose (die frisch gekauften Tomaten dürfen noch ein paar Tage nachreifen - man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, daß die irgendwann doch noch nach was schmecken). Wieder habe ich erst die Gnocchi in Olivenöl angebraten, dann die Speckwürfel dazu, etwas Salbei und mehr Pfeffer drüber. Dann habe ich die Tomaten dazugegeben und kleingedrückt. Das Ganze habe ich etwas einkochen lassen, noch mal mit Pfeffer nachgewürzt, und abschließend kam der Käse drüber. Nach zwei Minuten in der zugedeckten Pfanne war das Essen fertig - und es hat sehr gut geschmeckt! Das gibt es ab jetzt wohl öfter ... :-)

Freitag, 6. März 2009

Nackt

Am Montagabend war ich zum gemeinsamen Pizzaessen verabredet und wollte mich gerade allmählich auf den Weg machen, als mein Blick in den Spiegel im Flur fiel. Irgendwie sah mein Hals verdächtig nackt aus - wo war die Kette hin?
Am Mittag war ich erst noch kurz zum Supermarkt gegangen, am Nachmittag war ich im Waschsalon gewesen. Ich konnte mich noch dran erinnern, die Kette umgemacht zu haben, bevor ich zum Einkaufen ging. (War unter dem Mantel zwar eh nicht zu sehen, aber frau muß doch ordentlich angezogen sein, wenn sie aus dem Haus geht.) Passend zum weißen Strickpulli hatte ich die blaue Kette angelegt, und ich konnte mich nicht daran erinnern, sie später wieder abnommen zu haben. Nicht, daß ich nicht trotzdem auf Kommode und Tischen nachgesehen hätte. Man weiß ja nie. Auf dem Eßtisch lag die Armbanduhr (die ich auch immer abnehme, sobald ich heimkomme, und dann immer an die erstbeste Stelle lege), aber die Kette war nirgends zu sehen.
Nun hatte diese Kette einen Schraubverschluß, der mir schon des öfteren als lose aufgefallen war. Sie muß mir also irgendwo zwischen Edeka und Waschsalon vom Hals gefallen und durch die Kleidung gerutscht sein. Mist. Die ist jetzt weg. Finanziell ist es kein Drama; sie war nicht teuer, aber ich habe sie sehr gerne getragen. Außerdem war es schon die zweite - das (identisch aussehende) Vorgängermodell hat sich vor Jahren mal im Schal verfangen, als ich mir letzteren vom Hals zog, und ist gerissen. Jetzt muß ich also mal an diesen Straßenständen nach Ersatz Ausschau halten.

Mittwoch, 4. März 2009

Dreharbeiten

Am Montag fanden auf dem Pausenbalkon Dreharbeiten für die Serie "Der Kommissar" statt. Schick ist er ja (der Balkon!). In ein paar Monaten oder so ist "unser" Balkon also mal im Fernsehen. (Dieses Ereignis muß leider ohne mich stattfinden, ich hab' ja keine Flimmerkiste.)
Für uns hatte das den eher unbequemen Nebeneffekt, daß die Kollegen, die am Montag gearbeitet haben, die große Küche nicht für die Pause nutzen konnten. Zum Glück gibt es noch eine kleine Teeküche - die bloß kein Fenster und auch überhaupt keinen Platz hat. Aber was tut man nicht alles für die Kunst. ;-) Am Dienstag war ebenfalls noch Ausnahmezustand, weil sie mit dem Drehen nicht fertiggeworden sind. Aber am Mittag sind die Fernsehleute dann abgezogen, und ich konnte meine Mittagspause wieder wie gewohnt bei fantastischer Aussicht genießen (und kam an die Mikrowelle ran *g*).
Ehe einer fragt: nein, ich habe keine bekannten Schauspieler gesehen. Die haben ihre Arbeit gemacht und ich meine.

