Dienstag, 27. Februar 2007

Я к вам пишу ...

Am Wochenende waren drei Fünftel der Familie in Lommerke (irgendwo im Sauerland oder so) zur Bläserfreizeit (der kleine Bruder) bzw. nur Freizeit (die Eltern). Der baldige Diplomingenieur blieb wie sonst eigentlich auch immer die überwiegende Zeit in seinem Zimmer. Somit hatte ich den Rest des Hauses praktisch für mich allein. Himmlische Ruhe.

Am Samstagabend konnte mir daher niemand ins Fernsehprogramm reinreden - ausgezeichnet. Um 20:40 wurde Arte angeschaltet, wo Evgenij Onegin gezeigt wurde. Meine Lieblingsoper. Mit der wundervollen Renée Fleming als Tat'jana, Ramón Vargas als Lenskij und Dmitrij Chvorostovskij (*schmacht*) als Onegin. Und Valerij Gergiev am Pult. Eine Live-Aufnahme aus der Met. Großartig, fantastisch, unbeschreiblich schön. Und keiner, der mich gestört hat. :-)))

Ich liebe diese Oper. Schon bei den ersten Tönen des Vorspiels könnte ich dahinschmelzen. Mein absoluter Favorit ist aber die berühmte Briefarie. Da hat der gute Čajkovskij schon was ganz besonders schönes komponiert. Ist aber auch kein Wunder, bei der Vorlage! Der Librettist hat das meiste einach direkt aus dem Roman von Puškin übernommen und nur hie und da etwas gekürzt. Schon praktisch, wenn das Original schon in Versen geschrieben wurde. In wunderschönen Versen übrigens. Da ist es nicht weiter verwunderlich, daß ich jetzt meinen Puškin wieder hervorgeholt habe.

Beim ersten Durchblättern bin ich allerdings zuerst bei einem anderen Werk und dessen zauberhaften Anfang hängengeblieben:

У лукоморья дуб зеленый ...
Am Meeresstrand an stiller Stätte ...

Und jetzt entschuldigt mich bitte - ich muß weiterlesen.

Donnerstag, 22. Februar 2007

Neue Wörter

In den letzten Wochen habe ich ein paar neue Wörter gelernt. Nein, ich spreche jetzt nicht von Japanisch. Ich spreche von mir bislang unbekannten Wörtern meiner Muttersprache. Mein Bruder hat heute seine Diplomarbeit in Elektrotechnik zum Thema "Audioschaltverstärker mit hoher Bandbreite" fertiggestellt und abgeschickt, und bis es soweit war, mußte die auf Rechtschreib- und Grammatikfehler gegengelesen werden. Da ich selbst schon eine Magisterarbeit verfaßt und außerdem eine Zeitlang Deutschlehrerin gespielt habe, hatte er mich für diese wichtige Aufgabe auserkoren. Mache ich ja auch gerne, zumal ich derzeit bekanntlich sonst nicht viel zu tun habe.

Elektrotechnik ist definitiv nicht mein Ding, aber ich habe bei jedem erneuten Lesen etwas mehr verstanden und bin jetzt, wo die Arbeit gebunden und zur FH Bingen unterwegs ist, bei etwa 5 Prozent angekommen. Zum Glück mußte ich einen Satz nicht unbedingt verstehen, um die Grammatik korrigieren zu können. Was selten erforderlich war.

Gelernt habe ich dabei auch was, nämlich ein paar neue Wörter:
"hysterese-kontrollierte Klirrkomponente",
"Halbbrücke" und "Vollbrücke",
"selbstschwingender Verstärker"
und mein absolutes Lieblingswort aus der gesamten Arbeit:
"fremderregter Schaltverstärker".

Dienstag, 20. Februar 2007

Russische Paranoia

Die Amerikaner erwägen den Aufbau eines Raketenabwehrschilds in Osteuropa, und die Regierungen Polens und der Tschechischen Republik haben ihre Bereitschaft bekundet, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Das soll Europa angeblich vor Angriffen aus Schurkenstaaten schützen.