Kräne


Ja, ich weiß: es liegt kein Schnee mehr in Berlin. Das Foto ist ja auch schon so gut zwei Wochen alt und wurde erst mal auf meiner Kamera "vergessen". Ich finde das Motiv nur nach wie vor so interessant, daß ich das Foto lieber blogge, bevor hier endgültig der Frühling ausbricht und es gar nicht mehr paßt.

Montag, 2. März 2009

Am Großen Müggelsee


Was hier wie ein matschiger Acker aussieht, ist in Wirklichkeit der Große Müggelsee. Ist halt noch Eis drauf, das zumindest einen ausgewachsenen Schwan und eine leere Bierflasche (hier nicht im Bild, da unästhetisch) trägt.

Sonntag, 1. März 2009

Bücher 2009, Teil 2

Und weiter ging es im Februar:

11. Siegfried Lenz, "Deutschstunde"
Ein Klassiker, den ich schon (fast) immer mal lesen wollte. Zweimal hatte ich auch schon damit angefangen (ein Exemplar des Buches steht im Bücherschrank der Eltern), jetzt lag das Buch so einladend auf dem "Angebotstisch" der Stadtbibliothek herum. Siggi Jepsen ist der Sohn des Dorfpolizisten aus einem Dorf in Nordfriesland irgendwo an der Küste. Er sitzt in einer Besserungsanstalt für schwerzerziehbare Jugendliche und soll eine Strafarbeit zum Thema "Die Freuden der Pflicht" schreiben. Er schreibt über seine Kindheit in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs. Da erhielt sein Vater den Auftrag, das Malverbot für den berühmten Maler Nansen zu überwachen und durchzusetzen. Spannend. Verstehe gar nicht mehr, warum die ersten beiden Anläufe immer schon nach den ersten zwei, drei Seiten gescheitert sind. :-o

12. E.T.A. Hoffmann, "Der Sandmann"
Das Buch war eine Leihgabe, die schon eine ganze Weile in meinem Regal herumlag. Nathanael glaubt, in dem Optiker Coppola den finsteren Dr. Coppelius wiederzuererkennen, den er für den Tod seines Vaters (starb bei einem alchemistischen Versuch) verantwortlich macht. Außerdem verliebt er sich unsterblich in Olimpia, die Tochter seines Professors, ohne zu bemerken, dass es sich dabei um einen Automaten handelt. Stattdessen hält er ihre "Achs", mit denen sie sein Geschwätz kommentiert, für Anzeichen ihres tiefsinnigen Wesens., und fühlt sich von ihr verstanden. Als er seine Täuschung erkennt, wird er darüber wahnsinnig. Hm. Obwohl lange vor Freud geschrieben, hat Hoffmann da doch eine nette Charakterstudie hingelegt. Der allmähliche Wahnsinn wird plausibel geschildert. Eine kurze Erzählung, die ich in ebenso kurzer Zeit durchgelesen hatte.

13. E.T.A. Hoffmann, "Das Fräulein von Scuderi"
Zusammen mit dem "Sandmann" in einem Band. Eine merkwürdige Mordserie hält das Paris unter Ludwig XIV in Atem: Liebhaber, die des Nachts mit einem kostbaren Schmuckstück als Geschenk zu einem heimlichen Rendezvous unterwegs sind, werden ermordet und um ebendies Schmuckstück beraubt. Der Polizei gelingt es nciht, die Bande zu fassen, und erst dem alten Fräulein von Scuderi einer Dichterin, gelingt es, das Rätsel zu lösen. Ich hab' die Geschichte damals in der 8. oder 9. Klasse im Deutschunterricht lesen müssen und habe sie gehaßt. Hoffmann ist einfach nichts, was man im Alien-Alter lesen sollte. In meinem Fall kam noch der Deutschlehrer als weiterer Lektüre-Verderbungs-Faktor hinzu. Also, so schlecht wie ich sie damals fand, ist die Erzählung definitiv nicht, aber Hoffmann etwas schwülstige Erzählweise ist doch recht, sagen wir, gewöhnungsbedürftig. Hier noch schlimmer als beim Sandmann. Aber hinter dem ganzen romantischen Schwulst kommt eine doch recht spannende Krimihandlung hervor.