Und was ist? Rußland reagiert beleidigt. Wie so oft (um nicht zu sagen: immer), wenn es um Sicherheitsfragen in Mittel- und Osteuropa, weitere NATO-Erweiterungen oder auch nur Zusammenarbeit zwischen der NATO und ehemaligen Sowjetrepubliken geht. Unser Außenminister hat denn auch prompt nichts eiligeres zu tun, als Kaczyński und Topolanek zu ermahnen, doch bitte ein bißchen Rücksicht auf russische Sicherheitsinteressen und Befindlichkeiten zu nehmen.

Ja, wo bin ich hier? Bislang hat Rußland sich ganz gut selbst verteidigen können. Da wird eben mal erst der Gaspreis urplötzlich erhöht und das Gas abgedreht, wenn der betroffene Staat das so nicht zahlen kann oder will (Georgie, Ukraine, Weißrußland), ein Einfuhrverbot für Rindfleisch (Polen) oder Wein (Moldawien) verhängt, wenn der kleine Nachbar nicht so will wie der große Bruder.

Natürlich richtet sich der Abwehrschild nicht gegen Rußland - jedenfalls nicht, solange sich das Land nicht in einen Schurkenstaat verwandelt. Und vielleicht sollte Putin noch einmal darüber nachdenken, wie seine Drohrede auf der Münchner Sicherheitskonferenz wohl in den mittel- und osteuropäischen Staaten angekommen sein mag. Kleiner Tip mit Blick auf die Geschichte: nicht sehr gut.

Montag, 19. Februar 2007

Politische Bildung

Hurra, ich fahre nach Berlin!

Am 3. und 4. März organisiert der SPD-Ortsverein Lohe (für alle von auswärts: ein Stadtteil von Bad Oeynhausen, von Oberbecksen aus - wo ich wohne - praktisch auf dem Nachbarhügel gelegen) eine Fahrt nach Berlin, und ich bin dabei. Heute lag das Programm in der Post.

Am 3.3. trifft man sich mitten in der Nacht (6:25) am Bahnhof, dafür sind wir aber auch schon um halb zehn in Berlin. Einchecken im Hotel, dann Abmarsch zur Reichstagsbesichtigung, wo wir auch unseren Abgeordneten, Wolfgang Spanier treffen werden. Am Sonntag geht es ins Deutsche Historische Museum, anschließend haben wir etwas Zeit zur freien Verfügung, bis es am frühen Abend schon wieder zurück nach Bad Oeynhausen geht.

Hach, ich freu mich schon!

Samstag, 17. Februar 2007

VHS

Am Donnerstagabend hat der langersehnte Japanischkurs an der VHS begonnen. Ich war seit der Anmeldung sehr gespannt, wie es da wohl aussehen würde.

Um es gleich vorweg zu sagen: hat mir gut gefallen, ich bin zufrieden. Es ist eine sehr kleine Gruppe (hatte ich auch nicht anders erwartet), bei der die Mindestteilnehmerzahl von sechs Japaninteressierten nur zustande gekommen ist, weil eine neue Schülerin (meine Wenigkeit - da waren alle sehr froh drüber :-) ) dazugekommen ist und außerdem der Lehrer sich selbst als Teilnehmer eingetragen hat. Wow, das nenne ich Einsatz! Sein Dozentengehalt kann er vermutlich in den Wind schreiben.

Der Lehrer ist Japaner (Suzuki-sensei) und spricht fließend Deutsch mit einem Akzent, der mich angenehm an meine ehemaligen Schüler erinnert. Von den anderen Teilnehmern waren erst einmal nur drei da, zwei Schüler und ein junger Mann ungefähr in meinem Alter (aber ich sage es lieber gleich, das Schätzen von Altersangaben zählt nicht zu meinen Fähigkeiten).

Vom Unterrichtsstoff wird vieles für mich wohl doch erst mal nur Wiederholung sein, aber damit hatte ich schon gerechnet. In zwei Semestern an der VHS kommt man eben doch nicht so weit wie in über einem Jahr im Land selbst, zumal wenn es sich um eine Sprache handelt, die mit dem Deutschen nun wirklich nicht verwandt ist. Also habe ich gestern keine neue Grammatik gelernt, aber dafür jede Menge neuer Vokabeln. Das Thema waren Adverbien, und von denen hatte ich bislang wirklich nicht so viel gelernt. Überhaupt war ich bislang nicht die fleißigste Vokabellernerin, also habe ich jetzt die Chance, in der Hinsicht einiges nachzuholen.

Was mich allerdings wirklich irritiert hat, war die Tatsache, daß in dem Kurs bislang noch gar nicht mit japanischer Schrift gearbeitet worden ist. Alles war in Rōmaji, also in lateinischer Schrift, geschrieben. Hiragana, Katakana und vielleicht auch einige Kanji sollen erst in diesem Semester eingeführt werden. Hm. Da werde ich mich wohl etwas langweilen, wenn es dazu kommt. Vorgestern hatte ich deswegen nur erst einmal das Problem, daß ich einige Worte besser erkannt hätte, wenn sie japanisch geschrieben gewesen wären. Ganze Texte in Umschrift zu lesen, war erst einmal sehr ungewohnt.

Samstag, 10. Februar 2007

Stippvisite

Am Donnerstag hat uns der Winter besucht. Sogar schon zum zweitenmal, denn vor etwa zwei Wochen war morgens beim Aufwachen draußen alles weiß. Lange hatte die Pracht allerdings nicht gehalten. Und jetzt wieder. Gegen halb drei begann es plötzlich zu schneien. Richtig dicke Flocken schwebten plötzlich vom Himmel. Ich fand's schön, nur meine Mutter war wenig begeistert, denn sie trifft sich fast jeden Donnerstagnachmittag mit ein paar anderen Damen zum Kampfgehen. Mir war das unverständlich, weil durch das Wetter endlich einmal die blöden Skistöcke ihre Berechtigung fanden. ;-)

Jedenfalls schneite es munter, und schon nach einer halben Stunde lag draußen alles unter einer dünnen, weißen Decke.


Und nach einer weiteren halben Stunde sah es dann so aus:


Ein schwerer, nasser Schnee war das. Aber es knirschte so schön bei jedem Schritt. Mal abgesehen davon, daß Schneelandschaften an sich einfach nur schön sind.


Aber schon am Abend begann es wieder zu tauen, und aktuell sehe ich nur noch ein paar traurige, schmutzige Schneehäufchen auf dem Bürgersteig gegenüber herumliegen. :-(

Heute in der Post

Nachdem Julia schon vor zwei Tagen darüber berichtet hatte, wußte ich schon, daß es bei mir auch nicht mehr allzu lange dauern würde. Und heute war es dann soweit. In der Post befand sich ein hellblauer Umschlag mit einer japanischen Briefmarke. Die Adresse hatte ich selbst geschrieben. Damit war klar: das Ergebnis des Japanese Language Proficiency Tests (JLPT) ist da.


Und hurra! ich habe bestanden! Mit 331 von 400 möglichen Punkten auch ganz zufriedenstellend. Erwartungsgemäß hatte ich bei den Höraufgaben nicht so gut abgeschnitten, aber auch nicht so schlecht wie erwartet (da dürften einige Zufallstreffer darunter gewesen sein *g*), während ich im ersten Teil (Schreiben und Wortschatz) fast gar keine Fehler gemacht habe. :-)

Und wie sieht das Certificate nun aus? Es ist postkartengroß, japanisch und englisch (zum Glück, denn wer von den Personalverantwortlichen und sonstigen Personen, bei denen ich mit dem Ding angeben möchte, kann schon Japanisch lesen?), enthält meinen Namen, Geburtsdatum, Prüfungsnummer, Prüfungsort und Testlevel. Außerdem ein Foto. Das in meinem Fall am Automaten entstand und entsprechend furchtbar aussieht.

Zum Einrahmen ist das Certificate entschieden zu klein. Wer das möchte, kann allerdings eine Kopie in A4 bestellen. Aber das ist mir zu aufwendig. Und außerdem hätte ich dann wirklich ein schöneres Foto bei der Anmeldung verwenden sollen. ;-) Aber auf jeden Fall nehme ich das Certificate am Donnerstag zum Japanischkurs mit. Einen besseren Nachweis meiner Japanischkenntnisse gibt es nicht.