14. Ian Rankin. "Das zweite Zeichen"
Der 2. Fall mit Inspektor Rebus. In einem heruntergekommenen Viertel von Edinburgh wird in einem noch mehr heruntergekommenen Haus ein toter Junkie gefunden. Zuerst sieht alles nach einer Überdosis aus, aber dann stellt sich heraus, daß die Überdosis vor allem in einer Überdosis Rattengift bestanden hat. Außerdem wurde der Tote mit ausgebreiteten Armen vor einem Pentagramm gefunden. Wieder mal sehr, sehr, sehr spannend.

15. Jane Austen. "Die Abtei von Northanger"
Der einzige Austen-Roman, den ich noch nicht gelesen hatte. Ich schließe mich Sabines Urteil (Nr. 57) an und füge hinzu, daß ich bei keinem der anderen fünf Romane so sehr lachen mußte. Eine höchst gelungene Parodie auf romantische Schauerromane.

16. Ian Rankin. "Die Tore der Finsternis"
Der 13. Fall von Inspektor Rebus, schließt zeitlich genau an "Puppenspiel" an, den ich als erstes gelesen habe (noch letztes Jahr, daher nicht in dieser Liste). Weil er einen Becher Tee nach seiner neuen Vorgetzten geworfen hat, wird er von ebendieser zu einer Nachschulung für "verhaltensgestörte" Polizisten geschickt. Im Rahmen dieser Schulung sollen die Herren einen alten, ungeklärten Mordfall wieder aufrollen - dummerweise einer, an dessen Aufklärung Rebus nicht das geringste Interesse hat. Viel lieber hilft er heimlich seinen Kollegen in Edinburgh bei den aktuellen Ermittlungen. Auch sehr, sehr spannend. So langsam werde ich süchtig.

17. Heinrich von Kleist. "Der zerbrochene Krug"
Dorfrichter Adam ist zu bedauern - eines frühen Morgens muß er seinem Schreiber und seinen Mägden erst erklären, wo über Nacht die Beulen an seinem Kopf her und die Perücke hin gekommen sind, und dann taucht auch noch ein Revisor aus Utrecht auf, der das Gerichtswesen in der Provinz überprüfen soll. Frau Marthe klagt den Verlobten ihrer Tochter Eve an, einen kostbaren Krug zerdeppert zu haben. Der Verlobte behauptet, ein Dritter sei im Zimmer gewesen, habe vor seinem Herannahen die Flucht durchs Fenster angetreten und dabei den Krug zerbrochen. Richter Adam hat nun alle Hände voll zu tun, denn es darf keinesfalls herauskommen, daß er derjenige welche war. Am Ende des Stückes ergreift der Richter erneut die Flucht, das junge Paar kann heiraten, und Frau Marthe wird mit den Scherben zur Revision nach Utrecht ziehen. Lustig.

18. Helen Fielding. "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns"
Der zweite Band. Bridget ist noch verpeilter als zuvor und gerät in lauter peinliche und/oder komische Situationen. Am Ende wird es dann ziemlich kritisch, als sie im Thailand-Urlaub unwissentlich als Drogenkurier angestellt wird und einige aufregende Tage in einem Thailändischen Frauengefängnis verbringen muß. Aber ihre Freundinnen und vor allem Mark Darcy holen sie wieder raus. Sehr lustig.

19. Kenzaburō Ōe. "Grüner Baum in Flammen"
In einem kleinen Dorf auf Shikoku stirbt eine alte Frau, die Hüterin der Traditionen und Mythen. Zu ihrem Nachfolger hat sie einen jungen Mann erwählt, der von den anderen auch als solcher anerkannt wird. Zu Beginn beginnen sie, in ihm eine Art Erlöserfigur zu sehen, doch dann wenden sie sich gegen ihn. Ein philosophisches Buch über die "Belange der Seele". Hat mir sehr, sehr gut gefallen.