Sonntag, 4. Februar 2007

Saitensprünge

Gestern abend waren wir, d.h. meine Eltern und ich, im Stadttheater Herford. Gegeben wurde "Die Operngala zu Tränen lachen" mit den Philharmonischen Cellisten Köln und dem Kabarettisten Michael Quast. "Saitensprünge" von Verdi bis Gershwin sollte es geben. Sechs Cellisten und ein Kabarettist, das verhieß einen vergnüglichen Abend, und tatsächlich hatte das Programm nicht zu viel versprochen.

Sichtlich gut aufgelegt spielten die Musiker diverse Hits der Musikgeschichte - Verdi, Rossini, Weill, Wagner, Gershwin, Mozart, Strauß, ... Alles auf höchstem Niveau, aber auch mit mehr als nur einem Augenzwinkern. Das i-Tüpfelchen war allerdings der Kabarettist, der als Moderator durch das Programm führte, aber auch aktiv bei der musikalischen Gestaltung mitwirkte.

Michael Quast hatte sich bei einigen Nummern von den Herren Musikern dazu "überreden lassen", den Gesangspart zu übernehmen. Die Aufgabe wurde mit Bravour geleistet. So schön habe ich Rossinis Katzenduett noch nie gehört. Auch wenn hier sechs Celli und ein Kater "sangen". Wobei sich Michael Quast natürlich nicht auf bloßes Absingen beschränkte, sondern den Kater zur großen Begeisterung des Publikums auch überzeugend darstellte.

Lehrreich war es außerdem. Wußtet Ihr, daß Verdi eine Schwester mit Namen Giulietta hatte, die die Oper "Die Weihnachtsente" (der italienische Originaltitel ist mir leider entfallen) komponiert hat? Nein? (Die Oper wurde uns in einer sehr gelungenen Kurzfassung vorgeführt.)

Oder was passiert, wenn der Dirigent einem Cellisten die Frau ausspannt und diesen Cellisten dann abends im Opernorchester sitzen hat, mit dem "Aida" aufgeführt werden soll? Ich kann Euch sagen, das Ergebnis ist überhaupt nicht lustig - für den Dirigenten.

Wirklich klasse war auch die Demonstration dessen, zu was harte Sparmaßnahmen im Kulturbereich führen. Da müssen sich zwei Cellisten schon mal einen Stuhl und ein Cello teilen. Und wenn dann beim Umblättern der Notenständer umstürzt und die Noten in der Hektik dann verkehrt herum auf dem Notenständer landen ... Herrlich.

Den großen Applaus hatten sich Cellisten und Kabarettist mehr als verdient. Und sie bedankten sich mit zwei wunderschönen Zugaben, Leroy Andersons "The Typewriter" in der Version für Hühnerhof und Hühnerhund sowie - als Nachtrag zum zu Ende gegangenen Mozartjahr - einer Aufführung der "Zauberflöte".

Prädikat: unbedingt empfehlenswert!!

Samstag, 3. Februar 2007

Schwierige Entscheidung

Ich bin bekennender Sportmuffel und habe als solcher die Fußball-WM nach Kräften ignoriert. Aber vorgestern habe ich - aus Langeweile und in Ermangelung akzeptabler Alternativen - die letzte halbe Stunde (inklusive der beiden Verlängerungen) der Partie Deutschland - Frankreich der diesjährigen Handball-WM im Fernsehen verfolgt. Und was soll ich sagen? Es war erstaunlich spannend. Deutschland wirft ein Tor, und keine Minute später hatten die Franzosen schon wieder den Ausgleich geschafft oder wieder ein Tor Vorsprung. Im Unterschied zum Fußball passierte da wirklich was auf dem Bildschirm. Action pur. Und ziemlich bald habe ich auch angefangen, "unseren" Jungs die Daumen zu drücken.

Morgen steht Deutschland gegen Polen im Endspiel, und ich weiß nicht, wem ich die Daumen drücken soll. Die Deutschen haben mich Donnerstag mit ihrem Durchhaltewillen schon beeindruckt, aber andererseits genießen die Polen auch meine uneingeschränkte Sympathie. Da hilft wohl nur eins: möge die bessere Mannschaft gewinnen. Besser als die Fußballer haben die Handballer eh schon abgeschnitten. :-))

Mittwoch, 31. Januar 2007

Uff!