20. Tina Grube. "Männer sind wie Schokolade"
Die Autorin wollte offenkundig die deutsche Antwort auf "Bridget Jones" finden. Leider war sie damit nicht erfolgreich. Dieses Buch ist nicht witzig, nicht interessant, sondern einfach nur belanglos.

21. "Tales of the Old Todaiji"
Ein schmales Büchlein, das ich bei einem Besuch in Nara gekauft hatte. Das mußte endlich mal gelesen werden. Eine Sammlung von Erzählungen rund um den berühmten Tempel Todaiji, in denen es meistens um fromme Menschen und Wundererzählungen geht. Buddhistischer Hintergrund, aber die Erzählungen könnte ich mir auch gut mit christlichen Mönchen als Hauptpersonen vorstellen.

Samstag, 28. Februar 2009

Nummer

Auf der Arbeit bekommen wir ziemlich viele Anrufe von Messeteilnehmern rein, die Fragen zu ihrem Online-Auftritt auf der Messe-Webseite haben, den wir wiederum vorbereiten. Was mich immer wieder daran erstaunt sind längst nicht mehr nur die dummen Fragen, die ich teilweise gestellt bekomme, sondern auch die Tatsache, daß diese Leute ihren eigenen Namen und den ihres Unternehmens ins Telefon nuscheln und dann erwarten, wir könnten ihnen sofort helfen. NEIN! Egal bei welcher Hotline man anruft, Telefongesellschaft oder Arbeitsamt, die erste Frage ist immer die nach der Kundennummer. Wir müssen noch eine Frage dazwischenschalten: welche Messe? Und dann: "Sagen Sie mir bitte mal Ihre Auftragsnummer." Und dann geht die große Sucherei am anderen Ende der Leitung los. "Die Auftragsnummer, die Auftragsnummer ... wo hab' ich die jetzt abgeheftet ..."
Wohlgemerkt: das sind zum großen Teil Leute, die nicht zum ersten Mal bei uns anrufen (sobald sie mir die Auftragsnummer verraten haben, kann ich mir die Kontaktnotizen der Kollegen ansehen), ein paar Spezis machen das sogar mehrmals täglich - und NIE lernen sie es, uns als erstes ihre Auftragsnummer zu nennen, sondern fangen gleich mit der Schilderung ihres Falls an.
Wenn ich irgendwo, wo ich Kunde bin (oder zumindest so genannt werde), wegen was auch immer anrufe, suche ich mir erst die Unterlagen raus und forsche nach meiner Kundennummer. Wenn ich dann mit einem Call-Center-Mitarbeiter verbunden bin, stelle ich mich kurz mit meinem Namen vor und sage dann gleich als nächstes meine Kundennummer. Weil ich weiß, daß die die brauchen.
Und warum schaffen das unsere Aussteller nicht?!

Freitag, 27. Februar 2009

Da war doch noch was ...

Letzten Samstag war ich zwar wieder auf dem Weg der Besserung, aber noch funktionierten meine Synapsen nur eingeschränkt. Und so stand ich dann im Supermarkt, wie (fast) immer ohne Einkaufszettel (frau kann schließlich auch ohne), und überlegte. Irgendwas war noch auf meiner geistigen Liste notiert. Aber was? Hatte jedenfalls was mit Körperpflege oder Hygiene zu tun. Hm. Eine neue Flasche Spülmittel lag bereits sicher im Einkaufswagen. Aber da war doch noch was ...
Mehrfach rollte ich den Einkaufswagen an den Regalen mit Putzmitteln, Kosmetik und Hygieneartikeln vorbei. Irgendwas war da. Ich war müde, vom bisherigen Verlauf des Einkaufs schon völlig k.o., die Konzentration ließ spürbar nach, aber irgendwas war da. Badreiniger vielleicht? Blödsinn. Die aktuell in Gebrauch befindliche Flasche ist zwar fast leer, aber Nachschub hatte ich schon vor zwei Wochen besorgt. Hm. Schließlich beschloß ich, daß ich mit meinem leeren Kopp wohl doch angenommen hatte, Badreiniger kaufen zu müssen, und begab mich Richtung Kasse. War nicht hundertprozentig überzeugt, aber was anderes fiel mir partout nicht ein.
Abends dann die Erleuchtung. Und zwar in dem Moment, als ich das vorletzte Papiertaschentuch aus der Packung zog ...

Mittwoch, 25. Februar 2009

Runder Korb


Hatte schon so lange keinen Balkon mehr hier im Blog ... ;-)

Samstag, 21. Februar 2009

Erkältungswelle

Am vergangenen Wochenende konnte ich noch große Töne spucken: in der vorigen "Saison" hatte ich ganze dreimal wegen Erkältung flachgelegen, damit hätte ich sozusagen vorgesorgt und würde dieses Jahr ohne auskommen. Zumal ich mich ja auch gesund ernähre und in meiner Mittagspause nach der Hauptmahlzeit immer auch was extrem vitaminhaltiges esse. Vorige Woche z.B. je zwei Kiwis. Diese Woche dann jeweils eine dicke Grapefruit. Tja, falsch gedacht. In Kurzfassung läßt sich der Krankheitsverlauf so beschreiben:
Mittwochnachmittag: irgendwas kommt.
Donnerstag: flach (habe den Tag praktisch verpennt)
Freitag: groggy (aber für einen Gang zur Apotheke hat die Energie schon wieder gereicht)
Heute: schlapp (aber ich hab's erst zum Supermarkt und dann noch zum Waschsalon geschafft)
Morgen arbeite ich dann die Zusatzschicht, die ich eigentlich heute schon hätte ableisten wollen, und die ich dann gestern telefonisch mit meinem Vorgesetzten auf morgen verlegt habe. Es gibt jede Menge Arbeit, die getan werden will, und einen (nicht endgültigen) Stichtag, den wir einhalten müssen und wollen. Und zumindest werden uns morgen bei dieser Arbeit keine Telefonanrufe stören (manche Kunden scheinen ernsthaft zu glauben, wir säßen da nur däumchendrehend rum und würden nur darauf warten, Fragen beantworten zu dürfen - egal, wie banal sie sind.)

Dienstag, 17. Februar 2009

Ruhestörung

Wegen des heute wirklich sehr turbulenten Arbeitstages schon fast verdrängt: der Start in den heutigen Tag.

Abrupt geweckt wurde ich durch ein Getöse auf dem Hof, das aufgrund des Lärmpegels nur zu einer Abrißbirne gehören konnte. Entsprechend saß ich senkrecht im Bett. In der Wiederholung konnte ich die Ursache identifizieren: Schneeschippe auf Asphaltboden. Bei uns im Hof, wo es so schön hallt. D.h. direkt vor meinem Schlafzimmerfenster. Nach einer weiteren Schrecksekunde stand ich vor dem Wecker. Der war doch nicht etwa ausgefallen? Nein, doch nicht. Es war erst viertel vor vier.

Wer schippt mitten in der Nacht Schnee?!!

Schon wieder Schnee 2


Vergeßt einfach, was ich gestern hier an dieser Stelle geschrieben habe. Schnee ist einfach nur schön!!

Montag, 16. Februar 2009

Schon wieder Schnee

Ehrlich, ich mag Schnee, weil der so schön aussieht (außer auf vielbefahrenen Straßen). Von daher habe ich eigentlich auch nichts dagegen, daß gestern noch mal welcher gefallen ist. Nur: gestern habe ich fast alle meine Hosen gewaschen, und wenn ich mir vorstelle, wie die wegen des zu erwartenden Schneematsches gleich wieder dreckig werden, dann finde ich den Schnee aktuell doch wieder nicht so schön.