Bin gerade froh, daß ich das nicht mehr erleben mußte ...

Absage

Die traurige Botschaft des heutigen Tages: Nicky kommt nicht. Die Schwester kann sich praktisch nicht bewegen, der Neffe zahnt, die Nichte möchte auch beschäftigt werden, und der Schwager muß auch am Wochenende beruflich erreichbar sein. Tja, da wird es nichts mit dem Kurztrip ins schöne OWL. Schade. Ich hatte mich wirklich sehr darauf gefreut.

:-(

Sonntag, 28. Januar 2007

Beschäftigungstherapie

Mit der neuen Arbeitsstelle wird das wohl noch einige Zeit dauern. Geeignete Stellenanzeigen sind dünn gesät (vielleicht hätte ich mich doch besser im BWL-Studium zu Tode langweilen sollen ...), da kann ich schon froh sein, wenn ich meine mit dem Arbeitsvermittler vereinbarte Quote von zwei Bewerbungen pro Woche schaffe. Obwohl - aktuell sieht es in der Hinsicht doch ganz gut aus. Ob das dann auch klappt, steht auf einem anderen Blatt.

Jedenfalls habe ich heute mal das neue Programm der hiesigen VHS durchgesehen. Und siehe da: ein Japanischkurs für Leute mit mittleren Vorkenntnissen (soll heißen: zwei Semester an der VHS) wird angeboten. Das ist doch wie gemacht für mich! Selbst wenn das Ausgangsniveau des Kurses etwas unter meinem liegen sollte - egal. Hauptsache, ich kann mich irgendwie weiter mit der Sprache beschäftigen, wo ich doch schon mal damit angefangen habe.

Jedenfalls habe ich mich da gleich angemeldet. Sofern sich die sechs Mindestteilnehmer für die Veranstaltung finden, geht es am 15. Februar los. *freu*

Samstag, 27. Januar 2007

Übersetzungshilfen, Nachtrag

Ich hatte schon mal über elektronische Übersetzungshilfen gelästert. Jetzt hat meine Freundin Ellie etwas darüber geschrieben. Beim Lesen habe ich dermaßen lachen müssen, daß ich das Vergnügen niemandem vorenthalten möchte.

Zum Hintergrund: Ellie war eine Zeitlang meine Kollegin bei Nova, und arbeitet jetzt seit September als Assistant English Teacher (oder so ähnlich) an einer Mittelschule. Vor ein paar Tagen sollte sie Aufsätze korrigieren ...

Hier bitte weiter lesen.

Mittwoch, 24. Januar 2007

Erfroren

Dieser Januar ist der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, so stand es heute erst wieder in der Zeitung. Kein Wunder, daß die heimische Flora da etwas aus dem Takt geriet. In unserem Garten zeigten sich in der letzten Woche die ersten Schneeglöckchen, Krokusse und ein paar andere Blumen.


Seit Montag wird es aber - endlich - merklich kälter, und seit gestern herrscht leichter Frost. Zu viel für die zarten Pflänzchen.

Sonntag, 21. Januar 2007

Völlerei

Oma hat zu viele Kartoffeln, und mein Vater hat schon lange keine Pickert mehr gegessen. Außerdem ist bei uns im Gefrierfach noch fast die gesamte Johannisbeerernte der letzten beiden Sommer eingelagert, und ich hatte mal wieder Lust zu backen.

Also gab es am Samstagmittag bei Oma Pickert. Wie immer auf dem alten Gasherd im Keller, wegen der starken Geruchsentwicklung. Lecker!


Am Nachmittag stellte ich mich dann in die heimische Küche und buk die leckeren Johannisbeerschnitten, ein bewährtes Rezept aus meinem Studentenkochbuch. Gleich die doppelte Menge, weil das Kochbuch eher auf Mahlzeiten für zwei Personen ausgerichtet ist. Außerdem kamen so mehr Johannisbeeren weg.


Das Mittagessen fiel heute aus, stattdessen gab es am frühen Nachmittag Tee und Kuchen. Die einfache Menge hätte gar nicht gereicht. Es waren mal zwölf Stücke.