Vernagelt

Samstag, 14. Februar 2009

Die Auflösung

Der Tipp von Mirco war gar nicht schlecht, nein, er war sogar richtig gut! Nur der Marshmellow ist doch knapp daneben gewesen. Es handelt sich um einen Yoghurt Gum, der statt im Mund der Nachbarin in ihrem Wasserglas landete und es in der Folge zum begehrten Fotoobjekt aller Anwesenden brachte.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Bilderrätsel


Na, was mag das nur sein?

Dienstag, 10. Februar 2009

Schon kaputt

Gestern abend brach mitten im Lied die Musik plötzlich ab. Der Cd-Player zeigte lediglich ein "err" in der Anzeige an. Hm. Klappe auf und wieder zu. "no". Hm. Hm. Einmal aus- und wieder angestellt: "no." Argh. Andere CD reingelegt. "no".
Bevor ich das jetzt so weiter beschreibe: wie es aussieht, ist das Ding nach nicht einmal drei Monaten schon wieder hinüber. Ich habe mehrfach den Stecker raus- und wieder reingestöpselt, wiederholt zart über den Laser gepustet, einige CDs reingelegt (bevor ihr fragt: bislang allesamt innerhalb der letzten 12 Monate für ehrliches Geld im Geschäft gekauft) und immer mal wieder zwischen Radio, Kassettendeck und CD-Player hin- und hergeschaltet. Radio läuft. Kassetten auch. CDs nicht. *doppelargh*
Gottseidank habe ich die Quittung noch. (Ganz im Unterschied zur Quittung des neuen Telefons, die ich - ordentlich, wie ich bin - an einen sicheren Ort getan habe, da man das ja zumindest zu 50% als Betriebsausgabe geltend machen kann. Der Ort ist so sicher, daß ich keine Ahnung mehr habe, wo ich sie hingelegt habe. Aber es besteht Hoffnung: die vor anderthalb Jahren vermißte TAN-Liste habe ich vor zwei Wochen auch wiedergefunden. *g*)

Montag, 9. Februar 2009

Der kleine Unterschied

Was mir in den öffentlichen Verkehrsmitteln immer wieder auffällt: Frauen setzen sich mit eng zusammengepreßten Beinen hin, so daß sie letztlich nur ca. 3/4 der Sitzfläche beanspruchen. (Das gilt natürlich nur für Frauen mit Normalgewicht. (Dafür wird gerne mal die Handtasche auf dem freien Sitzplatz daneben geparkt.) Männer hingegen setzen sich mit breitgespreizten Beinen hin und beanspruchen damit locker 1 1/2 Sitzplätze. Das gilt sowohl für normal- als auch für übergewichtige Männer. Und auch, wenn der Platz daneben schon besetzt ist. Gerne werden auch die Beine zusätzlich nach vorne ausgestreckt, so daß sich auch der Gegenüber einschränken muß.

Sonntag, 8. Februar 2009

Abschied


Nicht alle meiner Kollegen haben - aus verschiedenen Gründen - ihren Vertrag verlängert. Die haben nächste Woche ihren letzten Arbeitstag. Der eine oder die andere wird Berlin auch verlassen. Grund genug, eine kleine, zwanglose Abschiedsfeier zu machen.
Gefeiert wurde in der Ankerklause in Kreuzberg - nette Kneipe direkt am Landwehrkanal mit moderaten Preisen und abgetrenntem Raucherbereich. War ein schöner Abend, an dem viel gelacht wurde. Die künftigen Ex-Kollegen fehlen mir jetzt schon.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Ich habe verlängert!

Ich habe heute die Verlängerung meines Arbeitsvertrags unterschrieben. Geht zwar nur bis zum 30. April, aber immerhin. :-)

Dienstag, 3. Februar 2009

Roter Pfeil

Dieser rote Pfeil schwebte letzte Woche vor der Staatsbibliothek oder dem Ibero-Amerikanischen Institut oder über der Bushaltestelle "Kulturforum". Sah reichlich beknackt aus. (Möchte mich für die schlechte Bildqualität entschuldigen. Meine kleine Kamera macht wunderschöne Fotos - bei Tageslicht.) Dem Tagesspiegel war zu entnehmen, das Monstrum zeige auf irgendwas, was mit der Teilung der Stadt zu tun gehabt hätte, habe was mit dem Jubiläum des Mauerfalls zu tun, und werde im Laufe des Jahres noch an anderen Stellen der Stadt herumschweben. Nun ja, diese Woche schwebt der Pfeil da nicht mehr. War den Verantwortlichen wahrscheinlich doch zu peinlich, wenn in wenigen Tagen gleich um die Ecke Hollywood-Prominenz zur Berlinale aufläuft. ;-)

Sonntag, 1. Februar 2009

Bücher 2009, Teil 1

Sabine hat mich auf die Idee gebracht: einfach mal alle Bücher aufschreiben, die man im vergangenen Jahr gelesen hat. Nun ist 2009 zwar noch lange nicht rum, aber der Entwurf in Word nimmt schon epische Ausmaße an. Also mache ich Monatsrückblicke daraus. И вот они:

1. Stefan Aust. "Der Baader-Meinhof-Komplex.
Weihnachtsgeschenk von Muttern. Sehr spannend. So gut habe ich die Abläufe von damals noch nie erklärt bekommen. Endlich weiß ich mal etwas mehr über die RAF. Nur warum sie zum "bewaffneten Kampf" übergegangen sind, das kann ich immer noch nicht nachvollziehen. Liegt aber nicht am Buch.

2. Ian Rankin. "Das Souvenir des Mörders"
Der 8. Band mit Inspektor Rebus aus Edinburgh. Spannende Unterhaltung. Hatte Ende des letzten Jahres erstmals ein Buch der Reihe gelesen (Nr. 12, "Puppenspiel") und war begeistert. Inspektor Rebus ist ein hervorragender Ermittler, leider mit dem Hang zu Alkohol und der Fähigkeit, sich wegen seiner Alleingänge bei Vorgesetzten und Kollegen unbeliebt zu machen. Dieses Mal treibt ein Serienmörder sein Unwesen in Schottland, der einen anderen, älteren Serienmörder kopiert. Das findet dieser gar nicht witzig, und so sucht nicht nur die schottische Polizei nach Johnny Bible, sondern auch der nie gefaßte Bible John höchstpersönlich.

3. Anthony Trollope. "Septimus Harding, Vorsteher des Spitals zu Barchester"
Ein Gesellschaftsroman aus dem England des 19. Jahrhunderts. Leicht und humorvoll geschrieben, mit vielen ironischen Seitenhieben auf die Geistlichkeit der anglikanischen Kirche, der mehr an den eigenen Pfründen als am Wohl der Allgemeinheit gelegen ist.

4. Kenzaburō Ōe. "Tagame Berlin-Tokyo"
Der Filmemacher Gorō hat sich umgebracht. Sein Freund und Schwager, der Schriftsteller Kogito (auch das Alter ego des Autors) versucht, herauszufinden, warum. Vor seinem Tod hat Gorō ihm unzählige Kassetten besprochen. Mithilfe des Kassettenrekorders führt Kogito die zu Gorōs Lebzeiten geführten Gespräche über Kunst, Literatur, das Leben und die gemeinsame Jugend in Matsuyama unter der amerikanischen Besatzung fort. Ōe ist Japaner und Literaturnobelpreisträger - höchste Zeit, daß ich mal was von ihm lese. Dieses hier ist ein sehr, sehr schönes Buch über eine Männerfreundschaft.

5. Helen Fielding. "Schokolade zum Frühstück"
Eine total verpeilte Mittdreißigerin sucht den Mann fürs Leben, flüchtet vor ihrer durchgeknallten Mutter und kämpft mal mehr, mal weniger beharrlich mit ein paar überzähligen Pfunden (die für mich eher nach eingebildetem Übergewicht aussehen, es sei denn, Bridget Jones wäre mindestens zehn Zentimeter kleiner als ich). Sehr amüsant und gut zwischendurch zu lesen.