Und heute Abend gibt es Hähnchen. :-)

Samstag, 20. Januar 2007

Der Witz des Tages

Um 22:45 war es soweit: der WDR strahlte die zweite Hälfte von Urban Priols satirischem Jahresrückblick aus. Urkomisch und herrlich böse. Genau so, wie Kabarett sein muß. Aber der größte Brüller kam erst hinterher. Man wartete auf den Beginn eines Filmklassikers, "Manche mögen's heiß", der leider wieder viel zu spät gesendet wird. Warum, sollten wir sogleich erfahren:

Die folgende Sendung
ist für Jugendliche
unter 16 Jahren
nicht geeignet.

Freitag, 19. Januar 2007

Nach Kyrill

Das war ja ein gewaltiger Orkan, der gestern über Deutschland getobt hat. Elf Tote, zahllose umgeknickte Bäume, viele mehr oder weniger stark beschädigte Häuser, am Abend stellt die Bahn bundesweit ihren Zugverkehr ein - wow. Und zu allem Überfluß ist Stoiber zurückgetreten, aber das hatte mit "Kyrill" wohl eher weniger zu tun.

Bei uns ist da alles noch glimpflich abgegangen. Anders als bei einem heftigen sommerlichen Gewitter vor anderthalb Jahren ist von den Regenmassen, die es zeitweise vom Himmel schüttete, nichts in unserem Keller gelandet. Nur bei Oma nebenan wurde der Boden etwas feucht. Aber nichts Ernstes.

Am Carport ist eine Mülltonne umgefallen, und weil der Bewegungsmelder nicht funktioniert und mein Vater ihn nicht repariert hat (behauptet meine Mutter), ist meine Mutter abends über die Mülltonne gestolpert. Ein paar schmerzhafte Prellungen, die sicher bald verheilt sind.

Und wie sieht es heute aus?


Im Unterschied zu gestern traute sich die Sonne am Vormittag wieder hervor.


Unser Rasen ist mit abgerissenen Zweigen übersäht, aber dicke Äste sind nicht darunter.


Der schlimmste Sachschaden ist an Omas Haus entstanden, wo der Sturm ein paar Firstpfannen vom Dach in Nachbars Garten geweht hat (ohne dort irgendwelche Schäden anzurichten). Heute nachmittag haben mein Vater und mein Bruder das Loch im Dach erst einmal abgedichtet und dabei eine weitere Pfanne vom Dachfirst geschlagen, die krachend in einem kleinen Strauch landete - weniger als einen halben Meter von Oma entfernt, die bei uns vor der Haustür stand und meiner Mutter von dem Schaden berichtete. Glück gehabt!

Donnerstag, 18. Januar 2007

Mißverständnisse

Am Montagvormittag klingelte das Telefon. Eine Frau mit etwas nöliger Stimme war am Apparat.

"Ja, guten Tag, ich weiß gar nicht, bin ich bei Ihnen richtig? CVJM?"
"Ja, das ist mein Vater."
"Kann ich den bitte mal sprechen?"
"Tut mir leid, er ist auf der Arbeit. Kann ich ihm was ausrichten? Worum geht's denn?"
"Ja, ich rufe an wegen der Weihnachtsbaumabholung. Das hat doch der CVJM gemacht, und jetzt lese ich heute in der Zeitung 'CVJM sammelt zweitausend Euro für den CVJM-Weltdienst'. Was ist denn das?"
"Das kann ich Ihnen auch nicht sagen, aber der CVJM hat die Weihnachtsbäume auch nicht in jeder Gemeinde abgeholt. Hier bei uns macht das zum Beispiel die Freiwillige Feuerwehr."
"Aha, aber was ist denn das nun für ein Weltdienst? Dafür gebe ich kein Geld. Die haben mir zugesichert, daß das Geld im Land bleibt, und jetzt lese ich, daß die für einen Weltdienst gesammelt haben! Also, die sollten einem schon genau sagen, für was sie sammeln. Da habe ich mich heute morgen schon mit einigen Leuten drüber aufgeregt."

Jetzt muß ich mal eine kleine Erklärung einschieben. Den betreffenden Artikel hatte ich auch schon zur Kenntnis genommen, konnte mich aber daran erinnern, daß da ausdrücklich vom CVJM Lohe die Rede gewesen war. Die Lohe ist praktisch ein Nachbarstadtteil von Oberbecksen, wo ich wohne.