6. Dorothy Sayers. "Der Fall Harrison"
Zwar nicht mit Lord Peter Wimsey, aber trotzdem gut und genau das richtige für eine Bahnfahrt Berlin - B.O. Zwei Künstler mieten sich in einem Haus in Bayswater ein. Die andere Wohnung gehört dem Ehepaar Harrison. Der Maler beginnt bald eine Affäre mit der jungen Mrs. Harrison. Ihr älterer Mann bemerkt nix und freundet sich seinerseits ebenfalls mit dem Maler an, lädt in sogar zu einem gemeinsamen Männerurlaub in seine Jagdhütte ein. Dort stirbt Harrison an einer Pilzvergiftung. Unfall oder Mord? Frauen schreiben einfach die besten Krimis, Engländerinnen die allerbesten, und Dorothy Sayers gehört schlicht zu den Klassikern.

7. Mark Spörrle, Lutz Schumacher. "senk ju vor träwelling"
Zu Weihnachten von meinem Brüderchen geschenkt bekommen. Vieles in dem Buch scheint übertrieben - bis man dann im Zug sitzt und den kryptischen Durchsagen lauscht. Im Schlußteil des Buches geht es dann um die lieben Mitreisenden. Da konnte ich mir das Lachen endgültig nicht mehr verkneifen. Glücklicherweise saß ich da schon in Berlin im Bus, und in Berlin darf ja bekanntlich jeder so durchgeknallt sein, wie er will.

8. Wolf Schneider. "Deutsch! Ein Handbuch für attraktive Texte"
Der Autor ist selbst Journalist und hat lange die Hamburger Journalistenschule geleitet. Die Ratschläge kommen also aus der Praxis und sind wirklich gut. Zum Beispiel der: erst mal alles vergessen, was man im Deutschunterricht zum Thema Aufsatz (und dann an der Uni zum Thema Seminararbeit) gelernt hat. Das wichtigste am Schreiben: den Leser da abholen, wo er ist, und nicht da, wo man ihn gerne hätte. Ich werde versuchen, mir seine Ratschläge ("Rezepte" nennt er sie) zu Herzen zu nehmen. Daß ich einen Hang zum Kettensatz habe, weiß ich ja eigentlich auch schon lange.

9. Philip Roth. "Mein Leben als Sohn"
Ergreifend. Roth in Höchstform. Das erste Buch von ihm, das ich gelesen habe, war "Der menschliche Makel". Einfach genial. Also habe ich noch einige andere von ihm gelesen, von denen mich die letzten beiden ("Mein Leben als Mann" und "Jedermann") einfach nur gelangweilt haben. Unerträglich ist dieses Selbstmitleid, in dem der jeweilige Protagonist sich da wälzt. Aber wegen der Sprachgewalt des "menschlichen Makels" habe ich Roth doch wieder eine Chance gegeben ("Amerikanisches Idyll" und "Mein Mann, der Kommunist" waren auch klasse) und es nicht bereut. "Mein Leben als Sohn" ist kein Roman, sondern der ungeschminkte Bericht vom Sterben des Vaters. Herman Roth ist 86 Jahre alt, als ein Hirntumor bei ihm entdeckt wird, der zwei Jahre später zu seinem Tod führt. Durch die Krankheit verwandelt sich der einst herrische Mann, der nichts lieber tut, als Befehle zu geben, allmählich in ein hilfloses Wesen, und plötzlich muß der Sohn die Befehle erteilen.

10. Vier Reiseführer über Schleswig-Holstein und ein Buch über das Wattenmeer. Die führe ich nicht einzeln auf, weil ich sie nicht alle durchgelesen habe, sondern mir aus jedem nur einzelne Abschnitte zu Gemüte geführt habe. Brauche ich für meine Arbeit.