"Also, ich habe das auch in der Zeitung gelesen, und da wurde gesagt, es sei der CVJM Lohe gewesen, der da für den Weltdienst gesammelt hat. Die Abholung der Weihnachtsbäume ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Bei uns in Babbenhausen-Oberbecksen macht das, wie gesagt, die Freiwillige Feuerwehr. Wo wohnen Sie denn?"
"In Volmerdingsen."

Trara! Ein völlig anderer Stadtteil.

"In Volmerdingsen?! Da haben wir doch gar nichts mit zu tun."
"Ach so? Wer hat denn dann bei uns gesammelt, wissen Sie das?"

Nein, woher. Bin ich Doktor Allwissend?

"Nein, tut mir leid. Am besten, Sie wenden sich an Ihre Kirchengemeinde und fragen da nach."
"Gut, dann mache ich das. Vielen Dank."
"Keine Ursache."

Leute gibt's ...

Montag, 15. Januar 2007

Spaziergang

Heute nachmittag habe ich in höherem Auftrag einen kleinen Spaziergang gemacht. Ich sollte in einigen Straßen Flyer verteilen, die zu einer Wahlveranstaltung der SPD einladen. Am nächsten Montag dürfen alle Wahlberechtigten in Bad Oeynhausen über den Kandidaten für die Landratswahl im Mai abstimmen. Ab 18:00 im Rehmer Bürgerhaus, nur für alle, die es wissen wollen.

Ich sollte also Flyer in einigen Straßen in der Nähe verteilen, die über diesen Termin informieren. Das Wetter war schön, und die Kamera habe ich inzwischen sowieso immer dabei.


Zuerst ging es die Oberbecksener Straße entlang. Noch über die Stelle hinaus, wo ich vor ein paar Tagen wieder umgekehrt bin. Mit etwas mehr Licht beim Blick zur Porta.


Nach einer Weile machte ich wieder kehrt und bog in den Kerksiek ein. Es war noch nicht vier Uhr, aber die Sonne stand schon reichlich tief. Ihre Strahlen warfen dieses besonders schöne, warme Licht, das es nur abends gibt.


Blick von der Kerkbreede zum Rekerbrink. Da oben wurde mir wieder so richtig bewußt, was ich in Ōsaka immer vermißt hatte: Platz.


Eine Dorfstraße in Ostwestfalen. Links ein paar Bäume, rechts ein Acker, und ganz hinten ein paar Häuschen.
Wir wissen es ja alle. Dieser Winter ist viel zu warm. Die Auswirkungen bekam ich auf Schritt und Tritt zu sehen: mindestens zwei kleine Bäume mit blaßrosa Blüten, ein paar Blumen und hier Raps (oder irgendein anderes Kraut mit kleinen, gelben Blüten) am Straßenrand.


Das Wiehengebirge. Der zugehörige Witz ist asbachuralt, aber ich wiederhole ihn trotzdem.
Warum heißt das Wiehengebirge "Wiehengebirge"? - Weil es wie'n Gebirge aussieht.


Und zum Abschluß: ein westfälisches Bauernhaus.

Sonntag, 14. Januar 2007

Des einen Leid

Nickys Schwester hat sich das Bein gebrochen. Darum hat Nicky sich unbezahlten Urlaub genommen und fliegt Ende nächster Woche zu ihrer Schwester, um ihr mit dem Haushalt (zwei kleine Kinder, ein Ehemann) zu helfen. Warum erzähle ich das?

Weil Nicky zwar in Australien wohnt, ihre Schwester aber in Wales lebt. Und Deutschland liegt da ja praktisch um die Ecke, zumindest aus australischer Perspektive. Also hat Nicky schon mal ihren Besuch angekündigt. Sie bleibt bis Ende Februar bei ihrer Schwester, und da wird sich wohl ein Wochenendausflug nach Deutschland einrichten lassen, wenn nichts dazwischen kommt.

Hoffen wir also, daß es auch wirklich klappt. Ich freue mich jedenfalls schon wahnsinnig darauf, sie wiederzusehen. :-))